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Großbritannien Atomkraft: Ja, bitte!

 ·  Noch gibt es keine Diskussionen über Atomkraft in Großbritannien. Vergangenes Jahr wurde der Bau von acht neuen Kraftwerken beschlossen. Auch jetzt will die Regierung die Pläne zwar prüfen, aber nicht davon abrücken.

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Während nach der Atomkatastrophe von Fukushima in vielen Ländern die Debatte über die Zukunft der Kernkraft neu entbrannt ist, kann davon in Großbritannien keine Rede sein. Obwohl die Regierung in London eines der ehrgeizigsten Atomprogramme in Europa angekündigt hat – mögliche Konsequenzen des Kernkraftdramas am anderen Ende der Welt für die eigene Energiepolitik diskutieren die Briten bisher fast gar nicht. Weder Regierungsmitglieder noch führende Oppositionspolitiker haben seit dem Wochenende einen Ausstieg aus der Atomenergie gefordert. Auch in Zeitungen und im Fernsehen wurde eine mögliche britische Atomwende in den Tagen nach der Katastrophe praktisch nicht thematisiert.

Energieminister Chris Huhne versucht stattdessen zu beruhigen: Das Unglück in Japan werde zwar „extrem ernst“ genommen, aber es gebe keinen Grund, ein ähnlich starkes Erdbeben in Großbritannien zu befürchten. Der Minister gab einen Untersuchungsbericht in Auftrag, der mögliche Konsequenzen für bestehende und zukünftige Reaktoren aufzeigen soll. Geplant sind in Großbritannien viele neue Atomkraftwerke. Die beiden großen Parteien im Land stimmen bislang darin überein, dass die Atomkraft neben der Windenergie eine Schlüsselrolle im Klimaschutz spielen soll.

Atomkraft soll Versorgungslücken schließen

Im vergangenen Oktober hat die Regierung eine Liste mit acht Standorten für neue Kernkraftwerke veröffentlicht, die meisten davon in der Nähe bestehender Atomanlagen. Das erste soll im Jahr 2018 eröffnet werden. Auch Eon und RWE mischen mit: Gemeinsam wollen die beiden deutschen Energieriesen in Großbritannien mehrere neue Atomkraftwerke bauen. Bisher ist die Kernkraft auf der Insel nach Erdgas und Kohle die drittwichtigste Quelle für die Stromerzeugung. Sie steuert 18 Prozent des Stroms bei und damit etwas weniger als in Deutschland.

Neue Meiler sollen helfen, die drohenden Versorgungslücken im Energiesektor zu schließen, denn viele alte Kern- und Kohlekraftwerke stehen vor der Schließung. Schon vor drei Jahren rief der damalige Premierminister Gordon Brown eine „Renaissance der Atomkraft“ aus – und das ist bis heute eine Leitlinie der britischen Energiepolitik.

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Von Hendrik Kafsack, Brüssel

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