23.10.2010 · Denkt man den Vorstoß des amerikanischen Finanzministers Geithner zu Ende, geht es darum, Millionen Menschen an die Kandare zu nehmen, um scheinbare globale Ungleichgewichte zu verringern. Das ist bestes planwirtschaftliches Denken, wie es China vorexerziert. Ein Kommentar.
Von Patrick WelterRichtlinien für Lesermeinungen
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@danlaz: Ausgeglichene Leistungsbilanzen = Planwirtschaft?
"Das Resultat:die europäischen Defizitsünder leben sozusagen "kostenlos" den Vorteil einer trotz ihrer grossen Defizite stabilen Währung aus,während die Deutschen um einen Anstieg ihres Lebenstandards mittels Währungsaufwertung "betrogen" werden."
Komischer Vorteil der Defizitländer, der jetzt in Zahlungsunfähigkeit der PIIGS-Länder zu münden droht, nicht? Das nennt man Katzenjammer. Genauso wie in D, dessen Überschüsse sich nun in Rauch auflösen, da diese weder hier im Land konsumiert noch investiert, sondern als Kredit für die o.g. Defizitländer, besonders aber für das große Defizitland in Übersee weitergereicht wurden, die nun in Form von Finanzprodukten ähnlich der Lehman-Zertifikate als finanzieller Sondermüll in Billionenhöhe in den Bilanzen europäischer Kreditinstitute schmoren. Das Schicksal von dauerhaften Leistungsbilanzüberschüssen seit je, ob sie nun so oder durch Währungsabwertung der Defizitländer verdampfen. Wenn man sich über Planwirtschaft mokiert, dann bitte auch über das staatlich induzierte Lohndumping über die massive Ausweitung v. Zeit- und Leiharbeit und Angstsparen a lá Riester.
"Ist das Ziel deutscher Wirtschaftspolitik ein hoher Lebenstandard der Bevölkerung oder Exportüberschüsse ?"
Was wohl?
Wechselkurse sind das Problem!
Die Festlegung von Obergrenzen für Aussenhandelsüberschüsse ist praktisch nicht durchführbar und gibt allenfalls Einsicht in die Abgründe linker Wirtschaftsphilosophie die derzeit im Weissen Haus vorherrscht!
(siehe Paul Krugman mit seinen teilweise hetzerisch anmutenden Ausfällen gegen "Exportsünderländer" in der New York Times!)
Das wahre Problem liegt doch daran dass die Überschüsse der Exporter zurzeit nicht in einer jeweiligen Aufwertung der Währungen der jeweiligen Volkswirtschaften und damit in einem Anstieg der Kaufkraftsparität resultieren.
(Der Yuan ist bekanntlich am Dollar festgesetzt,der Euro besitzt für die deutsche Volkswirtschaft eine ähnliche Funktion da die enormen deutschen Überschüsse durch die Defizite von Staaten wie Spanien, Griechenland ausgeglichen werden was einen "realistischeren",stärkeren Anstieg des Euros gegenüber dem Dollar verhindert...)
Das Resultat:die europäischen Defizitsünder leben sozusagen "kostenlos" den Vorteil einer trotz ihrer grossen Defizite stabilen Währung aus,während die Deutschen um einen Anstieg ihres Lebenstandards mittels Währungsaufwertung "betrogen" werden.
Frage:
Ist das Ziel deutscher Wirtschaftspolitik ein hoher Lebenstandard der Bevölkerung oder Exportüberschüsse ?
Andere Ausgangslage--andere Meinung
Eine einer "Vorkommentatoren" hat schon auf den Keynes Vorschlag 1944 hingewiesen, der aber von den USA nicht angenommen wurde und durch den White Plan der USA in gewohnter Siegermentalität ersetzt wurde- Also keine Clearing Union mit neutraler Weltverrechnungseinheir Bancor und Ausgleich von Überschüssen und Defiziten sondern IWF, Weltbank und USA Währung Dollar als Weltleitwährung.
Heute ist die wirtschaftliche Situation der europäischen nach Kriegsende mit der jetzigen der USA zu vergleichen und die USA versucht wiederum auschließlich ihre nationalen Interssen durchzusetzen wie auch schon vor Jahren durch ihren Finanzminister Conally mit seinem Statement in einer Besprechung mit europäischen Politikern:"Der US Dollar ist zwar unsere Währung, aber Euer Problem"Herr Welter und die FAZ als Gralshüter der Marktwirtschaft ist anscheinend immer noch der Meinung dass es in der Marktwirtschaft nur Gewinner geben kann-- was offensichtlich nicht den Tatsachen entspricht.Im Welthandel- also nicht in einer Warenproduktion- kann das Wirtschaftsziel für die gesamte Weltbevölkerung nur das Ziel haben, alle Nationen am Erfolg teilhaben zu lassen.Politisch lassen sich nur so ernste Konflikte vermeiden.
Kampf der Welten -Kapitalismus gegen Sozialismus
Kapitalismus gegen Sozialismus -so nannte sich über Jahrzehnte das Drehbuch. Erbitterte Kämpfe fochten die Systeme aus, 'Kalte Kriege' wurden geführt und schreckliche Mauern gebaut. Dann schien der Kapitalismus nahezu weltweit oder vielleicht besser in Falle Deutschlands, die 'Soziale Marktwirtshaft' zu Recht die ultimaive Oberhand errungen zu haben.
Und jetzt haben wir Staatswirtschaft an allen Ecken und Enden: Commerzbank, HRE, Abwrackprämie, Fannie Mae & Co., GM, mit Null-Zins gepushte Märkte in allen Bereichen, Börsen, die nicht sauber funktionieren, Angst vor wertlosem, beliebig vervielfältigten Geld, wie dies auch im Sozialismus beliebig gedruckt wurde. Und jetzt Geithners Planwirtschaft, wann werden wieder die Fünfjahrespläne ausgerufen?
Es ist die Ironie der Gechichte, daß keines der beiden Systeme gewonnen zu haben scheint, sie nur ineinander verschmolzen sind -ich gehöre zu denen, die sagen, daß das nicht gefällt.
Deutsche Arbeiter! Kauft mehr deutsche Werkzeugmaschinen!
Die Erhöhung der deutschen Binnennachfrage durch Steuersenkungen soll nach Geithner den deutschen Exportüberschuss reduzieren. Also, deutsche Arbeiter! Dann kauft mal mehr deutsche Investitionsgüter, die international so wettbewerbsfähig sind. So senkt ihr den Exportüberschuss. Bis auf Autos exportiert Deutschland aber kaum Konsumgüter, und fast jedes T-Shirt wird heute importiert. Dass dieser Geithnerische UnSinn nicht auf noch heftigere Reaktionen stößt, ist wohl nur damit zu erklären, dass er nicht ganz ernst zu nehmen ist. Aber diese Anektdote macht eines klar: Diese Hobbyökonomen wie Lafontaine und Genossen haben eben nicht Recht mit ihrer nachfrageorientierten Konjunkturpolitik. Das wettbewerbsfähigere Angebot unserer Industrie hat uns aus dem Konjukturtal herausgezogen. Und genau das ist im übrigen die Schwäche der US-amerikanischen Wirtschaft.
Geithners Teufelszeug ist nichts anderes als Keynes' Vorschlag
Patrick Weltner bezeichnet den Ausgleichmechanismus des wohl wichtigsten Ökonomen Keynes, präsentiert auf Bretton Woods-Konferenz 1944 als Teufelszeug. Der Sinn der Regel besteht darin, ökonomische Anreize auszulösen, damit kein Land langfristig über seine Verhältnisse lebt oder umgekehrt durch andauernde Exportüberschüsse Arbeitsplätze in anderen Staaten vernichtet. Auf der einen Seite werden Länder mit negativer Zahlungsbilanz wie USA oder Griechenland dazu angehalten exzessive Löhne und Defizite zu begrenzen oder Steuern zu erhöhen, aber auch Exportnationen wie Deutschland angehalten, Steuern zu senken oder Löhne zu erhöhen, damit die Binnennachfrage angekurbelt wird.
Wer sich darüber beschwert, dass in Griechenland die Löhne in den letzten 8 Jahre sich verdoppelt haben, muss sich auch darüber beschweren, dass sie in Deutschland nur um 10% gestiegen sind, obwohl die deutsche Produktivität stärker als in GR gewachsen ist. Das ist nicht Kommunismus sondern sind Mechanismen des Marktes, die nicht funktionieren.
