http://www.faz.net/-gqe-8f92i

F.A.Z. exklusiv : Ökonomen sprechen sich für Erhalt des Bargelds aus

Seit Wochen diskutieren Politik und Wirtschaft über Erhalt oder Beschränkung des Bargeldes. Bild: dpa

Einschränkungen in der Bezahlung mit Bargeld werden kritisch gesehen. Grund ist vor allem die Sorge vor einem staatlichen Machtmissbrauch.

          Die deutschen Volkswirtschaftsprofessoren sind mehrheitlich gegen Einschränkungen von Barzahlungen. Dies ergab das Ökonomenpanel, eine Umfrage des Ifo-Instituts in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Demnach äußerten 54 Prozent der teilnehmenden 185 Professoren, Barzahlungen sollten nicht eingeschränkt werden. 44 Prozent befürworteten eine Obergrenze. 2 Prozent sprachen sich für eine vollständige Abschaffung des Bargelds aus.

          Philip Plickert

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

          In Kommentaren äußerten viele den Verdacht, dass mit Einschränkungen für Bargeld die Kontrolle des Staates auch über rechtstreue Bürger ausgeweitet werde. Es drohe Machtmissbrauch. Einige Ökonomen äußerten aber auch Verständnis für den Vorstoß des Bundesfinanzministeriums für eine Obergrenze. Dadurch würden zwar kriminelle Geschäfts nicht verhindert, doch wäre die Aufdeckung und Beweissicherung leichter. Die Mehrheit der Professoren hält als Folge von Bargeld-Einschränkungen wirtschaftliche Nachteile für realistisch. 54 Prozent erwarten geringe oder starke ökonomische Nachteile, 21 Prozent dagegen geringe wirtschaftliche Vorteile, 2 Prozent sehen sogar starke Vorteile.

          Die Ansichten, welche Motive hinter der von der Europäischen Zentralbank (EZB) geplanten Abschaffung des 500-Euro-Scheins stehen, sind gespalten. 40 Prozent der antwortenden Wirtschaftsprofessoren glauben an die offizielle Begründung, dass dieser Schritt dazu diene, gegen Kriminelle vorzugehen. 20 Prozent hingegen sagen, die Abschaffung der höchsten Banknote diene dazu, "um Spielraum für höhere Strafzinsen auf Einlagen der Banken bei der Notenbank zu gewinnen". 20 Prozent sagen, dass beide Motive hinter dem Vorhaben stehen.

          Weitere Themen

          Delfine werden verdrängt Video-Seite öffnen

          Brückenbau : Delfine werden verdrängt

          Eine neue gigantische Brücke zwischen China und Hongkong hat die Zahl der weißen Delfine hier in den vegangenen zehn Jahren um rund 80 Prozent gesenkt.

          Topmeldungen

          Wegen Google-Strafe : Donald Trump droht der EU

          Der amerikanische Präsident poltert nach der milliardenschweren Wettbewerbsstrafe gegen Google auf Twitter los. Dass die Strafe auf Regeln basiert, will er nicht anerkennen. Stattdessen kündigt Trump Konsequenzen an.
          Ganz zufrieden: Wladimir Putin am Donnerstag in Moskau.

          Putin vs. Trump : Russland stößt amerikanische Staatsanleihen ab

          Das dürfte Donald Trump nicht gefallen: Russland wirft seit einiger Zeit seine amerikanischen Staatsanleihen auf den Markt. Damit will Putin vom Dollar unabhängiger werden – und Trump unter Druck setzen.

          Neue Phase der Verhandlungen : EU-Kommission legt Szenarien für Brexit vor

          Brüssel nahm zu Theresa Mays Brexit-„Weißbuch“ Stellung: Es soll „keine Schlupflöcher an den Außengrenzen“ geben. Mays neuer Minister für den EU-Austritt Dominic Raab hat zudem erstmals an den Gesprächen mit der EU teilgenommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.