04.11.2010 · Das Leitzins-Niveau bleibt unverändert. Das hat der Rat der EZB beschlossen. Fachleute erwarten, dass Notenbankchef Trichet auch im Hinblick auf die so genannten unkonventionellen Maßnahmen zur Liquiditätsversorgung nichts ändern wird.
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat das Niveau seiner Leitzinsen am Donnerstag wie erwartet bestätigt. Wie die EZB am Nachmittag mitteilte, liegen der Hauptrefinanzierungssatz weiterhin bei 1 Prozent der Spitzenrefinanzierungssatz bei 1,75 Prozent und der Einlagensatz bei 0,25 Prozent.
Haupt- und Spitzenrefinanzierungssatz befinden sich seit Juni 2009 auf dem aktuellen Niveau, der Einlagensatz sogar schon seit Mai 2009. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wird den geldpolitischen Beschluss in einer gegen 14.30 Uhr beginnenden Pressekonferenz erläutern.
Beobachter erwarten, dass er das Leitzinsniveau in seinen Einleitenden Bemerkungen als „angemessen“ und den mittelfristigen Preisdruck als gedämpft bezeichnen wird. Trichet dürfte zudem auf die verankerten Inflationserwartungen verweisen. Insgesamt dürfte in Trichets Ausführungen nichts darauf hindeuten, dass die EZB Bedarf für eine straffere Geldpolitik sieht. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten, dass die EZB ihre Leitzinsen nach der Krise erstmals Ende 2011 anheben wird.
Auch im Hinblick auf die so genannten unkonventionellen Maßnahmen zur Liquiditätsversorgung und bezüglich des Staatsanleihenkaufprogramms ist für diese EZB Ratssitzung noch nicht mit Änderungen zu rechnen. Trichet hat bereits bei der vorigen Sitzung angedeutet, dass über die Zukunft der Tender-Prozeduren im Dezember verhandelt werden wird. Bezüglich des Staatsanleihenkaufprogramms konzentrieren sich die Erwartungen auf das erste Quartal 2011.
Im Dezember liegen dem EZB-Rat zudem die neuen Stabsprojektionen zu Wachstum und Inflation vor, so dass hier für die aktuelle Ratssitzung ebenfalls keine geänderte Einschätzung zu erwarten ist. Trichet wird in seinen Einleitenden Bemerkungen voraussichtlich bekräftigen, dass das Wachstum moderat und uneinheitlich bleiben dürfte und die Inflationsentwicklung gedämpft.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.327,25 | −2,72% |
| Dow Jones | 12.393,50 | −0,21% |
| EUR/USD | 1,2322 | −0,32% |
| Rohöl Brent Crude | 98,88 $ | −2,70% |
| Gold | 1.558,00 $ | 0,00% |
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