Home
http://www.faz.net/-gqg-75s7e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Gegen Mietpreis-Regulierung Wohnungswirtschaft droht mit Stopp von Neubauten

„Wenn nach der Bundestagswahl der Vorschlag der SPD umgesetzt wird (...), kommt der Wohnungsbau zum Erliegen“, warnt die Immobilienwirtschaft.

© dpa Vergrößern Begehrtes „Betongold“: Wohnungen im Frankfurter Nordend

Die deutsche Wohnungswirtschaft warnt vor weiteren Eingriffen des Staates in die Immobilienbranche. „Wenn nach der Bundestagswahl der Vorschlag der SPD umgesetzt wird, die Miethöhe bei Neuvermietungen zu begrenzen, kommt der Wohnungsbau zum Erliegen“, sagte Walter Rasch, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immobilienwirtschaft, in Berlin. Dies ist ein Dachverband aus acht Branchenverbänden.

Joachim Jahn Folgen:      

Wohnen müsse für alle Bürger bezahlbar bleiben, sagte Rasch mit Blick auf steigende Mieten und fehlende Wohnungen. Doch eine Vielzahl von Faktoren habe die Kosten für Immobilieneigner erhöht - etwa die Vorgaben der Wärmeschutzverordnung zum Energiesparen.

„Vermögensabgabe wäre die Krönung“

Der Zentrale Immobilien Ausschuss fürchtet nach den Worten seines Präsidenten Andreas Mattner, dass die ganze Branche „austrocknet“, wenn die Politik weiterhin an allen Stellschrauben zugleich drehe. Grunderwerbsteuer und Grundsteuer verlockten Länder und Kommunen dazu, in die Kasse der Haus- und Wohnungseigentümer zu greifen, kritisierte Mattner. „Und zur Krönung wird nun auch noch über eine Vermögensteuer und eine Vermögensabgabe spekuliert.“

Mehr zum Thema

Deren Einführung wäre fatal, sagte er, weil schon jetzt nur noch Renditen von 2 bis 4 Prozent zu erzielen wären. „Wenn es zu weiteren Belastungen kommt, werden schlicht keine Wohnungen mehr gebaut.“ Auch bei Grundstücken finde der Staat immer neue Wege, um Gewinne abzuschöpfen - „und verlangt dann aber dirigistisch mehr sozialen Wohnungsbau“.

Drei Millionen Wohnungen müssen gebaut werden

Den Blick auf den wachsenden Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung lenkte der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Intakte Städte mit bezahlbarem Wohnraum sieht dessen Präsident Axel Gedaschko angesichts der demografischen Herausforderungen in Gefahr. In den kommenden Jahren müssten 3 Millionen Wohnungen umgebaut werden, was Investitionen von 40 Milliarden Euro erfordere. Daran solle sich die KfW-Bankengruppe mit einem Förderprogramm beteiligen, forderte Gedaschko. Auch die Pflegeversicherungen sollten dazu beitragen.

Kritik an der jüngsten Reform des Mietrechts übte Jens-Ulrich Kießling, Präsident des Immobilienverbands IVD. In einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ habe die Regierung dort eine Senkung der Kappungsgrenze für Mieterhöhungen in laufenden Verträgen eingebracht. „Die steigenden Mieten sind jedoch eine Folge der geringen Neubautätigkeit und der dadurch entstandenen Verknappung des Wohnungsangebots.“

Weit entfernt von einer Immobilienblase

Kießling wies darauf hin, dass es lediglich in Ballungsräumen eine gewisse Wohnungsnot gebe, und dort auch nur in besonders beliebten Stadtvierteln. Überall sonst sei der Markt ausgeglichen.

Mancherorts gebe es sogar beträchtliche Leerstände. Von einer Immobilienblase sei man weit entfernt, versicherte auch Rasch - trotz der derzeit beliebten Investitionen ins „Betongold“.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Immobilienkosten Wohnungen bauen wird immer teurer

Mieter stöhnen, denn Wohnen ist so teuer wie nie, und die Mieten steigen weiter, vor allem in den Ballungsgebieten. Aber auch für den Bau von Wohnraum müssen Wohnungsgesellschaften immer tiefer in die Tasche greifen. Mehr Von Anne-Christin Sievers

19.11.2014, 11:04 Uhr | Finanzen
Wohnungsbau Baugenehmigungen nehmen weiter zu

Deutsche Bauherren sind weiter fleißig. Wohnungen in Mehrfamilienhäusern bauen sie besonders gern. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern kehrt sich der Trend hingegen um. Mehr Von Michael Psotta

18.11.2014, 16:22 Uhr | Finanzen
3:1 in Hannover Kießling trifft, Leverkusen siegt

Der Torjäger beendet seine Flaute und trifft zum wichtigen 1:0. Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer kontert Leverkusen souverän. Den Schlusspunkt setzt ein stark aufspielender Nationalspieler. Mehr

22.11.2014, 17:42 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 16.01.2013, 16:44 Uhr

Kartell in Not

Von Christian Geinitz

Die Opec-Länder haben entschieden, ihre Ölförderung trotz des Preisverfalls nicht zu drosseln. Das ist gut für uns Verbraucher. Die Macht des Kartells schwindet. Mehr 4 7


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Wo Gemeinden die meisten Steuern einnehmen

Die Städte und Gemeinden in Ostdeutschland haben zwar weniger Schulden als die im Westen, doch ihre Steuerkraft ist noch immer deutlich niedriger. Unsere Grafik zeigt, wo Kommunen viele Steuern einnehmen. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden