21.08.2006 · Der schwedische Gesundheitskonzern Capio kauft den privaten Krankenhausbetreiber Deutsche Klinik. Capio wird einen „schnellen Ausbau der deutschen Aktivitäten“ betreiben, wie Konzernchef Ulf Mattsson sagt.
Der schwedische Gesundheitskonzern Capio steigt mit der Übernahme des privaten Krankenhausbetreibers Deutsche Klinik für 34 Millionen Euro in den deutschen Markt ein. Dem Kauf der Deutsche Klinik muß noch das Bundeskartellamt zustimmen. Eine Entscheidung erwartet Capio innerhalb der nächsten zwei Wochen.
„Dies ist ein Meilenstein in unserer Unternehmensstrategie. Mit der Deutsche Klinik als Plattform wird Capio einen schnellen Ausbau der deutschen Aktivitäten betreiben“, erklärte Capio-Chef Ulf Mattsson. Die Schweden wollten eine aktive Rolle spielen, zumal sich die Privatisierungswelle bei den Kliniken in Deutschland beschleunige. Das Unternehmen soll künftig „Capio - Deutsche Klinik GmbH“ heißen.
Skandinavier erobern Festland
Die Deutsche Klinik mit Sitz im bayerischen Bad Brückenau zählt zu den zehn größten privanten Krankenhausbetreibern in Deutschland. Das Unternehmen betreibt fünf Krankenhäuser in eigener Trägerschaft sowie sieben weitere Einrichtungen unter Managementvertrag. Die 1979 gegründete Gesellschaft war zunächst in der Krankenhausberatung tätig und beschäftigt heute rund 750 Mitarbeiter. 2005 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von gut 44 Millionen Euro und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 1,5 Millionen Euro.
Die schwedische Capio hat sich auf Patientenversorgung und Diagnosedienstleistungen spezialisiert. Der Konzern ist neben Skandinavien auch in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Portugal tätig und erzielte mit rund 14.500 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro.
Private Unternehmen profitieren von Finanzlöchern
Private Klinikbetreiber haben sich auf den Erwerb und die Sanierung öffentlicher Krankenhäuser spezialisiert und profitieren vom zunehmenden Trend zu Privatisierungen aufgrund der prekären Finanzlage der öffentlichen Hand. Ihr Marktanteil in Deutschland liegt inzwischen bei zwölf Prozent.
Die Deutsche Klinik nimmt nach eigenen Angaben Platz acht unter den privaten Klinikbetreibern in Deutschland ein. Die drei größten sind die Asklepios-Kliniken, die börsennotierte Rhön-Klinikum AG, die zu Jahresbeginn mit der Übernahme des fusionierten Uni-Klinikums Gießen und Marburg für ein Novum gesorgt hatte, sowie die zu Fresenius gehörenden Helios Kliniken.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.417,70 | −1,30% |
| EUR/USD | 1,2401 | −0,70% |
| Rohöl Brent Crude | 103,51 $ | −3,13% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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