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Gas- und Ölförderung : Niedersachsen hält an Fracking fest

Kaum etwas zu sehen: Eruptionskreuz über einem Bohrloch auf dem Bohrungsgelände für Fracking in Barnstorf Bild: Pilar, Daniel

Wirtschaftsminister Olaf Lies kündigt eine Bundesratsinitiative seiner Regierung für die weitere Gasförderung an. Unter bestimmten Umständen und nach Umweltprüfungen soll auch das umstrittene Fracking möglich bleiben.

          Niedersachsen dringt auf eine schnelle Klärung der rechtlichen Grundlagen für das weitere Bohren nach Öl und Gas mit der umstrittenen Fracking-Methode. Das Land werde im Juni eine Bundesratsinitiative starten, die Fracking unter bestimmten Rahmenbedingungen weiter zulasse, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Auf einer Veranstaltung mit dem Energieunternehmen Wintershall zeigte er sich zuversichtlich, „dass wir bis zum Herbst einen neuen Rechtsrahmen haben“.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          An diesem Freitag debattieren auch die Umweltminister von Bund und Ländern über die im Koalitionsvertrag verabredete Verschärfung des Wasser- und Bergrechts. Damit sollen Schäden für Umwelt und das Trinkwasser durch die Bohrmethode vermieden werden.

          Während manche Umweltminister für ein komplettes Verbot des „Hydraulic Fracturing“ votieren, will Niedersachsen es bei einem Teil der Bohrungen weiterhin zulassen. Allerdings sollen vorher Umweltverträglichkeitsprüfungen verbindlich vorgeschrieben werden. Damit gehe man über den Koalitionsvertrag hinaus, trage Bedenken Rechnung und werbe um Akzeptanz bei den Bürgern.

          Beim Fracking wird Gestein in Tausenden Metern Tiefe mit hohem Wasserdruck aufgesprengt, damit das dort gebundene Gas und Öl freigesetzt und gefördert werden kann. Zur Stabilisierung der Risse werden auch Chemikalien eingesetzt, die Kritiker für umwelt- und wassergefährdend halten.

          Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD)

          Je nach Lagerstätte muss das Gestein unterschiedlich oft gebrochen werden. Bei Schiefergas muss oft gebohrt werden, um den Energieträger ans Tageslicht zu holen. Beim sogenannten „Tight Gas“ ist in der Regel nur eine Bohrung und Sprengung nötig, um einen dauerhaften Gasfluss auszulösen. In diesen Fälle will Lies das Verfahren weiter möglich machen.

          Das Fracking von „Tight Gas“-Lagerstätten wurde schon in der Vergangenheit in Niedersachsen praktiziert. Aktuell werden weitere Anträge darauf von den Behörden aber nicht bearbeitet. Niedersachsen ist der wichtigste deutsche Förderer von Gas und Öl, was sich auch in Förderabgaben im niedersächsischen Haushalt niederschlägt. „Wir wollen Erdgasförderung in Niedersachsen“, sagte Lies. Seine Regierung wolle die Federführung im Reformprozess. Es könne nicht sein, dass Länder, in denen Erdgasförderung keine Rolle spiele, die Regeln dafür aufstellten, sagte er.

          Unterdessen warb der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) vor der Umweltministerkonferenz an diesem Freitag für ein Verbot der Förderung von Schiefergas. Es gebe zu viele offene Fragen, um etwa die Trinkwasservorkommen am Bodensee nicht zu gefährden. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte Fracking zuletzt als „falsche Antwort auf die Energiefrage“ bezeichnet und für ein Verbot plädiert.

          Erst vor wenigen Tagen hatten die Energieminister der sieben führenden Industriestaaten angekündigt, sie wollten die Energieabhängigkeit von Russland durch mehr Importe von Schiefergas aus Nordamerika verringern.

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