http://www.faz.net/-gqe-761j2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 25.01.2013, 14:34 Uhr

Handelsstreit China erhebt Strafzölle auf Chemikalien - BASF betroffen

Auf zwei Chemikalien erhebt die Volksrepublik ab dem 28. Januar Strafzölle. Betroffen ist auch Branchenprimus BASF. Das Unternehmen hat aber bereits signalisiert, den Zoll zu akzeptieren.

© AFP China hält die eigene Fahne hoch im Handelsstreit

China hat im schwelenden Handelsstreit mit der Europäischen Union (EU) und den Vereinigten Staaten neue Zölle auf zwei Chemikalien erhoben. Von dem Schritt ist neben den amerikanischen Unternehmen Equistar Chemicals und Eastman Chemical auch der Branchenprimus BASF betroffen.

China will ab dem 28. Januar auf die beiden Substanzen, die als Lösungsmittel eingesetzt werden, Abgaben zwischen 9,3 und 18,8 Prozent erheben, teilte das chinesische Handelsministerium auf seiner Webseite mitteilte. „In Europa und den Vereinigten Staaten produziertes Glykol und Diethylenglykol werden billig auf den chinesischen Markt gebracht, was der heimischen Industrie erheblichen Schaden zugefügt hat“, begründete das Ministerium den Schritt. Die Zölle sollten über fünf Jahre erhoben werden.

Strafzölle auch in der Solar- und Autobranche

China auf der einen Seite sowie die Vereinigen Staaten und die EU auf der anderen Seite werfen sich gegenseitig Protektionismus vor und haben in den vergangenen Jahren immer wieder Strafzölle in verschiedenen Bereichen wie der Solar- oder Autobranche erhoben. Die Volksrepublik hat beispielsweise Anti-Dumping-Zölle auf Autoimporte aus Amerika erhoben, die Vereinigen Staaten wiederum verlangen hohe Abgaben auf Stahltürme für Windkraftanlagen aus chinesischer Produktion. Auch die Welthandelsorganisation WTO wurde in dem Streit bereits eingeschaltet.

Mehr zum Thema

In dem Fall der zwei Chemikalien hat sich BASF bereits entschieden, die Zölle zu akzeptieren. Der Konzern schaltete sich nicht groß in das Verfahren ein, das zur Entscheidung über die Strafzölle führte. „Wir nehmen Anti-Dumping-Verfahren sehr ernst und sind bemüht, entsprechende Vorwürfe zu entkräften“, erklärte eine Sprecherin. BASF zufolge ist das aber stets mit einem hohen Personal- und Kostenaufwand verbunden, was nicht bei allen Produkten Sinn ergebe.

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Politischer Sprengstoff China baut schwimmendes Atomkraftwerk

China will wie Russland ein schwimmendes Kernkraftwerk bauen. Dessen geplanter Einsatzort birgt anders als in der russischen Variante jedoch politischen Sprengstoff. Der Konflikt mit den Nachbarstaaten ist programmiert. Mehr Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai

22.04.2016, 07:23 Uhr | Wirtschaft
Zentralteil des Landes Tornados und Stürme verwüsten Teile Amerikas

Tornados und Stürme haben in den Vereinigten Staaten schwere Schäden verursacht. Besonders betroffen ist der Zentralteil des Landes. In Texas wurden vier Menschen verletzt. Mehr

28.04.2016, 12:24 Uhr | Gesellschaft
Gefährliches Spielzeug Riskante Produkte kommen vor allem aus China

Die Gefährdung, die von Produkten ausgeht, ist 2015 etwas geringer geworden. Immer noch kommen die meisten Produkte aus China. Aber auch Deutschland ist mit dabei. Mehr

25.04.2016, 14:30 Uhr | Finanzen
Video Hochseil-Wettbewerb in China

Der Ausblick ist schwindelerregend. Und der Anblick dieser Hochseilartisten furchteinflößend. Das Video, das vom chinesischen Nationalpark Wulong veröffentlicht wurde, zeigt die Vorbereitungen auf einen ungewöhnlichen Wettbewerb. Mehr

14.04.2016, 12:32 Uhr | Sport
Studieren in Weltstädten (4) Schanghai - Abenteuer in einer anderen Welt

Wer in der chinesischen Wirtschaftsmetropole Schanghai studieren will, muss leidensfähig sein. Es warten windige Berater und andere Fallen - aber der Aufenthalt kann sich trotzdem lohnen. Mehr Von Hendrik Ankenbrand

20.04.2016, 06:03 Uhr | Beruf-Chance

Der Sieger heißt Cryan

Von Gerald Braunberger

Der Chefaufklärer der Deutschen Bank geht. Thoma wird „zuviel Übereifer“ vorgeworfen. Davon profitiert vor allem der Chef des Geldinstituts, John Cryan. Mehr 2


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Renten-Debatte Das Märchen von der Altersarmut

CSU und SPD wollen das Rentenniveau steigern. Dabei stehen bis 2029 ohnehin Rentenerhöhungen um mehr als 40 Prozent bevor. Ist das Vorhaben also sinnvoll? Mehr Von Dietrich Creutzburg, Berlin 55 80

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“