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Gewerkschaften Metaller ziehen Tarifrunde wahrscheinlich vor

04.02.2010 ·  In der Metall- und Elektroindustrie wird eine vorgezogene Tarifrunde wahrscheinlicher. Der einflussreiche Bezirk Baden-Württemberg der IG Metall will dem Vorstand der Gewerkschaft vorschlagen, schon jetzt mit den Arbeitgebern über einen Tarifvertrag zur Rettung möglichst vieler Arbeitsplätze zu verhandeln.

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In der Metall- und Elektroindustrie wird eine vorgezogene Tarifrunde wegen der Wirtschaftskrise immer wahrscheinlicher. Der einflussreiche Bezirk Baden-Württemberg der Industriegewerkschaft Metall will dem Vorstand der Gewerkschaft vorschlagen, schon jetzt mit den Arbeitgebern über einen Tarifvertrag zur Rettung möglichst vieler Arbeitsplätze zu verhandeln - und nicht erst im Frühling, wenn die Tarifverträge auslaufen. Auch im IG-Metall-Bezirk Nordrhein-Westfalen hat die Tarifkommission sich für vorzeitige Verhandlungen über ein sogenanntes Jobpaket ausgesprochen.

Schon seit Dezember haben Arbeitgeber und Gewerkschaft in den verschiedenen Regionen darüber verhandelt, dieses Jahr die beiden Themen Entgeltsteigerung und Beschäftigungssicherung in einem Rutsch zu verhandeln - ohne die sonst üblichen Rituale und vor der eigentlichen Zeit. Am Donnerstag sagte der Leiter der IG Metall Baden-Württemberg: „Der Gesprächsstand reicht aus, um zügig in vorgezogene Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern zu gehen. Ich bin überzeugt, das muss jetzt passieren, sonst wächst die Gefahr von Entlassungen im großen Stil. Das müssen wir mit allen Mitteln verhindern.“

Keine klassische Lohnforderung

Eine klassische Forderung, dass die Löhne um eine bestimmte Prozentzahl steigen sollen, wird die IG Metall Baden-Württemberg nicht aufstellen. Eine „Entgeltentwicklung“, soll es trotzdem geben. Möglich scheint zum Beispiel eine Einmalzahlung. Statt übers Geld will die Gewerkschaft vor allem durchsetzen, dass die Unternehmen noch bis Mitte 2012 auf die gesetzliche Kurzarbeit setzen. Sie wollten sich in dieser Sache auch bei der Regierung dafür einsetzen, dass die Kurzarbeitsregeln bis dahin bestehen bleiben, sagte Hoffmann.

Erst wenn die gesetzliche Kurzarbeit ausgeschöpft ist, soll die tarifliche Kurzarbeit angewendet werden, nach der die Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden gekürzt werden kann; auch das Gehalt sinkt in diesem Fall entsprechend. Über eine noch stärkere Arbeitszeitverkürzung soll auch verhandelt werden, allerdings verlangt die Gewerkschaft dann einen teilweisen Lohnausgleich - den der Staat durch eine Befreiung von den Sozialabgaben mitfinanzieren soll. Am Dienstag wird der Vorstand der IG Metall in Frankfurt entscheiden, wie es weitergehen soll.

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