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Interview mit Wirtschaftsminister Uljukajew : Russland wirbt um westliche Investoren

  • Aktualisiert am

Alexei Uljukajev Bild: AP

Russlands Wirtschaftsminister Uljukajew reist am Dienstag nach Stuttgart, um deutsche Unternehmen in der Region zu besuchen. Sein Land spüre die Sanktionen der westlichen Staaten, sagt der Politiker im F.A.Z.-Interview.

          Trotz der Sanktionen des Westens wegen Russlands Vorgehen gegen die Ukraine wirbt Moskau weiterhin auch um westliche Investoren. Es gelte, das „generelle Umfeld“ für sie „freundlicher“ zu gestalten, sagte Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew in einem Interview mit der F.A.Z. (lesen Sie die Dienstagsausgabe hier im E-Paper): „Wir werden unser Geschäft mit China ausweiten, aber das mit Europa nicht einschränken.“

          Uljukajew sparte dabei nicht mit Selbsttadel. So kritisierte er das Vorgehen der russischen Behörden gegen den Ölkonzern Bashneft, den Mehrheitseigentümer festzusetzen und die Anteile einzuziehen. Damit habe man „das gefühlte Risiko der Investoren“ erhöht.

          Mit Blick auf die Sanktionen gegen sein Land sagte Uljukajew, diese hätten zu einem Rückgang der Auslandsinvestitionen in Russland geführt. Russland spüre die Sanktionen „Aber wir versuchen unseren Partnern zu erklären, dass die Sanktionen negative Auswirkungen auf alle haben“, sagte Uljukajew. Er sagte weiter, „zum Glück“ sei ein Gesetz gestoppt worden, das vorsah, russische Anleger, die unter den Sanktionen leiden, auf Kosten westlicher Investoren in Russland zu entschädigen. Derlei „widerspricht unserer Botschaft an die Investoren“.

          Die Inflation durch den Kursverfall des Rubel bezifferte der Minister auf „rund neun Prozent bis Ende des Jahres“.

          Mit Blick auf die Folgen der russischen Politik für die Wirtschaft des Landes sagte UIjukajew: „Es ist nicht einfach so, dass eine Wirtschaftspolitik bestimmt worden wäre, deren Ergebnisse wir jetzt sehen. Es war nicht unsere Wahl“.

          Russland habe „auf einige dramatische Ereignisse im Ausland“ wie „den Staatsstreich in der Ukraine“ reagiert.  „Jetzt rollt die Lawine, und man kann sie nur schwierig anhalten. Man kann nur versuchen, sich irgendwie zu schützen.“ Doch sei, versicherte Uljukajew, Präsident Wladimir Putin „in wirtschaftlichen Fragen Realist“. Er höre ökonomischem Rat zu, auch von seiner Seite.

          Quelle: FAZ.NET

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