26.07.2011 · Das Jahr 2010 war kein gutes Jahr für den Klimaschutz. Der Trend zur Erwärmung setzt sich weltweit fort - auch weil die Industrieländer erfolgreich die Luftverschmutzung bekämpfen.
Von Andreas MihmDer Deutsche Wetterdienst (DWD) sieht die Chancen schwinden, den Anstieg der Erdtemperatur um das international akzeptierte Maximum von zwei Grad zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Die geringen Erfolge bei der Eindämmung der Emissionen von klimaschädlichen Treibhausgasen zwängen dazu, „schon heute über Anpassungsmaßnahmen an ein Temperaturplus von 3 Grad oder mehr nachzudenken“, sagte DWD-Präsident Gerhard Adrian am Dienstag. Die Folge könnten vermehrt auftretende Stürme und starke Regenfälle sein, auf die Staat und Hausbesitzer nur unzureichend vorbereitet seien.
Trotz aller Schwankungen seien steigende Durchschnittstemperaturen nachweisbar. Zwar sei es in Deutschland 2010 um 0,4 Grad kälter als im langjährigen Mittel gewesen, doch sei das Weltklima davon kaum beeinflusst worden, sagte der Chef der DWD-Klimaanalyse, Gerhard Müller-Westermeier. Weltweit sei 2010 eines der drei wärmsten seit Mitte der vergangenen Jahrhunderts gewesen. Er fügte hinzu: „Die ersten 6 Monate 2011 zeigen, dass der Erwärmungstrend in Deutschland wie auch weltweit ungebrochen ist.“ Keine Frage ist für ihn, dass dieser Wandel menschengemacht ist. Annähernd 31 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2) habe die Menschheit 2010 in die Atmosphäre gepustet, sagte DWD-Chef Adrian. „Das Jahr 2010 war kein gutes Jahr für den Klimaschutz.“ In diesem Jahr werde es kaum besser: Die Emissionen würden eher steigen, ein internationales Abkommen zur Reduzierung sei nicht in Sicht. Dennoch gebe es positive Zeichen. Adrian nannte den Ausbau regenerativer Energien und den Umbau der Energiewirtschaft.
Allerdings steige die Temperatur auch, weil man in den Industrieländern erfolgreich gegen die Luftverschmutzung durch Industrie, Verkehr und Hausbrand vorgegangen sei. Deshalb nehme die Intensität der Sonneneinstrahlung zu. Das beschleunige einerseits den Temperaturanstieg, mache andererseits die Nutzung von Photovoltaikanlagen lohnender. Allerdings bleibe Deutschland bei der Nutzung der Sonnenenergie aus geografischen Gründen allenfalls ein Platz im Mittelfeld. Besser sehe es da aus mit der Nutzung des Winds. Ungenutzte Potentiale gebe es noch auf See, in Norddeutschland wo Windräder durch neue und höhere ersetzt werden müssten, wie auch in Bayern und Baden-Württemberg, sagte Adrian.
Klimasimulationen zeigten für Deutschland eine weitere Erwärmung um zwei bis vier Grad bis zum Jahr 2100. Das bedeute trockenere Sommer, nassere Winter und mehr extreme Wetterereignisse. Es sei offensichtlich, dass Gebäude durch Lufttemperatur, Niederschlag, Luftfeuchte, Sonneneinstrahlung und Windgeschwindigkeit wesentlich beeinflusst würden, sagte DWD-Vizepräsident Paul Becker. Die Anpassung an den Klimawandel biete deshalb auch der Bauwirtschaft Chancen. Die Bautätigkeit selbst werde ebenfalls durch das Wetter beeinflusst. Beton, Mörtel oder Anstriche könnten nur in bestimmten Temperaturbereichen verarbeitet werden. Der Temperaturanstieg dürfte eine weitere positive Wirkung auf die Branche haben: So könnte die Zahl der „Schlechtwettertage“, an denen nicht gebaut werden kann, die Bauarbeiter aber bezahlt werden, von heute 20 in einigen Regionen auf die Hälfte schrumpfen.
Mit Datenmaterial und Zahlen nachweisen haben es die Oberlehrer in diesem Forum
Reinhard Wolf (Pumuckel42)
- 30.07.2011, 00:48 Uhr
Wes Brot ich eß, des Lied ich sing
Wolf Doleys (Karneades)
- 29.07.2011, 19:33 Uhr
@Stephan Hoppe vs @Karin Jürgens
Helga Zießler (Steuernagel34)
- 28.07.2011, 16:25 Uhr
Und mit dem heutigen Artikel in der FAZ zum Thema Windkraftbranche
Stephan Hoppe (shoppe57)
- 28.07.2011, 15:48 Uhr
@ Herr Hoppe
Karin Jürgens (Bashi49)
- 28.07.2011, 13:29 Uhr
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