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Halbjahresbilanz Die Bahn verdient mehr Geld

23.08.2007 ·  Trotz der Streiks hat die Deutsche Bahn im ersten Halbjahr deutlich mehr Geld verdient. Die Streiks sorgten zwar für Umsatzausfälle in zweistelliger Millionenhöhe, der Gewinn stieg aber deutlich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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Trotz millionenschwerer Einbußen wegen der jüngsten Streiks hat die Deutsche Bahn im ersten Halbjahr deutlich mehr Geld verdient. Ein Plus bei Passagieren und Gütertransporten sorgte unter dem Strich für einen Gewinn von 868 Millionen Euro, wie die Bahn am Donnerstag in Frankfurt am Main erklärte. Das waren 39 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Streiks sorgten laut Bahnchef Hartmut Mehdorn aber bisher für zweistellige Umsatzeinbußen. „Wir haben alle Geschäftsfelder der Reihe nach saniert“, sagte Mehdorn bei der Vorlage der Zahlen. Auch das Netz fahre nun Gewinne ein. Die Bahn schiebt aber einen Schuldenberg von knapp 19 Milliarden Euro vor sich her.

Die Lokführerstreiks hätten zu Umsatzausfällen in zweistelliger Millionenhöhe gekostet, sagte Mehdorn in Frankfurt. Trotz möglicher weiterer Streiks will der Bahnchef im Tarifkonflikt dennoch hart bleiben. Viele Berufsgruppen trügen rund um die Uhr dazu bei, dass die Bahn zuverlässig funktioniere, sagte er. Die Lokführer und Zugbegleiter, die in der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) organisiert seien, verdienten keine Sonderbehandlung. Die Gewerkschaft fordert einen eigenen Tarifvertrag und knapp ein Drittel mehr Lohn. Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler (beide CDU) vermitteln jetzt in dem festgefahrenen Streit. Zum Stand der Verhandlungen wollte sich Mehdorn nicht äußern.

„Kein konkreter Plan für Fahrpreiserhöhungen“

Mit den anderen beiden Bahngewerkschaften Transnet und GDBA hatte die Bahn einen Tarifvertrag mit einem Lohnplus von 4,5 Prozent ab 2008 geschlossen. „Damit sind wir an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen“, sagte Mehdorn. Der dafür nötige Betrag von 250 Millionen Euro im Jahr lasse sich angesichts steigender Energiekosten auch nicht zusammensparen. Wie die Bahn das Geld aufbringen will, ließ Mehdorn offen. Die Bahnkunden müssten sich jedoch vorerst keine Sorgen machen: „Derzeit gibt es keinen konkreten Plan für Fahrpreiserhöhungen.“

Trotz der Streiks hat die Deutsche Bahn im ersten Halbjahr deutlich mehr Geld verdient. Die Streiks sorgten zwar für Umsatzausfälle in zweistelliger Millionenhöhe, der Gewinn stieg aber deutlich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Bei dem geplanten Börsengang legt die Bahn offenbar wenig Wert auf eine Volksaktie, wie sie derzeit in Teilen der SPD diskutiert wird. Er bevorzuge institutionelle Investoren wie Investment- oder Pensionfonds, sagte Mehdorn. Das habe jedoch der Eigentümer Bund zu entscheiden. Die Bundesregierung hat die Teilprivatisierung der Bahn bereits beschlossen. Nun müssen die Länder noch zustimmen. Unter ihnen regt sich jedoch Widerstand. Sie fürchten, dass nur noch in lukrative Fernstrecken investiert wird und das Regionalnetz vernachlässigt wird. Der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Karl-Heinz Daehre (CDU), forderte daher ein Mitspracherecht der Länder bei den Netzinvestitionen.

Mehdorn: Kein aus der Fläche

Mehdorn wies die Vorwürfe zurück, die Bahn vernachlässige die Regionalstrecken. Der Regional- und Stadtverkehr mache 90 Prozent der täglichen Kunden der Bahn aus. „Jeder Investor müsste doch verrückt sein, hier Hand anzulegen.“ Behauptungen, die Bahn lasse Schienen verrotten, seien reine „Boshaftigkeit“, sagte er. „Bis Juli haben wir knapp 1,7 Milliarden Euro in das bestehende Netz investiert, rund 450 Millionen mehr als im vergangenen Jahr.“ Ungeachtet dessen erneuerte der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) seine Kritik am Zustand vieler Strecken. „Es muss dringend in das Netz investiert werden und zwar nicht nur bei den Leuchtturmprojekten“, sagte VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz.

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