http://www.faz.net/-gqe-79e3l
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 26.05.2013, 11:24 Uhr

Handelsstreit China will mit EU wegen Strafzöllen verhandeln

Die Billigimporte von chinesischen Solarmodulen nach Europa sorgen weiter für Ärger zwischen den Handelspartnern. Die EU droht China mit Strafzöllen. Jetzt will China direkte Verhandlungen mit der EU-Kommission aufnehmen.

© dapd Die EU-Kommission droht China mit Strafzöllen für ihre Solarmodule

Der Streit über billige Solarimporte zwischen China und der Europäischen Union sorgt weiter für Verstimmung zwischen den Handelspartnern. Am Montag will China nun direkte Verhandlungen mit der EU-Kommission über drohende Strafzölle auf chinesische Solarprodukte aufnehmen. Das kündigte Chinas Handelsministerium am Sonntag laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua an.

Die EU will Solar-Billigimporten aus China mit einem durchschnittlichen Zollsatz von 47 Prozent belegen. Im Einzelfall sollen die Strafzölle bei bis zu 70 Prozent liegen. Offiziell  verkündet werden sollen die Einführung von Strafzöllen nach Anhörung der EU-Staaten am 5. Juni. Für die chinesische Solarbranche wäre der EU-Markt damit faktisch geschlossen.

Die EU-Staaten führen jährlich aus der Volksrepublik Module im Wert von rund 21 Milliarden Euro ein - die Hälfte der chinesischen Exporte. China ist für die EU nach den Vereinigten Staaten der zweitwichtigste Handelspartner.

Solar, Telekommunikation, Stahl

Ministerpräsident Li Keqiang hatte die EU daher scharf angegriffen. Die Verfahren gegen chinesische Solarprodukte und Telekommunikationsimporte werde europäischen Kunden schaden und könne zu Protektionismus führen, zitierte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua aus einer Rede Li Keqiang in der Schweiz. „Dem treten wir entschieden entgegen. In der derzeitigen Wirtschaftslage sollen Länder einen stabilen und offenen Handel aufrechterhalten.“ China hatte seinerseits kürzlich eine Anti-Dumping-Untersuchung zu Importen von Stahlrohren aus Europa eröffnet.

Li befindet sich auf seiner ersten Auslandsreise nach der Amtsübernahme im März. An diesem Sonntag ist er zu Gast in Berlin und Brandenburg. Deutschland ist das einzige EU-Land auf der Reiseroute. Zuvor war er in Indien, Pakistan und der Schweiz.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET mit dpa, Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Gentechnik in China Phönix aus der Flasche

China lässt im großen Stil jedes Leben umbauen. Ohne Skrupel optimieren Forscher Pflanzen und Tiere, der Staat speichert das Genom des ganzen Volkes. Ein Besuch im Labor, das die Welt verändert. Mehr Von Hendrik Ankenbrand, Shenzhen

29.04.2016, 11:36 Uhr | Wirtschaft
Video Hochseil-Wettbewerb in China

Der Ausblick ist schwindelerregend. Und der Anblick dieser Hochseilartisten furchteinflößend. Das Video, das vom chinesischen Nationalpark Wulong veröffentlicht wurde, zeigt die Vorbereitungen auf einen ungewöhnlichen Wettbewerb. Mehr

14.04.2016, 12:32 Uhr | Sport
Freihandelsabkommen TTIP Die Amerikaner bewegen sich null, null

Die Zweifel wachsen gewaltig, dass das Freihandelsabkommen TTIP noch etwas wird. Europas Politiker kritisieren Amerika. Dort ist Wahlkampf und Freihandel ein Unwort. Mehr

03.05.2016, 12:58 Uhr | Wirtschaft
Video Solarflugzeug Solar Impuls 2 wieder startklar

Das Solarflugzeug Solar Impuls 2 kann wieder in die Luft gehen. Im Juli 2015 musste der Flieger auf Hawaii landen und konnte wegen überhitzen Batterien nicht weiterfliegen. Das Solar Impuls Team hat die Mission mit dem Flieger eine Weltumrundung zu schaffen. Mehr

15.04.2016, 14:13 Uhr | Technik-Motor
Freihandelsabkommen Hollande: So sagen wir Nein zu TTIP

Die Chancen für das Freihandelsabkommen mit Amerika sinken offenbar deutlich. Nun macht sogar Frankreichs Präsident eine klare Ansage. Mehr

03.05.2016, 15:32 Uhr | Wirtschaft

Immer die Deutschen

Von Holger Steltzner

Mario Draghi gibt den Deutschen eine Mitschuld an den Nullzinsen. Besser wäre es, die EZB würde eine andere Frage stellen. Mehr 30 127

Umfrage

Die EZB entscheidet heute über die Zukunft des 500-Euro-Scheins. Sind Sie für die Abschaffung der Banknote?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

IWF-Ausblick Warum die Ungleichheit in Asien steigt

Die Ungleichheit der Einkommen steigt in Asien schneller und ist größer als im Rest der Welt. Das analysiert der Internationale Währungsfonds. Ist das ein Problem? Mehr Von Patrick Welter, Tokio 7 13

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“