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G-20-Gipfel Kanada preist sich als Vorbild für andere Staaten

 ·  Der Gastgeber des Gipfeltreffens am Wochenende ist gut durch die Krise gekommen. Keine kanadische Bank musste gerettet werden. Das liegt auch daran, dass Kanada schon lange höhere Eigenkapitalstandards für Finanzinstitute setzt.

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Kanadas Regierung strotzt vor Selbstbewusstsein. Der Gastgeber des Doppelgipfeltreffens von G-8- und G-20-Staaten an diesem Wochenende blickt zufrieden auf seine Wirtschaft. Die Banken des Landes haben die Krise weit besser überstanden als in den anderen Staaten der G 8. Und die Wirtschaft hat seit einem Jahr einen steilen Wachstumskurs eingeschlagen. „Offen gesagt glauben wir, dass wir es genau richtig gemacht haben“, sagt Finanzminister Jim Flaherty. „Unser System hat funktioniert.“

OECD und Internationaler Währungsfonds sehen das Land in diesem und im kommenden Jahr mit einem Wachstum von mehr als 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) an der Spitze der großen Industriestaaten. Die Bank von Kanada hat unlängst die Geldpolitik normalisiert und eine erste Leitzinserhöhung auf 0,5 Prozent gewagt. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8,1 Prozent, 1,5 Prozentpunkte niedriger als in den Vereinigten Staaten, dem großen Nachbarn, in den rund zwei Drittel der Exporte gehen. Einen solchen Vorteil Kanadas habe es seit 1975 nicht mehr gegeben, sagt Flaherty. Drei Viertel des Stellenverlusts in der Rezession sind schon wieder aufgeholt.

„Die Wirtschaft ist in guter Verfassung, wir sind stark aus der Rezession gekommen“, sagt Flaherty. Als ein Grund für den guten Zustand der Wirtschaft wird am Regierungssitz Ottawa und im Finanzzentrum Toronto einhellig darauf verwiesen, dass Kanada mit jahrelangen Haushaltsüberschüssen in die Rezession gegangen ist. Das eröffnete Spielraum für das über zwei Jahre laufende Konjunkturpaket von 4 Prozent des BIP, ohne ein übergroßes Defizit zu erhalten. Unter den großen Industriestaaten haben nur Japan und die Vereinigten Staaten mehr Geld für die Konjunktur ausgegeben, ihr Defizit liegt aber ungleich höher.

Kanadas Regierung preist ihre Finanzaufsicht als Vorbild für andere Staaten

Stolz ist Kanadas Regierung aber vor allem auf die solide Finanzaufsicht, die verhinderte, dass Kanadas Banken in eine Schieflage gerieten. Ottawa musste keine Bank mit direkten Finanzhilfen retten, die Liquiditätshilfen der Zentralbank waren geringer als in Amerika oder in Europa. Die Regierung preist ihr aufsichtsrechtliches System daher als Vorbild für andere Staaten. Tatsächlich sieht Kanadas seit zwanzig Jahren bestehende Bankenregulierung in vielem wie eine Blaupause aus für die Reformen, welche die G 20 im Zuge der Krise angestoßen haben.

Die Eigenkapitalstandards der „Basel II“-Regeln betrachtet Kanada schon seit den neunziger Jahren als Minimum. Für das Kernkapital (Tier I) verlangt die kanadische Aufsichtsbehörde OSFI nicht bloß 4 Prozent wie Basel II, sondern 7 Prozent. Drei Viertel des Tier-IKapitals müssen normale Aktien sein. Als Mindestmaß für das Gesamtkapital setzt Kanada 10 statt 8 Prozent. Für das Geschäft der Banken gilt eine Obergrenze. Ihr Kredithebel (leverage ratio) darf höchstens 20 sein. Im Regelfall darf die Bilanzsumme das 20-Fache des Eigenkapitals nicht übersteigen. Über ähnliche Regeln wird im Basler Ausschuss im Auftrag der G 20 verhandelt.

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