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Investitionspläne Britische Regierung bastelt an Konjunkturprogramm

04.01.2009 ·  Der britische Premierminister Gordon Brown will mit einem Konjunkturprogramm der sich verschärfenden Rezession im Lande entgegentreten. Ob Banken weiteres staatliches Eigenkapital winkt, ließ Brown offen.

Von Bettina Schulz, London
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Der britische Premierminister Gordon Brown hat der Bevölkerung zu Jahresbeginn versprochen, mit einem Konjunkturprogramm der sich verschärfenden Rezession im Lande entgegenzutreten. In den kommenden Wochen werde die Regierung Pläne vorstellen, wie den Banken bei der Kreditvergabepolitik geholfen werden und mit Hilfe von öffentlichen Investitionen und Infrastrukturprogrammen fast 100.000 Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. Zusätzlich wird in dieser Woche mit einer weiteren Zinssenkung der Bank von England gerechnet.

Ob britischen Banken mit weiterem, staatlichem Eigenkapital unter die Arme gegriffen werden soll, wie in den britischen Medien berichtet, ließ Brown offen. Er werde einen Krisengipfel des Kabinetts mit Vertretern der Industrie und der Gewerkschaften einberufen, um über einen Weg aus der wirtschaftlichen Talfahrt zu beraten, kündigte Brown an. Die Opposition warf der Regierung hingegen öffentlichkeitswirksamen Aktionismus ohne Substanz vor.

Das erste steuerfinanzierte Rettungspaket für die britischen Banken hatte ein Volumen von insgesamt 500 Milliarden Pfund. Für eine Teilprivatisierung der Kreditinstitute hatte die Regierung 50 Milliarden Pfund zur Verfügung gestellt. Neben einer Geldspritze von 200 Milliarden Pfund der Notenbank verpflichtete sich der Staat ferner, mit 250 Milliarden Pfund für Leihgeschäfte zwischen den Banken geradezustehen. Das Leihgeschäft zwischen den Banken kam aber nicht wie gewünscht in Gang.

Einkaufszeilen veröden

Die konjunkturelle Talfahrt zeichnet mittlerweile das Straßenbild britischer Einkaufszeilen. In den vergangenen 12 Monaten haben sich 1137
Einzelhandelsketten- und -geschäfte außerhalb der Lebensmittelbranche aus dem Geschäft zurückziehen müssen. Der Branchenbeobachter Experian schätzt, dass in diesem Jahr mehr als 1600 Unternehmen im Einzelhandel aufgeben werden. Viele britische Einzelhändler sind angesichts ihrer hohen Verschuldung so sehr darauf angewiesen, dass ihre Geschäft floriert, dass sie sofort aufgeben müssen, wenn die Verbrauchernachfrage nachgibt. Dies war im Dezember der Fall, obwohl drastische Preisabschläge in der Weihnachtswoche 12,8 Prozent mehr Konsumenten in die Geschäfte lockten als vergangene Weihnachten. Dennoch lag die Zahl der Verbraucher, die im gesamten Monat Dezember einkauften, um 3,1 Prozent unter der Zahl von Dezember 2007.

Der sinkende Verbrauch und die schärferen Kreditvergabebedingungen der Banken zwingen vor allem Geschäfte aufzugeben, die sich auf das florierende Immobiliengeschäft der letzten Jahre und den gut verdienenden Mittelstand ausgerichtet hatten. Eine Einkaufstraße im Londoner Südwesten zeigt die Konsequenz dieser Rezession: die Krise im Immobilien- und Baumarkt hat einen Immobilienmakler und ein großes Geschäft für Badezimmer und Armaturen getroffen; da die Bevölkerung schlagartig weniger Geld für unnötige Späße und Freuden ausgibt, mussten ein Party-Shop, ein Poster-Geschäft, ein Möbelgeschäft für orientalische Antiquitäten und eine Reiseagentur für Segelurlaub auf Luxusyachten und ein Blumengeschäft schließen; da die Briten plötzlich mehr zu Hause kochen und weniger auswärtig essen, haben zwei Fisch-Restaurants, ein portugiesisches und ein mediterranes Restaurant, ein Grill und ein italienisches Delikatessgeschäft sowie eine große Bier-Bar aufgegeben. Eine Boutique und eine Drogerie haben schließen müssen und die lokale Stadtbehörde hat eine Beratungsstelle geräumt.

Das Straßenbild hat sich innerhalb weniger Wochen von einer emsigen Einkaufstraße in Ladenzeilen gewandelt, die immer wieder von verbretterten und leer stehenden Geschäftsräumen geprägt ist. Geblieben sind die traditionellen, gut eingesessenen Einzelhändler wie ein klug sortierter Buchhandel, Handwerksläden, Reinigungen, nützliche Geschäfte für Geschenke, Kinderspielzeug, Bettwäsche, zwei Drogerien, ein Fahrradhändler, ein Sportgeschäft, Zweigstellen großer Ketten wie Tesco, Pizza-Hut, ein Video-Verleih, Restaurants mit gutem Preis-Leistungsverhältnis, Friseur-Läden und etablierte Immobilienmakler.

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Wirtschaftskorrespondentin in London.

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