Geithner und die Europäische Kommission
Patrick Welter hat Recht. Eine politische Begrenzung von Leistungsbilanzsalden kann es nur geben mit aktiver Wechselkurssteuerung. Darüberhinaus geht es auch nur mit strengen Kapitalverkehrskontrollen, denn in Wahrheit ist ein Leistungsbilanzsaldo dasselbe wie ein Überschuss der gesamtwirtschaftlichen Ersparnisse über die gesamtwirtschaftliche Investition, also ein Abfluss von Ersparnissen ins Ausland. Richtig schlimm wird es aber, wenn man bedenkt, dass die Europäische Kommission mit Unterstützung der Bundesregierung gerade dabei ist, ein Verfahren zur Kontrolle und Steuerung von Leistungsbilanzsalden in der Währungsunion zu implementieren. Das wird, im Klartext, das Ende des Europäischen Binnenmarktes sein.
Na, in der Reality, ist dass unter dem Point noch schlimmer… waste … kommen kann…
Kaum ein Handel bleibt noch in der BRD,... Unsere Mittelabflüsse sind genauso exorbitant, wie unsere Ausswanderungsquote… Wo bleibt das Geld…?
Vermutlich in den USA…
Geithner versucht nur mal wieder den Markt vorweg zu nehmen….
Das, was Derivate leisten können, ist bei den meisten Markteilnehmern doch schon unten durch…
Ich mag gar nicht mehr an offene Imo-Fonds denken, bevor mir schlecht wird…
Nix für ungut….
Gutmensch13
Der baldige Sturz der USA wird ein großer Segen für Deutschland sein…
Es besteht kein Zweifel daran, dass die Dummheit der Amerikaner einmal sprichwörtlich werden wird: Hätten die USA auch nur das geringste Verständnis von der Staatverwaltung, der Wirtschaftslenkung oder gar von der Kriegskunst habt, so hätten sie nach ihrem Sieg im großen Autobahnenkrieg 1945 und dem Zusammenbruch ihres kommunistischen Widersachers 1990 ihre Vorherrschaft in der Welt umfassend befestigt, statt eine Weltordnung zu schaffen, die China gerade dazu drängt in die weltweite Vormachtsstellung hineinzuwachsen; stattdessen haben die USA die wirtschaftlich-industrielle Grundlage ihrer Macht selbst untergraben, um den Händlern astronomische Gewinne bei der Einfuhr billiger Waren aus China zu ermöglichen; während China dafür industrielles Wachstum und technische Neuerungen erhalten hat und nun mit dem wertlosen Papiergeld der USA Einfluß und Rohstoffvorkommen in aller Welt in großem Umfang erwerben kann; so gesehen ist ein möglichst früher Sturz der USA ein Segen, da deren verderbliche Vorherrschaft es China überhaupt erst ermöglicht haben zu solcher Größe empor zu wachsen; dies ist der Sturz der USA allerdings nur, wenn es gelingt in Deutschland wieder ein Regierung einzusetzen, welche dem Wohl des Landes dient...
Wir brauchen mehr Binnenkonsum
Sven Rügers Kommentar ist der einzige, der die Situation objektiv ohne den üblichen Antiamerikanismus beurteilen kann. Eine ausgeglichene Handelsbilanz ist kein "Teufelszeug", sondern vielmehr etwas höchst Erstrebenswertes in jeder Volkswirtschaft. "Exportweltmeister" ist lediglich ein anderes Wort für mangelnden Binnenkonsum -- das galt bisher für Deutschland, genau wie es nunmehr für China in noch höherem Maße gilt.
Das ist noch nicht einmal planwirtschaftliches Denken! Das ist überhaupt kein wirtschaftliches Denken. Das ist einzig und allein die Forderung, dass die gesamte Welt gefälligst den verschwenderischen Lebensstandard der Amerikaner finanzieren soll. Um nichts anderes geht es da doch.
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Die USA haben immer noch nicht begriffen, dass sie endlich die eigene Wirtschaft aufräumen müssen, effizienter gestalten müssen und vor allem SPAREN müssen.
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Handelsungleichgewichte tauchen ja nicht aus heiterem Himmel auf, die haben ja Ursachen. Und die Ursachen liegen in der unterschiedlichen Effizienz der Unternehmen und der Staaten begründet. Genauso gut kann man ein Gesetz erlassen, das dem Wasser verbietet, bergab zu fließen. Naturgesetze kann man nicht umgehen, auch wenn das einem nicht passt.
Was im Moment unter der Führung der Geldelite auf diesem Planeten passiert hat man vor einiger Zeit als Verschwörungstheorie abgetan. Gleichzeitig wurde man als Antis...t beschimpft und in die rechte Ecke gedrängt. Langsam lassen Sie die Maske fallen den Sie sind sich Ihrer Macht absolut sicher. Naja Ovadia Yosef hat ja gesagt wie er den Rest der Welt sieht.
Handelsbilanzüberschuss ist auf Dauer Teufelszeug für Deutschland.
Handelsbilanzüberschüsse bei den einen führen zu Handelsbilanzdefiziten bei den anderen. Letztere können sich diese auf Dauer nicht leisten und werden bei den Exportwirtschaften nicht mehr kaufen (können und wollen).
Auf Überschüsse zwingend angewiesene Staaten wie Deutschland könnten dann ihre exorbitanten Staatskosten dann nicht mehr bezahlen. Sechs Monate ausgeglichene Handelsbilanz D langen um dieses Land in die Knie zu zwingen.
Solange es Territorialstaaten und -Ökonomien gibt braucht es - theoretisch - ausgeglichene Handelsbilanzen.
Die Alternative: Handelsbilanzdefizitländer machen ihre Grenzen dicht um ihre eigene Volkswirtschaft zu schützen kommt zumselben Ergebnis. Oder führt zu Krieg wie die so genannten Opiumkriege im 19. Jahrhundert.
Timothy Geithners Vorschlag ist vernünftig wiewohl er wohl kaum auf Resonanz stoßen wird.
@Neoliberale Ideologen am Werk
"Finanzminister Geithner zieht mit dem Vorschlag eine Parallele zu den Vorgaben für Staatsdefizite, auf die sich die G20 im Sommer geeinigt hatten. Das hört sich unschuldig an, aber es ist Teufelszeug."
An diesem Beitrag sieht man einmal mehr, wessen Geistes Kind die neoliberalen Ideologen sind, die die Wirtschaftspolitik und die ökonomische Debatte darüber seit Jahren im Griff haben. Ausgeglichene Leistungs- und Handelsbilanzen sind kein Teufelszeug und planwirtschaftliches Blendwerk, sondern ein unabdingbare Voraussetzung für das Funktionieren des internationalen Wirtschaftssystems auf lange Zeit. Daß uns die Mißachtung dieses Prinzips gerade eine Finanz- und Wirtschaftskrise vom Ausmaß der Zeit von 1929-33 beschert hat, und daß uns das genaue Gegenteil des hier Geforderten vor dem Abrutschen in eine Depression wie damals bewahrt hat, wird konsequent ausgeblendet.
Geithner und die Handelsbilanzsalden
Was der US Finanzminister Geithner so zum Besten gibt ist unglaublich und zeigt wie hilflos und bar jedes wirtschaftpolitischen Verstandes die US Finanzpolitiker mittlerweile geworden sind. Es wird Zeit dass denen endlich der Marsch geblasen wird-denn diese US Politiker wissen nicht mehr was sie tun sollen um Ihre Wirtschaft wieder auf die Beine zu stellen.
Indem man die Fleißigen bestraft, werden diejenigen, die fröhlich über ihre Verhältnisse leben, nicht erfolgreicher. Auf den unseligen europäischen Transfer (Griechenland & Co.) folgt der globale Transfer. Dann können auch die USA & Co. weiter fröhlich auf anderer Leute Kosten feiern, bis alles zusammenbricht.
sind wohl eine Art Viagra, welches anscheinend zu geistigen Ergüssen erster Klasse verhilft. Weshalb der Rest der (Leser-)Welt diesen ausgesetzt werden muss, bleibt wohl das Geheimnis der FAZ-Redaktion.
Dass jeder eine Meinung hat, heißt noch lange nicht, dass er sie auch zum Besten geben muss. Vor allem, wenn sie mit einem erbärmlichen Parallelismus argumentiert, über den jeder Erstsemester der Wirtschaftswissenschaften lachen würde.
So verfliegt der angängliche Charme des lieben "Barack"
Es zeigt sich immer mehr, dass er weder etwas von Volkswirtschaft noch von Politik etwas versteht. Daher hat er sich mit so tollen "Fachkräften" umgeben.
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