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Hamburger Hafen HHLA strebt im November an die Börse

05.10.2007 ·  Der Unruhe an den Finanzmärkten zum Trotz hält die HHLA an ihren Börsenplänen fest. Der größte Umschlagsbetrieb im Hamburger Hafen soll ab November an der Frankfurter Börse notieren. Allerdings bleibt das Unternehmen auch danach mehrheitlich in Staatsbesitz.

Von Johannes Ritter
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Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) soll „definitiv“ Anfang November an die Börse gehen. Dies kündigte der Vorstandsvorsitzende des Container-Umschlagsbetriebs, Klaus-Dieter Peters, in Hamburg an. In der aktuellen Unruhe und Unsicherheit an den Kapitalmärkten sieht Peters kein Risiko für den Börsengang. Gerade in unsicheren Zeiten suchten die Anleger nach soliden Wachstumswerten mit Substanz. Und für einen solchen hält Peters die HHLA, die jetzt noch vollständig Hamburg gehört. Die Hansestadt will 30 Prozent des Kapitals an der Börse plazieren. Schätzungen, nach denen der Emissionserlös mehr als 800 Millionen Euro betragen könnte, wollte Peters nicht kommentieren. Er bestätigte lediglich, dass im Zuge einer begleitenden Kapitalerhöhung rund 100 Millionen Euro in die Kasse des Unternehmens flössen. Dadurch werde die Eigenkapitalquote auf rund 30 Prozent steigen. Ende 2006 lag diese Kennziffer bei 22 Prozent.

Den Vorwurf, dass die HHLA wohl nur mit einem vergleichsweise kleinen Anteil an dem gesamten Emissionsvolumen partizipiere, wies Peters zurück. Zum einen könne das Unternehmen seine Investitionen zu einem großen Teil aus dem eigenen Mittelzufluss (Cash-flow) finanzieren. Dieser lag 2006 bei fast 200 Millionen Euro. Zum anderen habe sich der Hamburger Senat verpflichtet, die Einnahmen aus dem HHLA-Aktienverkauf ausschließlich für den Ausbau der hafenspezifischen Infrastruktur auszugeben. Davon profitiere auch die HHLA als der mit Abstand größte Umschlagsbetrieb im Hamburger Hafen. „Was nützen uns neue Container-Terminals, wenn die Hafenbahn die vielen Kisten nicht abtransportieren kann?“, fragte Peters.

HHLA will Kapazität verdoppeln

Im ersten Halbjahr 2007 hat die HHLA den seit Jahren strammen Wachstumskurs fortgesetzt: Der Umsatz kletterte um knapp 16 Prozent auf 561 Millionen Euro. Deutlich überproportional hierzu legte der Gewinn vor Steuern zu, nämlich um 75 Prozent auf 123 Millionen Euro. Folglich stieg die Umsatzrendite im Halbjahresvergleich von 15 auf 22 Prozent. Nach Steuern verblieb ein Gewinn von 79 (Vorjahr: 46) Millionen Euro. Laut Peters strebt der Konzern eine Gesamtkapitalverzinsung (Roce) von mehr als 20 Prozent an. Im ersten Halbjahr habe diese Kennziffer bei mehr als 25 Prozent gelegen nach 24,4 Prozent im gesamten vergangenen Jahr. Damit sei man der profitabelste Hafenbetreiber an der sogenannten Nordrange, zu der die Häfen in Antwerpen, Rotterdam, Bremen und Hamburg gehören.

Peters wagte keine konkreten Prognosen für das Gesamtjahr oder die Folgejahre. Er sagte nur, dass sich die positive Entwicklung fortsetzen werde. Um vom Boom des Welthandels weiter zu profitieren, will die HHLA die Umschlagskapazitäten im Heimathafen Hamburg bis 2015 verdoppeln. Auf der Wasserseite halte man im Ostseeraum, am Schwarzen Meer und an der Adria nach Expansionschancen Ausschau. „Dabei halten wir Augenmaß. Wir sind nicht bereit, irrationale Kaufpreise zu bezahlen“, sagte Peters. Er bekräftigte das Interesse an einem Einstieg bei der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG). Noch sei aber unklar, wie die Teilprivatisierung der LHG laufen solle. Ähnlich wie in Hamburg gab es auch in Lübeck Proteste von Gewerkschaftern und Mitarbeitern gegen die Privatisierungspläne. Die HHLA geht nicht ganz an die Börse. Die Anleger beteiligten sich ausschließlich an dem Teilkonzern Hafenlogistik und den dazugehörigen Hafenimmobilien (Umsatzanteil: 97 Prozent). Die Immobilien in der Speicherstadt und der Fischmarkt Hamburg-Altona GmbH bleiben zu 100 Prozent im Besitz der Hansestadt.

Quelle: F.A.Z., 05.10.2007, Nr. 231 / Seite 27
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Jahrgang 1964, Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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