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Geldpolitik EZB senkt Leitzins auf 3,25 Prozent

06.11.2008 ·  Die EZB stemmt sich gegen eine Rezession und senkt den Leitzins für den Euro-Raum um 0,5 Prozentpunkte. „Wir schließen nicht aus, die Zinsen weiter zu senken“, kündigte EZB-Präsident Trichet im Anschluss an. Noch drastischer fiel am Donnerstag die Entscheidung in England aus.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) stemmt sich mit voller Kraft gegen eine Rezession und die Folgen der Finanzkrise. Wie die Währungshüter in Frankfurt am Donnerstag mitteilten, sinkt der Leitzins für den Euro-Raum um 0,5 Prozentpunkte von 3,75 auf 3,25 Prozent. „Wir schließen nicht aus, die Zinsen weiter zu senken“, kündigte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag in Frankfurt an. „Wir legen uns aber nicht im Vorhinein fest.“

Vor der EZB hatte am Donnerstag bereits die Bank von England ihren Leitzins um 1,5 Prozentpunkte von 4,5 auf drei Prozent gekappt - mit einem so massiven Schritt hatte so gut wie niemand gerechnet (siehe dazu auch: Britische Notenbank senkt Leitzins drastisch ).

Auch die Schweizer Nationalbank senkte den Leitzins für die eidgenössiche Kreditwirtschaft um 0,5 Prozentpunkte auf zwei Prozent. Die drei wichtigsten Zentralbanken Europas folgten damit der Federal Reserve in den Vereinigten Staaten und den wichtigsten Notenbanken Asiens, die ihre Geldpolitik zuletzt ebenfalls kräftig gelockert hatten.

Trichet sagte während der Pressekonferenz im Anschluss an die Zinsentscheidung, die gesamte Weltwirtschaft spüre die Auswirkungen der Finanzkrise. Die Unsicherheit aufgrund der Finanzmarktturbulenzen sei weiterhin sehr hoch. „Die Verschärfung und Ausweitung der Finanzmarktkrise wird höchstwahrscheinlich die Nachfrage weltweit und im Euro-Raum für eine lange Zeit dämpfen.“ Die EZB werde die Entwicklungen sehr genau verfolgen. Der Ausblick für die Inflation habe sich weiter verbessert. Das Geldmengenwachstum sei zwar noch stark, es sei aber eine Abschwächung vorhanden.

Nach der drastischen Zinssenkung in Großbritannien hatten einige Analysten erwartet, die EZB würde ebenfalls eine höhere Senkung des Leitzinses vornehmen. „Ursprünglich hatten wir auch mit einer Senkung um 50 Basispunkte gerechnet. Nach der überraschenden Entscheidung der Bank of England hatten wir 75 Punkte erwartet“, sagte Norbert Braems von Sal. Oppenheim. Doch die EZB sei vorsichtiger - wie schon in der Vergangenheit. Sie werde schrittweise vorgehen, vermutet der Fachmann. „Ein kräftigerer Schritt wäre als Signal gewertet worden, dass die EZB ein sehr schwaches Konjunkturbild hat.“

Die Europäische Kommission erwartet für die europäische Wirtschaft im nächsten Jahr Stillstand. Angesichts der Finanzkrise hatte Brüssel vor wenigen Tagen seine Prognose für das Euro-Gebiet von bisher 1,5 auf 0,1 Prozent Wachstum zurückgenommen. Die EZB will ihre neuen Prognosen im Dezember vorlegen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte bereits an diesem Donnerstag seine Prognose für Deutschland und die Welt drastisch und erwartet nun eine Weltrezession (siehe auch: IWF sieht Weltwirtschaft vor einem schlimmen Jahr).

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