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Gesundheitsreform Statistik zu Arztbesuchen bestärkt Regierung

23.04.2004 ·  Die Bundesregierung sieht in der sinkenden Zahl der Arztbesuche einen Beleg für die Wirksamkeit ihrer Reformpolitik, geht aber nicht davon aus, daß die Arztbesuche dauerhaft um 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau bleiben werden.

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Die Bundesregierung sieht in der sinkenden Zahl der Arztbesuche einen Beleg für die Wirksamkeit ihrer Reformpolitik, geht aber nicht davon aus, daß die Arztbesuche dauerhaft um 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau bleiben werden. Die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vorgelegten Zahlen für das erste Quartal seien ein Beleg dafür, daß "mit der Gesundheitsreform einiges in Bewegung gebracht worden ist", sagte der Sprecher von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, Klaus Vater. Dagegen erklärte der Vorsitzende der KBV, Manfred Richter-Reichhelm, wegen der Vorzieheffekte seien die Daten mit Vorsicht zu genießen: "Das erste Quartal war untypisch und läßt keine Aussagen über das Funktionieren der Gesundheitsreform zu." Derweil berichteten die Kassenzahnärzte von zehn bis 15 Prozent weniger Patientenbesuchen als Anfang 2003.

Ein Ziel der Reform mit Einführung der Praxisgebühr von 10 Euro sei es schließlich gewesen, daß die Versicherten nicht mit "jedem Zipperlein" zum Arzt gingen, sagte der Ministeriumssprecher. Andererseits erwarte Schmidt, daß "Leute, die wirklich krank sind, weiter zum Arzt gehen". Problematisch sei dagegen möglicherweise die ebenfalls rückläufige Zahl der Besuche von Kinderärzten. Nach Angaben der KBV verzeichneten Kinderärzte je nach Region bis zu 7 Prozent weniger Besuche. Schmidt sieht hier noch Informationsdefizite, denn bei Patienten unter 18 Jahren wird die Praxisgebühr nicht fällig.

Man könne vom ersten Quartal nicht auf das ganze Jahr schließen, sagte Vater. Doch zeigten diese Daten wie die sinkenden Arzneimittelausgaben der Kassen, daß die Reform wirke. Richter-Reichhelm warnte davor, rückläufige Patientenzahlen mit entsprechend weniger Leistung der Ärzte gleichzusetzen. Für solche Analysen benötige man mehrere Quartale.

Bei den jetzt vorgelegten Zahlen scheinen die Verlierer mit Rückgängen um 20 Prozent die Hautärzte zu sein. Im Kassenbezirk Nordrhein sei das Minus der Behandlungsfälle in Facharztpraxen mit elf Prozent höher ausgefallen als in den Hausarztpraxen mit acht Prozent. Hier hätten Orthopäden und Gynäkologen ein Minus von mehr als zwölf Prozent registriert.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.04.2004, Nr. 96 / Seite 12
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