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Frauenquote : Reservierte Plätze

Wer glaubt, dass Deutschland durch die Frauenquote moderner wird, glaubt vermutlich auch daran, dass der Storch die Kinder bringt. Fakt ist: Hier wird gegen die Prinzipien einer Marktwirtschaft verstoßen.

          Union und SPD reservieren den Frauen nun ein paar Plätze in der ersten Reihe der Wirtschaft, im Aufsichtsrat. Das ist bequem, denn wem ein Stuhl freigehalten wird, der muss sich nicht mehr sonderlich beeilen. Der Wettbewerb wird an einer zentralen Stelle ausgeschaltet.

          Wer glaubt, dass das Land dadurch „moderner“ wird, wie der Bundesjustizminister behauptet, glaubt vermutlich auch, dass der Storch die Kinder bringt. Fakt ist, dass die Frauenquote ein Verstoß gegen die Prinzipien einer Marktwirtschaft ist, in der es nach Leistung gehen sollte, nicht nach Geschlecht – und in der diejenigen über das Personal entscheiden sollten, die das wirtschaftliche Risiko tragen.

          Familienministerin Manuela Schwesig bejubelt den „Kulturwandel“, den die Quote einleiten werde. Auch das ist Dummenfang, es geht um nicht mehr und nicht weniger als um schnöde Umverteilung. Wer einmal mit dem Reservieren anfängt, hat übrigens schlechte Argumente, wenn auch andere Gruppen ihre gut dotierten Sitze haben wollen.

          Ältere, Migranten, Eltern? Und ja, warum nicht auch im Vorstand oder in der zweiten Reihe Stühle belegen? Die Quote ist ein weiterer politischer Kassenschlager auf Kosten der Wirtschaft.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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