Home
http://www.faz.net/-gqg-zslc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Inflation Ölpreis und Nahrungskrise

04.07.2008 ·  Die Öl- und Nahrungsmittelpreise werden in der Debatte über die Lage der Weltwirtschaft im Vordergrund stehen. Allerdings kann die G 8 keine Preissenkungen oder eine Ausweitung der Ölförderung anordnen.

Von Andreas Mihm
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die Öl- und Nahrungsmittelpreise werden in der Debatte über die Lage der Weltwirtschaft im Vordergrund stehen. Allerdings kann die G 8 keine Preissenkungen oder eine Ausweitung der Ölförderung anordnen. Insofern wird es bei Appellen bleiben. Die Rede ist von einem „starken Signal“ in der Abschlusserklärung, in der die G 8 ihre Besorgnis über den Preisanstieg ausdrückt und an die „Verantwortung aller Beteiligten“ erinnert.

Konkret wird sie mehr Investitionen in die Ausbeutung von Ölfeldern und den Bau von Raffinerien verlangen, aber auch die Verbraucher zu mehr Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarern Energien ermahnen. Der Internationale Währungsfonds und die Internationale Energieagentur sollen bis zum Herbst erörtern, wie hoch der Anteil der Spekulation am Ölpreis ist. Auch soll die Kooperation von Förder- und Verbraucherstaaten verbessert werden.

Deutschland allein mit seiner Position zur Kernenergie

Allein auf weiter Flur steht Deutschland mit seiner Position zur Kernenergie. Seit auch Italien neue Kernkraftwerke bauen will, sind alle übrigen 7 Teilnehmerstaaten der Ansicht, dass Kernenergie einen wesentlichen Beitrag zur Energiesicherheit und zum Klimaschutz liefern kann. Bundeskanzlerin Merkel steckt in einer Zwickmühle. Sie findet den Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie zwar falsch, muss ihn aber als Chefin der Koalition mit der SPD nach außen vertreten. Die deutschen Verhandler sind sicher, eine Formulierung gefunden zu haben, „die für uns tragbar ist, weil sie unsere Sonderrolle respektiert“.

Die japanische Präsidentschaft will einen eigenen Akzent auf die Nahrungsmittelkrise legen. Es werde um kurzfristige Hilfen für die ärmsten Länder gehen, die unter dem äußerst steilen Anstieg der Preise für Nahrungsmittel leiden. Es müsse aber auch um Unterstützung von strukturellen Änderungen gehen. Die Bundesregierung will in diesem Jahr 500 Millionen Euro für Finanzhilfen für Nahrungsmittel ausgeben. Die Entwicklung der Zinsen und Devisenkurse dürfte auf dem G-8-Treffen allenfalls am Rande zur Sprache kommen, wohl aber die Folgen der Finanzkrise. Hier registriert die Bundesregierung zufrieden, dass auch früher ablehnende Staaten wie Großbritannien oder Amerika inzwischen über (freiwillige) Regulierungen und mehr Transparenz nachdenken.

Weiter zum Thema Klimaschutz: Auf der Suche nach einem Kyoto-Nachfolger

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

Jüngste Beiträge

Facebook vergrätzt seine besten Freunde

Von Patrick Bernau

Es mag rechtlich in Ordnung gewesen sein, wie sich Facebook beim Börsengang verhalten hat. Der Ruf der Firma hat allerdings enorm gelitten. Es ist das Bild eines gierigen Konzerns entstanden, der nicht nur seine Nutzer ausquetschen will, sondern auch die Aktionäre. Mehr 10 11

24.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.315,89 +0,48%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.379,22 +0,19%
Dow Jones 12.529,80 +0,27%
EUR/USD 1,2537 +0,03%
Rohöl Brent Crude 106,73 $ −0,02%
Gold 1.568,50 $ +1,26%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.