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Güterverkehr Lokführer-Streiks zwischen Donnerstag und Sonntag möglich

06.11.2007 ·  Am Mittwoch entscheidet der Hauptvorstand der Lokführer-Gewerkschaft GDL über neue Ausstände. „Streiks sind danach jeden Tag möglich. Das kann Donnerstag sein oder Freitag oder Samstag oder Sonntag“, sagte jetzt GDL-Vize Weselsky. Betroffen sein soll wohl nur der Güterverkehr.

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Im monatelangen Tarifkampf bei der Deutschen Bahn ist der Zeitpunkt neuer Streiks nach wie vor offen. „Der Hauptvorstand der Gewerkschaft wird am morgigen Mittwoch über Streiks entscheiden“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, am Dienstag der Nachrichtenagentur DPA. „Streiks sind danach jeden Tag möglich. Das kann Donnerstag sein oder Freitag oder Samstag oder Sonntag.“ Auch über die Dauer des Arbeitskampfes sei noch nicht entschieden.

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet, neue Streiks ab Donnerstag seien so gut wie sicher. „Das kann ich nicht bestätigen“, sagte der GDL-Vize. Streiks hingen auch davon ab, ob die Bahn ein neues Tarifangebot vorlege. Durch das Urteil des Landesarbeitsgerichts Chemnitz habe die Gewerkschaft Rückenwind bekommen.

„Riesen-Sieg gegen die Bahn“ vor Gericht

Über die mögliche Dauer eines Arbeitskampfes gingen die Meinungen laut „Bild“-Bericht noch auseinander. Wie das Blatt schreibt, gilt ein mehrtägiger Ausstand als wahrscheinlich. Einzelne Hauptvorstandsmitglieder hielten sogar einen unbefristeten Streik für denkbar, um den Druck auf die Deutsche Bahn zu erhöhen. Im GDL-Hauptvorstand sind neben dem geschäftsführenden Vorstand auch die Bezirksvorsitzenden und deren Stellvertreter vertreten.

„Die Stimmung ist hervorragend und wir haben vor Gericht einen Riesen-Sieg gegen die Bahn davongetragen“, sagte Weselsky. „Jetzt können wir uns frei bewegen und haben die Gerichtsurteile vom Hals.“

Gewerkschaft will nur kurzfristig vorwarnen

In dem Tarifstreit hatte das sächsische Landesarbeitsgericht in Chemnitz am Freitag ein Streikverbot der Vorinstanz für den Güter- und Fernverkehr aufgehoben. Die GDL hatte später angekündigt, dass neue Streiks sich zunächst gegen den Güterverkehr richten würden. Die Gewerkschaft werde dann nur kurzfristig vorwarnen. Einen Vorlauf wie bei den Streiks im Regionalverkehr, als die GDL spätestens am Vorabend eine Streikwarnung ausgab, werde es wohl eher nicht geben.

Die GDL fordert von der Bahn einen eigenständigen Tarifvertrag über Einkommen und Arbeitszeiten. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl warnte am Montag vor einem lang anhaltenden Streik im Güterverkehr, der Bahn und Wirtschaft nach Expertenschätzungen täglich bis zu 50 Millionen Euro kosten könnte.

Experte: Eigenständiger Tarifvertrag kaum vermeidbar

Aus Sicht des Tübinger Arbeitsrechtlers Hermann Reichold kommt die Bahn inzwischen kaum mehr an einem eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer vorbei. „Ich denke, das ist eine Forderung, deren Erfüllung das gestärkte Selbstvertrauen der GDL jetzt verlangt“, sagte er der Nachrichtenagentur DPA.

Wenn die Bahn sich nicht auf die GDL zubewege, müssten Bahnkunden noch mehrere Wochen mit Streiks rechnen. „Ich glaube, eine Lösung des Tarifkonflikts wird es spätestens kurz vor Weihnachten geben, denn dann würden sonst Streiks im Weihnachtsverkehr drohen.“

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Von Werner Mussler, Brüssel

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