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Inflationsziel von 2 Prozent Japans Notenbank dreht Geldhahn weit auf

Japans Notenbank hat überraschend schnell beschlossen, unbegrenzt Geld zu drucken und ihr Inflationsziel von 1 auf 2 Prozent verdoppelt. Was in Tokio auf Zustimmung stößt, wird im Ausland häufig abgelehnt.

© AFP Vergrößern Scheidet bald aus dem Amt aus: Japans Notenbankchef Masaaki Shirakawa

Japan will sein dürftiges Wirtschaftswachstum mit einer weiteren extremen Lockerung seiner Geldpolitik ankurbeln. Im Kampf gegen Konjunkturflaute und andauernde Deflation drehte die Notenbank des hoch verschuldeten Landes am Dienstag den „Geldhahn“ bis zum Anschlag auf: Die Währungshüter kündigten unbefristete Anleihekäufe an. Dazu werden die Käufe ab Januar 2014 von derzeit 10 Billionen Yen auf 13 Billionen Yen erhöht. Zugleich verdoppelte die Bank of Japan ihr Inflationsziel auf zwei Prozent.

Der Yen fiel und tendierte zum Dollar nahe des tiefsten Stands seit zweieinhalb Jahren. Der Dollar kletterte auf 90,18 Yen. An der Börse legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zunächst zu, rutschte nach wenigen Minuten aber 0,5 Prozent auf 10.688 Punkte ins Minus. Marktteilnehmer kritisierten, die angekündigten Maßnahmen blieben sogar hinter den Erwartungen zurück, da die Anleihekäufe erst im kommenden Jahr anzögen und nicht schon sofort.

Ähnlichkeit mit Amerikas Notenbank

Die Regierung in Tokio hatte zuletzt den Druck auf die Notenbank erhöht, das Ziel für die Inflation anzuheben und ihr Mandat auch auf die Förderung des Arbeitsmarktes auszudehnen. Die japanische Notenbank vollzieht damit nun ein ähnliches Programm wie die amerikanische Notenbank Federal Reserve, die sich nach ihren Statuten ebenfalls um ein stabiles Preisniveau und eine angemessene wirtschaftliche Entwicklung kümmern muss.

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Neben der Notenbank will in Japan auch die Regierung die Konjunktur mittels eines Ausgabenprogramms ankurbeln, hat der neue Ministerpräsident Shinzo Abe bereits angekündigt. Viele Ökonomen, aber auch politische Amtsträger wie der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble oder Bundesbankchef Jens Weidmann haben sich bereits besorgt darüber geäußert. Denn die japanischen Staatsschulden belaufen sich bereits auf rund 230 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Sie befürchten, dass sich das Land künftig nicht mehr so günstig finanzieren kann, sollte das Vertrauen in Staat und Notenbank verloren gehen.

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 
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Veröffentlicht: 22.01.2013, 05:25 Uhr

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