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Bundesweite Abfallkarte : Wer ist Deutschlands Müllmeister?

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Bild: google

Im Schnitt hinterlässt jeder Deutsche 456 Kilogramm Abfall pro Jahr, hat das Umweltbundesamt herausgefunden. In einem Landkreis ist es fast halb so viel.

          Wer verursacht in Deutschland den wenigsten Müll? Dieser Frage ist das Umweltbundesamt nachgegangen und hat eine Abfallkarte des Landes entworfen. Am wenigsten Müll produzierten die Bewohner des Landkreises Mittelsachsen. Dort fielen im Jahr 2012 nur 251 Kilogramm pro Kopf an. Im Durchschnitt hinterlässt jeder Deutsche etwa 456 Kilogramm Abfall im Jahr. Die Umweltbehörde weist aber darauf hin, dass vor allem die Wirtschaftsstruktur die Müllsituation vor Ort entscheidend prägt. Kommunen mit vielen Gewerbebetrieben etwa, die ihren Müll mit dem Hausmüll entsorgten, schnitten oft schlecht ab.

          Insgesamt entfallen vom persönlichen Müllberg des Durchschnittsdeutschen 193 Kilo auf den Hausmüll, 54 Kilogramm landen in der Biotonne, und 59 Kilogramm sind pflanzliche Abfälle aus Gärten, Grünanlagen und Friedhöfen. 148 Kilogramm sind sogenannte Wertstoffe – also Papier, Kunststoff, Glas oder Blech –, und 2 Kilogramm fallen in die Kategorie „Sonstiges“, Batterien zum Beispiel.

          Für das Saarland liegen keine Daten vor. Quelle: Statistische Ämter / Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

          Müll wird nicht nur dort entsorgt, wo er entsteht. Er wird teilweise sogar aus dem Ausland angekarrt, um dann in Deutschland entsorgt zu werden. Das hiesige Recyclingsystem gilt international als fortgeschritten und technisch hochentwickelt. Besonders viel Müll importiert Deutschland den Daten des Umweltbundesamtes nach aus den Niederlanden. Insgesamt spielt beim Müllimport aus deutscher Sicht eigentlich nur Europa eine Rolle. Aus Ländern jenseits der europäischen Grenzen kommt wenig Abfall ins Land; aus Amerika etwa sind es bei Abfällen, die gemeldet werden müssen, nur knapp 7300 Tonnen – allein aus den Niederlanden dagegen fast 2 Millionen Tonnen.

          Der Müll ist immer wieder auch ein Politikum. Gerade erst einigten sich Industrie und Handel auf der einen und die Entsorgungswirtschaft auf der anderen Seite nach langem Streit darüber, wie künftig die privatwirtschaftlich organisierte Entsorgung von Gelber Tonne und Gelbem Sack finanziert werden soll. Und der nächste Zankapfel steht schon fest: Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will noch im Herbst einen Gesetzentwurf zur Wertstofftonne vorlegen. Weil die Bürger ohnehin alles, was Plastik und Verpackung ist, in die Gelbe Tonne werfen – und nicht nur die mit dem Grünen Punkt markierten Verpackungen, die dort hineingehören –, soll das in Zukunft „legal“ sein. Da bislang aber die Gelbe Tonne von privaten Unternehmen abgeholt wird und der Restmüll von den kommunalen Müllbetrieben, müssen beide Seiten sich noch einigen, wie sie mit der neuen Wertstofftonne verfahren wollen.

          Abfall Deutschland insgesamt

          Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, der Oberbergischen Kreis habe das größte Müllaufkommen pro Kopf. Das ist nicht richtig. In den Zahlen, die dem Umweltbundesamt vorlagen, war ihm versehentlich die Müllmenge eines Nachbarkreises zugeschlagen worden, mit dem er in einem Abfallwirtschaftsverband zusammenarbeitet.

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