http://www.faz.net/-gqe-7wt5o

Frauenquote : Reservierte Plätze

Wer glaubt, dass Deutschland durch die Frauenquote moderner wird, glaubt vermutlich auch daran, dass der Storch die Kinder bringt. Fakt ist: Hier wird gegen die Prinzipien einer Marktwirtschaft verstoßen.

          Union und SPD reservieren den Frauen nun ein paar Plätze in der ersten Reihe der Wirtschaft, im Aufsichtsrat. Das ist bequem, denn wem ein Stuhl freigehalten wird, der muss sich nicht mehr sonderlich beeilen. Der Wettbewerb wird an einer zentralen Stelle ausgeschaltet.

          Wer glaubt, dass das Land dadurch „moderner“ wird, wie der Bundesjustizminister behauptet, glaubt vermutlich auch, dass der Storch die Kinder bringt. Fakt ist, dass die Frauenquote ein Verstoß gegen die Prinzipien einer Marktwirtschaft ist, in der es nach Leistung gehen sollte, nicht nach Geschlecht – und in der diejenigen über das Personal entscheiden sollten, die das wirtschaftliche Risiko tragen.

          Familienministerin Manuela Schwesig bejubelt den „Kulturwandel“, den die Quote einleiten werde. Auch das ist Dummenfang, es geht um nicht mehr und nicht weniger als um schnöde Umverteilung. Wer einmal mit dem Reservieren anfängt, hat übrigens schlechte Argumente, wenn auch andere Gruppen ihre gut dotierten Sitze haben wollen.

          Ältere, Migranten, Eltern? Und ja, warum nicht auch im Vorstand oder in der zweiten Reihe Stühle belegen? Die Quote ist ein weiterer politischer Kassenschlager auf Kosten der Wirtschaft.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Vom Slum zur Weltmeisterschaft Video-Seite öffnen

          WM der Straßenkinder : Vom Slum zur Weltmeisterschaft

          Rund 200 Kinder aus zwei Dutzend Ländern nehmen zur Fußball-Weltmeisterschaft in Russland an der WM der Straßenkinder teil. Unter ihnen ist der 14-jährige Somad aus einem armen Vorort der indonesischen Hauptstadt Jakarta.

          Topmeldungen

          1:2 gegen Madrid : Das nächste Déjà-vu-Erlebnis für die Bayern

          Nach einer frühen Führung gleitet den Bayern das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Real Madrid noch aus der Hand. In der hektischen Schlussphase vergeben die Münchner gleich mehrere Chancen.
          Die Zentrale des Bamf in Nürnberg.

          Korruption und Manipulation : Der Asylskandal am Bamf weitet sich aus

          Die ehemalige Leiterin der Bremer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge soll zahllose Asylbescheide manipuliert haben. Nun stellt sich heraus: Die Beamtin stand schon deutlich früher unter Verdacht als bisher bekannt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.