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Handelsfinanzierung : Chinas Währung läuft dem Euro den Rang ab

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Chinas Yuan wird eine immer wichtigere Währung auf der Welt. Bild: AP

Chinas Währung Yuan wird wichtiger: In der klassischen Handelsfinanzierung verwenden Unternehmen sie mittlerweile häufiger als den Euro.

          China kommt damit voran, seine Landeswährung Yuan international wichtiger zu machen. In klassischen Handelsgeschäften (Import-Export-Finanzierung) hat sie mittlerweile sogar den Euro überholt, zeigen aktuelle Zahlen des Finanzkommunikations-Netzwerkes Swift.

          Beinahe 9 Prozent der sogenannten Letters of Credit - das sind standardisierte Dokumente für Handelsgeschäfte inklusive Zahlungsverpflichtungen - basieren demnach mittlerweile auf Yuan. Im Januar des vergangenen Jahres waren es noch weniger als 2 Prozent. Nur der Dollar wird in diesem Marktsegment noch häufiger verwendet als Chinas Währung - allerdings mit gewaltigem Abstand: auf die amerikanische Weltleitwährung entfallen mehr als 80 Prozent. Der Anteil des Euro beläuft sich auf knapp 7 Prozent. Dass der Dollar soweit vorne liegt, hängt damit zusammen, dass der Warenhandel, zum wesentlich auch der Handel mit Rohstoffen gehören, in Dollar stattfindet.

          Noch viel Abstand zu Dollar und Euro

          Der Aufstieg des Renminbi spiegelt die wachsende wirtschaftliche Bedeutung Chinas im Allgemeinen und die gestiegenen Exporte im Besonderen. Das Land ist mittlerweile die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Außerdem liberalisiert die chinesische Administration die Landeswährung kontinuierlich. Während Finanzgeschäfte noch streng geregelt sind, kann der Yuan für den Handel mit Waren und Dienstleistungen vergleichsweise freizügig verwendet werden.

          Im Vergleich mit dem Vorjahr zeigen die Zahlen überdies, dass der Yuan in der Handelsfinanzierung vornehmlich auf Kosten des Dollar zulegt - dessen Anteil war im Januar 2012 noch fast vier Prozentpunkte größer als heute. Der Euro verlor rund einen Prozentpunkt.

          Dass die Bedeutung des Yuan in der Handelsfinanzierung wächst, macht ihn indes noch nicht zu einer Weltwährung, wie sie vor allem der Dollar aber auch der Euro heute sind. Tatsächlich ist die chinesische Währung davon sogar noch ziemlich weit entfernt. Im gesamten Zahlungsverkehr, der nicht nur den Handel umfasst, sondern auch Finanzgeschäfte, rangiert der Yuan auf Platz 12 der Weltrangliste. Hier bleiben Dollar und Euro mit großem Abstand und ungefähr gleichauf die am häufigsten verwendeten Währungen.

          Dabei hat sich der Anteil des Euro von 44 Prozent im Januar 2012 auf nunmehr 35 Prozent verringert, der des Dollar hingegen von knapp 30 auf mittlerweile 38 Prozent zugelegt.

          Und schließlich hat auch der Aufstieg des Yuan als Handelswährung einen „Schönheitsfehler“: Verwendet wird er vornehmlich in der unmittelbaren Einflusssphäre Chinas - in Asien. Außerhalb Asiens verwenden ihn nur deutsche Unternehmen in signifikantem Umfang. Die bedeutendste Regionen sind in der Swift-Klassifikation nach China selbst Honkong, Singapur und Australien.

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