http://www.faz.net/-gqe-797kt
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 17.05.2013, 15:13 Uhr

Im Namen des Verbraucherschutzes EU verbannt Olivenöl-Kännchen

Die Angelegenheit sei nicht lustig, sondern wichtig für den Verbraucherschutz, sagt ein Sprecher der EU-Kommission: Ab 2014 will die Behörde Olivenöl-Kännchen aus Restaurants verbannen - aus hygienischen Gründen.

© dpa Bald verboten: Kännchen mit Olivenöl auf dem Tisch eines französischen Restaurants

In den Restaurants der EU-Staaten darf künftig kein offenes Olivenöl mehr auf den Tischen stehen. Ein entsprechendes Verbot der EU-Kommission soll vom 1. Januar 2014 gelten, sagte ein Sprecher der Kommission. Offene Karaffen mit Olivenöl seien dann streng verboten: Olivenöl müsse stets in einem „besonders verschlossenen und nicht wieder auffüllbaren Gefäß“ auf dem Tisch stehen.

Dies soll dem Verbraucherschutz dienen: Damit werde  sichergestellt, dass der Restaurantkunde kein minderwertiges Öl  angedreht bekomme, sagte der Sprecher, der auch auf  Hygiene-Probleme hinwies. Für ebenfalls auf Gasthaustischen zu  findende Essigkaraffen, Tabascoflaschen oder Salzstreuer gibt es  jedoch keine Regelung.

Die Neuregelung ist Teil eines Aktionsplans der EU, um das Image von europäischem Olivenöl bei Verbrauchern zu fördern - die Europäische Union ist größter Hersteller, Konsument und Exporteur von Olivenöl der Welt. Demnach müssen auf Olivenölflaschen generell Herkunft und Art des Produkts künftig besser und lesbarer ausgezeichnet werden. Die Bestimmungen passierten in dieser Woche ein Expertengremium der EU-Mitgliedstaaten, von denen sich eine Mehrheit dafür aussprach. Die Kommission bekam somit grünes Licht, ihre Pläne umzusetzen.

Während der Kommissionssprecher von einer „guten Nachricht für die Verbraucher“ sprach, kam deutliche Kritik aus dem deutschen Verbraucherministerium. „Deutschland hatte aus guten Gründen gegen die Pläne der EU-Kommission gestimmt“, sagte ein Sprecher. Es sei zu befürchten, dass die Regelung vor allem zu mehr Abfall von Lebensmitteln und von Verpackungen führen werde.

Die Kommission sei von einer Mehrheit der Mitgliedstaaten gebeten worden, sich mit den offenen Olivenölfläschchen oder -karaffen zu befassen und diese Frage zu regeln, sagte der Sprecher der EU-Behörde. Er sagte nicht, um welche Länder es sich handelt. Restaurantbesucher könnten jedoch ab Jahreswechsel endlich sicher sein, dass in der Flasche auch tatsächlich das Olivenöl sei, welches auf dem Etikett versprochen werde.

Quelle: DPA/AFP

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Umwelt Deutsche nutzen immer weniger Plastiktüten

Immer mehr Handelsunternehmen verlangen für die umweltschädlichen Tragetaschen eine Gebühr. Manche haben sie sogar ganz aus ihren Geschäften verbannt. Mehr

22.07.2016, 10:09 Uhr | Wirtschaft
Indonesisches Restaurant Essen und Trinken aus der Kloschüssel

Jamban heißt ein Restaurant auf der indonesischen Insel Java – das bedeutet übersetzt Toilette. Und nicht nur der Name erinnert an das stille Örtchen, sondern die gesamte Einrichtung. Was steckt genau dahinter? Mehr

20.07.2016, 19:19 Uhr | Gesellschaft
Reutlingen Mann greift Menschen mit Machete an

In Reutlingen hat ein syrischer Asylbewerber mit einer Machete um sich geschlagen und eine Frau getötet. Weitere Menschen wurden verletzt. Der Mann wurde festgenommen. Mehr Von Rüdiger Soldt, Stuttgart

24.07.2016, 18:00 Uhr | Politik
Klassiker aus Danzig Herings-Tatar auf Schwarzbrot

Die polnische Hafenstadt Danzig ist bekannt für ihre Fischspezialitäten. Im Kubicki, einem der ältesten Restaurants der Stadt, interpretiert Damian Mazurkowski traditionelle Gerichte neu – darunter Herings-Tatar. Mehr

23.07.2016, 11:24 Uhr | Stil
Digitale Medien Was tun gegen Hass und Terror im Netz?

Nizza, Würzburg, München: Digitale Medien können Gewalt und Hass verstärken. Doch was sollen die Betreiber der Plattformen tun? Ihre Lage ist verzwickt. Mehr Von Hendrik Wieduwilt, Berlin

25.07.2016, 07:25 Uhr | Wirtschaft

Terror, virtuell und real

Von Carsten Knop

Innenminister Thomas de Maizière klagt über das „unerträgliche Ausmaß von gewaltverherrlichenden Spielen im Internet“. Viele vernünftige Menschen sehen das anders. Mehr 110

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden