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Gesamtmetall Arbeitgeber wollen Bonus für Neueinstellungen

22.02.2006 ·  Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser wünscht sich Belohnungen für Unternehmer, die neue Stellen schaffen. Diesen solle „beim Entgelt und in der Arbeitszeit Spielraum gewährt werden“. In den Tarifverhandlungen gibt es indes keine Bewegung.

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Die Metallarbeitgeber wollen den Aufbau neuer Arbeitsplätze tarifvertraglich fördern und dadurch die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen stimulieren. „Wir schlagen vor, daß Betrieben, die zusätzliche Mitarbeiter einstellen, beim Entgelt und in der Arbeitszeit mehr Spielraum gewährt wird“, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, am Dienstag in Berlin, ohne seine Vorstellungen weiter zu konkretisieren.

Es gehe ihm nicht darum, durch tarifliche Vergünstigungen im Tagesgeschäft neue Aufträge hereinzuholen, sondern um Erleichterungen bei strukturellen Entscheidungen, etwa über den Aufbau neuer Produkte oder Messebeteiligungen, stellte er klar. Abgesenkte Einstiegstarife seien denkbar, man könne sich aber auch andere Konzepte vorstellen. Auch könnten die Erleichterungen auf einen bestimmten Prozentsatz der Belegschaft oder einen bestimmten Zeitraum begrenzt werden.

„Bewegung hat es nirgends gegeben“

Außerdem sprach sich Kannegiesser dafür aus, eine betriebliche Komponente in den Flächentarifvertrag einzubringen - indem entweder Einmalzahlungen oder (wie von der IG Metall angeboten) das Weihnachtsgeld nach der konjunkturellen Lage des Betriebs differenziert würden. Um die Auslagerung von Dienstleistungen zu verhindern, will Gesamtmetall zudem für Randbereiche wie Reinigungen oder Kantinen einen neuen, kostengünstigeren Tarifvertrag vereinbaren und dessen Anwendung den Betrieben überlassen.

Vor Beginn der zweiten Verhandlungsrunde Anfang März zog Kannegiesser ein ernüchterndes Fazit der Gespräche. „Erste Bewegung hat es nirgends gegeben. In der Beurteilung der Situation der Branche liegen wir sehr weit auseinander.“ Während die Arbeitgeber einen kostenneutralen Tarifabschluß in Höhe der Produktivitätssteigerung verlangen, um Beschäftigung in Deutschland zu erhalten, und darauf verweisen, daß es in ihrer Branche in den vergangenen Jahren keine Reallohnverluste gegeben habe, fordert die IG Metall Einkommenserhöhungen um fünf Prozent, um die Binnenkaufkraft zu stärken, sowie den Abschluß eines Qualifizierungs- und Innovationstarifvertrags. Martin Kannegiesser hält einen solchen Tarifvertrag zur Qualifizierung für „wenig plausibel“.

Rürup unterstützt Arbeitgeber

Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführerin Heike Maria Kunstmann nannte am Mittwoch die Bestrebungen der IG Metall, „Innovation zu tarifieren, völlig abwegig“. Zugleich stellte sie klar, daß die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde „kein Angebot machen“ werden. Zuvor wolle Gesamtmetall seine Vorstellungen präsentieren, wie man einen Beschäftigungsaufbau in Deutschland belohnen könne.

Unterstützung erhielten die Arbeitgeber vom Vorsitzenden des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Bert Rürup. Dieser bezifferte den „beschäftigungsfreundlichen Verteilungsspielraum“ auf etwa zwei Prozent. „Dies schließt selbstverständlich nicht aus, daß in einzelnen Branchen höhere Abschlüsse vertretbar sind und in Branchen und Unternehmen, denen es gutgeht, die Arbeitnehmer situativ am ökonomischen Erfolg beteiligt werden können“, sagte Rürup am Mittwoch auf einer Veranstaltung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Berlin. Das Kaufkraftargument der IG Metall wies er zurück. „Das ist definitiv falsch.“ Allerdings brauche eine moderate Lohnpolitik auch „nicht zwingend“ die Investitionstätigkeit und damit die Beschäftigung zu stimulieren; dazu müsse sie vielmehr „von anderen Politikbereichen in angemessener Form flankiert, zumindest nicht konterkariert werden“.

Quelle: nf. , F.A.Z., 23.02.2006, Nr. 46 / Seite 9
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