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Honorarbericht Ärzte verdienen im Monat 5500 Euro netto

 ·  Im ersten Halbjahr 2011 verdienten Deutschlands Kassenärzte durchschnittlich 5500 Euro im Monat - annähernd doppelt so viel wie ein durchschnittlicher Haushalt. Die Gehaltsunterschiede zwischen den Arztgruppen sind indes groß.

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Deutschlands Kassenärzte haben im ersten Halbjahr 2011 ein Netto-Monatseinkommen von knapp 5500 Euro bezogen. Das geht aus dem ersten Honorarbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor, der der F.A.Z. vorliegt. Rechnerisch betrug das monatliche Netto über alle Kassenärzte 5442 Euro, das war knapp ein Viertel des Umsatzes mit Kassen- und Privatpatienten. Die Rechnung bezieht sich auf die von den Kassenärztlichen Vereinigungen gezahlten Honorare und auf Einkünfte aus Privatabrechnungen, die auf Basis von Zahlen aus dem Jahr 2008 berechnet wurden. Die Einnahmen wurden um Kosten, Steuern und Sozialabgaben bereinigt.

Kassenärzte verdienten damit im Durchschnitt 2011 annähernd doppelt so viel wie ein durchschnittlicher Haushalt, der 2009 laut Statistischem Bundesamt netto 2873 Euro zur Verfügung hatte. KBV-Vorstandschef Andreas Köhler sagte, der Honorarbericht zeige, dass „das tatsächliche Nettoeinkommen einer Praxis häufig zwar nicht schlecht, aber längst nicht üppig ist.“ Wie in jeder Berufsgruppe gebe es Verlierer und Gewinner.

Kassenumsatz und Überschuss (Umsatz abzüglich Praxiskosten, aber vor Steuern und Abgaben) je Arzt waren im ersten Halbjahr 2011 um 3 Prozent gestiegen. Doch konnten davon nicht alle Arztgruppen profitieren. Nach Abrechnung mit den Kassen sank für Gynäkologen, Onkologen, Nierenfachärzte, Orthopäden und Urologen der Überschuss um bis zu 3 Prozent; dagegen kletterte er bei Allgemeinmedizinern um 8 Prozent und bei Nervenheilärzten um 13,5 Prozent. Wegen regionale Eigenheiten können die Zahlen in den einzelnen Ländern stark abweichen.

Das Gesamtbild hat sich wenig geändert. Den größten Überschuss erwirtschaften Fachärzte der Inneren Medizin. Ein Nierenfacharzt hatte mehr als das Zweieinhalbfache eines Allgemeinmediziners und das Fünffache eines Psychotherapeuten, die weiter am unteren Ende der Einkommensskala liegen. KBV-Chef Köhler sieht in den Daten indes seine Erkenntnis bestätigt: „Wer den Arztberuf ergreift, macht dies nicht vorrangig wegen des Geldes, sondern um Menschen zu helfen.“

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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