03.06.2009 · In ungewohnt offener Form treten die Differenzen zwischen Amerika und Deutschland beim Vorgehen gegen die Finanzkrise zutage. Angela Merkel hatte die Notenbanker zu mehr Unabhängigkeit angemahnt. Nun hält Fed-Chef Bernanke der Kanzlerin indirekt vor, das Ausmaß der gegenwärtigen Krise zu verkennen.
Die Differenzen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland beim Vorgehen gegen die Finanzkrise sind am Mittwoch in ungewohnt offener Form zutage getreten. Der amerikanische Zentralbankchef Ben Bernanke verwahrte sich in einer Anhörung vor dem Kongress in Washington gegen die Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an den geldpolitischen Maßnahmen seines Instituts. Er stimme „mit allem Respekt nicht mit ihrer Sichtweise überein“, sagte Bernanke über Merkels Äußerungen.
Die Bundeskanzlerin hatte am Vortag in einer Rede in Berlin Kritik an der von der Fed beschlossenen Lockerung der Geldpolitik und an den massiven Ankäufen von Staatsanleihen geübt (siehe Merkel ruft Notenbanken zur Ordnung). Die Kanzlerin hatte dabei die Rückkehr zu einer „unabhängigen Notenbankpolitik“ und einer „Politik der Vernunft“ angemahnt. Ausdrücklich hatte sie die amerikanische Notenbank Fed genannt, deren erweiterte Vollmachten sie „mit großer Skepsis“ betrachte.
Bernanke hielt der Kanzlerin indirekt vor, das Ausmaß der gegenwärtigen Krise zu verkennen. „Die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten ebenso wie jene in Deutschland steht einer außergewöhnlichen Kombination aus einer Finanzkrise und einem tiefen Einbruch wirtschaftlicher Aktivitäten gegenüber“, sagte Bernanke vor dem Haushaltsausschuss des amerikanuischen Kongresses. „In diesem Kontext glaube ich, dass entschlossene Maßnahmen in der Haushalts- und Geldpolitik gerechtfertigt sind, um eine weitere Vertiefung der Krise zu vermeiden.“
Öffentliche Kritik von Regierungschefs an den Notenbanken befreundeter Staaten gilt als ungewöhnlich, eine öffentliche Erwiderung darauf ebenfalls.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |