Home
http://www.faz.net/-gqg-t3h7
Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Gesundheit Bisher keine Kostensenkung durch Praxisgebühr

 ·  Die Einführung der Praxisgebühr hat einer Studie zufolge nicht zu einer Kostendämpfung im Gesundheitswesen beigetragen. Die Versicherten gingen offenbar nicht seltener zum Arzt als zuvor.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (6)

Die Einführung der Praxisgebühr hat nach einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) nicht zu einer Kostendämpfung im Gesundheitswesen beigetragen. Die Versicherten gingen offenbar nicht seltener zum Arzt als zuvor. Die Praxisgebühr führe lediglich zu einer zeitlichen Verlagerung der Arztbesuche, stellten die Forscher am Mittwoch in Essen fest.

Einsparungen wären dagegen von einer Gebühr bei jedem Arztbesuch zu erwarten, die dann jedoch geringer ausfallen müsse, schlugen die Forscher vor. Gesetzlich Versicherte müssen seit 2004 für den jeweils ersten Arztbesuch im Quartal eine Gebühr von zehn Euro bezahlen.

In der RWI-Studie wurden Daten aus den Jahren 2003 und 2005 verglichen - also vor und nach der Einführung der Gebühr. Dabei sollten die Befragten jeweils angeben, wie häufig sie in den vergangenen drei Monaten einen Arzt aufgesucht hatten.

Gesetzlich Versicherte wollen Praxisgebühr offenbar ausschöpfen

Für die Untersuchung hatten die Forscher Ergebnisse einer Stichprobe von 20.000 Befragten ausgewertet. Einbezogen wurden dabei Daten von gesetzlich und privat Versicherten. Dabei habe sich gezeigt, daß gesetzlich Versicherte auch nach Einführung der Praxisgebühr deutlich häufiger zum Arzt gingen als die privat Versicherten aus der Kontrollgruppe, die keine Gebühr bezahlen, so die Forscher.

Dabei sei zu vermuten, daß die gesetzlich Versicherten versuchten, möglichst viele Arztbesuche auf möglichst wenige Quartale zu konzentrieren, um die Praxisgebühr voll auszunutzen.

Nach den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts, die an diesem Mittwoch vorgestellt wurden, lagen die Gesundheitskosten 2004 in Deutschland bei 234 Milliarden Euro, das sind 0,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Summe in der Größenordnung eines gesamten Bundeshaushalts entspricht 10,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit liegt
Deutschland im internationalen Vergleich an dritter Stelle nach den Vereinigten Staaten (15,3 Prozent) und der Schweiz (11,6 Prozent).

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP, dpa, Reuters
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Der Staat schafft keine Suchmaschine

Von Carsten Knop

Soll eine deutsche Suchmaschine mit Hilfe von Subventionen entstehen? So würde nur Geld verschwendet. Der Machtkampf am Markt wird es regeln. Und Deutschland darf die Innovation nicht mehr als Bedrohung empfinden. Mehr 13 10


Wichtigste Werte
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --