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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Gehaltsdiskussion Union will Aktionäre über Managergehälter entscheiden lassen

 ·  Hohe Managergehälter haben die Politik aufgerüttelt. Nun will auch die Union den Aktionären ein Vetorecht einräumen.

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Der Ruf nach einer Gesetzesänderung, die Aktionären die verbindliche Entscheidung über Vorstandsgehälter zuspricht, hat jetzt auch die Spitze der Unionsparteien erreicht. „Es entspricht der Grundphilosophie der CDU als Partei des Eigentums, die Eigentümerverantwortung auch der Aktionäre zu stärken“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Günter Krings am Freitag der F.A.Z. „Das heißt, dass auch wesentliche Entscheidungen wie Vorstandsvergütungen in einer Aktiengesellschaft von den Aktionären getroffen werden sollten.“ Krings ist im Vorstand zuständig für Rechts- und Innenpolitik.

Eine solche Reform sei auch deshalb sinnvoll, weil die Aufsichtsräte „einschließlich der Mitarbeitervertreter“ ihrer Kontrollfunktion in einigen Fällen offenbar nicht ausreichend nachgekommen seien, sagte er weiter. Wer allerdings darüber hinaus absolute gesetzliche Vergütungsgrenzen festsetzen wolle, schwäche den Eigentumsgedanken im Aktienrecht und verlasse den Boden der Sozialen Marktwirtschaft.

Werkzeuge gegen zu hohe Vergütungen

Der Gesetzgeber müsse vielmehr den Aktionären die Werkzeuge in die Hand geben, unanständig hohe Zahlungen im eigenen Interesse zu unterbinden - „notfalls auch durch die Stärkung von Minderheitenrechten“.

Zuvor hatte sich schon der FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle dafür eingesetzt, eine solche Änderung noch vor den Bundestagswahlen zu verabschieden. Sie könnte noch in die bereits laufenden Beratungen zu einer Novelle des Aktienrechts aufgenommen werden.

Kein einheitlicher Trend bei Vergütungen

Bislang haben 13 der 30 Dax-Konzerne Angaben zur Vergütung ihrer Führungsspitze gemacht. Einen einheitlichen Trend gibt es noch nicht, wie eine Übersicht der Vergütungsberatung Hostettler Kramarsch & Partner (HKP) zeigt. In vier Fällen stieg die Vergütung der Vorstandsvorsitzenden, in fünf Fällen sank sie.

Zu denjenigen, die ihre Bezüge deutlich steigern konnten, zählen Karl-Ludwig Kley vom Pharmakonzern Merck (plus 31 Prozent auf 5,5 Millionen Euro) und Kasper Rorsted von Henkel (plus 23 Prozent auf 6,6 Millionen Euro). Um 28 Prozent nach unten ging es für Adidas-Chef Herbert Hainer (4,2 Millionen Euro), um 23 Prozent für Infineon-Chef Peter Bauer (2,8 Millionen Euro).

Noch nicht in der Statistik enthalten ist die Vergütung von Dax-Spitzenverdiener Martin Winterkorn, dessen Bezüge nach einer Neufassung der Vergütungsregeln durch den Aufsichtsrat reduziert wurden. Nachdem er für 2011 rund 17,5 Millionen Euro bekommen hatte und nach den alten Regeln für 2012 wohl nahe an die 20-Millionen-Marke gekommen wäre, sind es nun 14,5 Millionen Euro. Volkswagen legt seine Geschäftszahlen kommende Woche vor.

Mehrheit der Deutschen hält Managergehälter für zu hoch

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen hält die Gehälter von Bank- und Konzernmanagern für zu hoch. Im ZDF-Politbarometer sagten dies 93 Prozent aller Befragten. 78 Prozent hielten eine gesetzliche Obergrenze bei Gehältern und Zusatzleistungen für Manager großer Unternehmen und Banken für richtig.

Dass wegen des öffentlichen Interesses speziell an den Boni nun die Fixgehälter von Managern steigen, wie von manchen Beobachtern erwartet, lässt sich noch nicht erkennen. Die festen Gehaltsbestandteile blieben vielfach unverändert.

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Jahrgang 1959, Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

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