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Gekappte Förderung : In der Biogas-Branche gärt es

Ein Getreidefeld vor einer Biogas-Anlage in Zörbig Bild: dpa

Mit Biogas hat die Bundesregierung ehrgeizige Ziele. Der Anteil des sauberen Energieträgers soll im kommenden Jahrzehnt kräftig steigen, während die Förderung gekappt wird. Doch wie das gehen soll, darüber liegen die Vorstellungen weit auseinander.

          Manch kleine Bakterie verrichtet für die Menschen große Arbeit. Während sie ihren Appetit stillt, produziert sie das Gas Methan. Im Darm der Kuh ist das unerwünscht, Methan gilt als Klimakiller. Der gleiche Prozess findet in Biogas-Reaktoren statt, die Fermenter genannt werden. Sie sind in den vergangenen Jahren in Mode gekommen. Denn für das politische Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien kräftig zu erhöhen, hat Biogas eine Reihe von Vorteilen: es lässt sich speichern und ins Erdgasnetz einspeisen. Und es lässt sich aus vielen Rohstoffen herstellen, von Energiepflanzen über Gartenabfälle bis hin zur Gülle. Der Begeisterung über die vielen Einsatzmöglichkeiten steht ein schwer zu überblickender Subventionsdschungel gegenüber, der unerwünschte Monokulturen aus Energiemais erzeugt hat. Denn die Erstellungskosten eines Kubikmeters Biogas liegen mit etwa 7 Cent mehr als doppelt so hoch wie jene von Erdgas, und der hohe Anteil von rund der Hälfte variabler Kosten macht die Investitionrechnung schwer. Mit der Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Ende dieses Jahres soll es nun weniger Zuschüsse geben.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Kürzungspläne bringen die Branche in Bewegung, denn sie kollidieren mit den klimapolitischen Zielen der Bundesregierung. Im Jahr 2020 sollen 6 Milliarden Kubikmeter Biomethan ins Gasnetz eingespeist werden, derzeit sind es 200 Millionen. Sie kommen aus nur etwa 50 Anlagen. Denn der Aufwand, das Gas netzfähig zu machen, ist hoch, er lohnt nur für große Biogaserzeuger. Die meisten der rund 6000 Anlagen in Deutschland sind dagegen klein, sie gehören landwirtschaftlichen Unternehmen. Diese betreiben mit dem Gas Verbrennungsmotoren, an denen Generatoren zur Stromerzeugung hängen. Die Abwärme wird zum Heizen und Trocknen verwendet. Die elektrische Leistung der Kleinanlagen liegt meist unter 500 Kilowatt. Alle zusammen liefern jährlich aber gut 10 Milliarden Kilowattstunden Strom.

          Ein Güllebonus wird gewährt

          Die Vorstellungen, wie der Einsatz von Biogas künftig mit weniger Geld gefördert werden könnte, gehen je nach Interessenlage weit auseinander. Der 1992 gegründete Fachverband Biogas, der rund 4200 Mitglieder repräsentiert, viele davon Betreiber kleiner Anlagen, möchte die Vergütungsstruktur für die Stromproduktion mit nach Anlagengrößen gestaffelten festen Sätzen im Grundsatz beibehalten. Er plädiert außerdem für ein Gesetz zur Einspeisung ins Gasnetz, das die Vergütung ähnlich dem Strom im EEG regelt. Allerdings müsse man die Förderung richtig ausgestalten, sagt Sprecher Bastian Olzem. „Das Problem ist die Quersubvention des Energiepflanzenanbaus.“ Sie habe dazu geführt, dass sich die Biogasanlagen in den Viehhaltungsregionen ballen. Grund ist, dass nach heutiger Regelung der Bonus für nachwachsende Rohstoffe (Nawaro) von 7 Cent je Kilowattstunde und der Bonus für den Einsatz von Gülle (4 Cent) kumuliert werden.

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