Home
http://www.faz.net/-gqg-toef
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Geldpolitik Trichet deutet weitere Zinserhöhung an

05.10.2006 ·  Der Präsident der Europäischen Zentralbank hat nach der jüngsten Zinserhöhung einen weiteren Zinsschritt angekündigt. Zuvor hatte die EZB den Leitzins von 3,0 auf 3,25 Prozent angehoben.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (0)

Der Zinserhöhungskurs der Europäischen Zentralbank (EZB) geht nach Andeutungen ihres Präsidenten
Jean-Claude Trichet auch nach dem jüngsten Zinsschritt weiter. Der Leitzins sei wegen der Risiken für die Preisstabilität auf 3,25 Prozent angehoben worden, sagte Trichet am Donnerstag nach der EZB-Ratssitzung in Paris. Auch nach der fünften Erhöhung seit Ende vorigen Jahres ist der Schlüsselsatz für die Bankenrefinanzierung Trichet zufolge noch niedrig und fördert die Konjunktur.

Wenn sich das Basisszenario der EZB für Wachstum und Preisentwicklung wie bisher bestätige, müsse die geldpolitische Unterstützung der Konjunktur weiter zurückgeführt werden. Der EZB-Rat werde alle Entwicklungen weiter „sehr genau beobachten“, um die Preisstabilität zu gewährleisten, sagte der Zentralbankchef.

Trichet deutet weiteren Zinsschritt an

Trichet bediente sich damit der Formulierungen, die nach Einschätzung von Analysten auf einen weiteren Zinsschritt im Dezember schließen lassen. Bei den vergangenen Erhöhungen hatte der EZB-Rat immer zwei Monate im Voraus von „sehr genauem“ Beobachten der Preisentwicklung gesprochen. Einen Monat vor dem Zinsschritt wurde dieser mit dem Bekenntnis zu „großer Wachsamkeit“ über die Preisstabilität angekündigt.

Die EZB hatte den wichtigsten Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld erwartungsgemäß um 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent angehoben. Die Finanzmärkte zeigten sich wenig überrascht von der Entscheidung.

Volkswirte rechnen mit weiterem Zinsschritt

Die EZB hat die Zinsen seit dem vergangenen Dezember bisher vier Mal um jeweils 0,25 Prozentpunkte erhöht und dabei zuletzt das Tempo gesteigert. Volkswirte rechnen mindestens noch mit einer weiteren Anhebung auf 3,5 Prozent im Dezember. Dafür sprechen das anhaltende Wirtschaftswachstum und die mittelfristigen Prognosen für eine Inflation von deutlich über 2,0 Prozent im Euroraum.

Im September war die Teuerungsrate wegen der sinkenden Ölpreise jedoch spürbar zurückgegangen. Trichet wird die Gründe für die Zinsentscheidung auf einer Pressekonferenz am Nachmittag in Paris erläutern.

Darlehen werden teurer

Höhere Zinsen können die Konjunkturentwicklung bremsen, weil sie die Kreditaufnahme und damit Investitionen für Unternehmen verteuern. Für Verbraucher machen sie Darlehen teurer; Spareinlagen bringen dafür aber mehr Zinsen - wenn auch meist mit Verzögerung.

Mit 3,25 Prozent liegt die EZB noch immer weit hinter der amerikanischen Notenbank Fed. Sie hat ihren Leitzins seit Juni 2004 17 Mal auf inzwischen 5,25 Prozent erhöht. Im August und September hatte die Fed allerdings auf weitere Erhöhungen vor dem Hintergrund einer steigende Arbeitslosenquote in den USA verzichtet.

Quelle: FAZ.NET mit Material von DPA und AFP
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Facebook vergrätzt seine besten Freunde

Von Patrick Bernau

Es mag rechtlich in Ordnung gewesen sein, wie sich Facebook beim Börsengang verhalten hat. Der Ruf der Firma hat allerdings enorm gelitten. Es ist das Bild eines gierigen Konzerns entstanden, der nicht nur seine Nutzer ausquetschen will, sondern auch die Aktionäre. Mehr 10 11

24.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.315,89 +0,48%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.379,22 +0,19%
Dow Jones 12.529,80 +0,27%
EUR/USD 1,2547 +0,11%
Rohöl Brent Crude 106,92 $ +0,16%
Gold 1.568,50 $ +1,26%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.