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Gutscheine erst 2011 Mehr Geld für die betriebliche Kinderbetreuung

04.07.2007 ·  Familienministerin von der Leyen will für die betriebliche Kinderbetreuung 50 Millionen Euro bereitstellen. Gutscheine, mit denen Eltern Bildungs- und Betreuungsleistungen einlösen können, sollen erst 2011 eingesetzt werden.

Von Uta Rasche, Berlin
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Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat angekündigt, die betriebliche Kinderbetreuung stärker zu unterstützen. Vom kommenden Jahr an erhalte jedes Unternehmen mit weniger als 1000 Mitarbeitern für jeden neuen Platz für ein Kind unter drei Jahren eine Anschubfinanzierung von 10.000 Euro. Dafür stelle die Bundesregierung 50 Millionen Euro für die Jahre 2008 bis 2010 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds bereit. So könnten 5000 neue Plätze entstehen, sagte die Ministerin. „Die EU unterstützt unsere Ziele. Nun wollen wir der Wirtschaft die Chance geben, in den nächsten zwei Jahren diese Gelegenheit zum Kita-Ausbau zu nutzen, sonst fließt das Geld in andere Länder.“

Gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Ludwig Georg Braun, sprach sich von der Leyen nochmals für die Einführung von Gutscheinen für die Bildung und Betreuung von Kleinkindern zwischen ein und drei Jahren aus. „Sie sind mittelfristig ein sehr interessantes Instrument“, sagte von der Leyen, auch wenn sie vermutlich erst 2011 verwirklicht würden. Gutscheine sicherten den Wettbewerb zwischen Einrichtungen und zwischen Kommunen, gäben Eltern Wahlfreiheit und sorgten für Qualität. Nicht zuletzt ermöglichten sie es dem Bund zu kontrollieren, dass das Geld dort ankomme, wo Betreuungsplätze auch genutzt würden.

Verborgenes Potential

Braun sagte, die Länder sollten sich nicht aus falsch verstandenem Föderalismus gegen das Gutscheinmodell sperren. Aus Sicht der deutschen Wirtschaft befürworte er das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2013 für 35 Prozent der Kleinkinder Betreuungsplätze zu schaffen. Der DIHK geht davon aus, dass in der Kinderbetreuung und in haushaltsnahen Dienstleistungen ein verborgenes Potential von 60.000 Vollzeitarbeitsplätzen steckt. Es müsse allerdings aus der Schwarzarbeit herausgeholt werden.

Braun berichtete, dass Umfang und Intensität der familienfreundlichen Maßnahmen in deutschen Unternehmen zugenommen hätten. Hatten im vergangenen Jahr 3,5 Prozent der Unternehmen einen Betriebskindergarten, waren es 2007 schon 6 Prozent. Die gute Lage am Arbeitsmarkt sorge dafür, dass die Sensibilität für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf wachse. Nach einer Umfrage im Auftrag des Netzwerks „Erfolgsfaktor Familie“ haben im vergangenen Jahr 40 Prozent der deutschen Unternehmen erwartet, in Zukunft Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fach- und Führungskräften zu haben; jetzt befürchten dies zwei Drittel.

415 „lokale Bündnissen für Familie“

„Fachkräfte sind weiblich, Fachkräfte haben Kinder. Die Hälfte der Unternehmen hat jetzt verstanden, was die Stunde geschlagen hat“, sagte von der Leyen dazu. Nach der Umfrage sind 44 Prozent der Verantwortlichen in deutschen Unternehmen überzeugt, dass familienbewusste Personalpolitik positiv auf die Rekrutierung von Personal wirkt.

Im Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“, einer Plattform für den Erfahrungsaustausch und für Informationen über familienfreundliche Maßnahmen, haben sich seit Juli 2006 850 Unternehmen zusammengeschlossen. In den 415 „Lokalen Bündnissen für Familie“, die auf kommunaler Ebene die Bedingungen für Eltern und Kinder verbessern, arbeiten bisher 3500 Unternehmen und 71 von 81 Industrie- und Handelskammern mit.

Quelle: F.A.Z., 05.07.2007, Nr. 153 / Seite 10
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