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Frankreich Teure Bürgerversicherung

02.02.2010 ·  Frankreich hat ein vergleichsweise teures Gesundheitssystem, doch seine Resultate können sich sehen lassen. Eine hohe durchschnittliche Lebenserwartung ist eine Folge davon, auch wenn andere Einflüsse wie Lebenswandel und Ernährung dabei eine wichtige Rolle spielen.

Von Christian Schubert, Paris
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Frankreich hat ein vergleichsweise teures Gesundheitssystem, doch seine Resultate können sich sehen lassen. Eine hohe durchschnittliche Lebenserwartung ist eine Folge davon, auch wenn andere Einflüsse wie Lebenswandel und Ernährung dabei eine wichtige Rolle spielen. Nach Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gaben die Franzosen 2007 11 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Gesundheit aus. Unter den dreißig OECD-Mitgliedern liegen nur die Vereinigten Staaten darüber.

Die Gesundheitsanbieter bestehen weitgehend aus staatlichen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten, die als Selbständige tätig sind. Finanziert werden die Leistungen zum großen Teil von einer staatlichen Pflichtversicherung, der niemand entkommen kann. Vor allem für die Arbeitgeber ist diese "Bürgerversicherung" teuer. Sie zahlen 12,8 Prozent der Bruttogehälter an die staatliche Krankenversicherung. Auf die Arbeitnehmer entfallen 0,75 Prozent. Beitragsbemessungsgrenzen gibt es keine. Die staatliche Gesundheitsversicherung deckt allerdings nur rund 70 Prozent der Kosten ab. Wer eine Vollabdeckung will wie fast alle Franzosen, braucht eine private Zusatzversicherung, deren Beiträge sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichmäßig teilen.

Die staatlichen Gesundheitsausgaben schießen seit Jahren über das von Regierung und Parlament regelmäßig beschlossene Ziel hinaus. Besonders hoch sind die Ausgaben für die staatlichen Krankenhäuser, die nicht zuletzt mit der 35-Stunden-Woche zu kämpfen haben und nach Angaben der OECD die Patienten noch häufig länger bei sich behalten als in anderen Ländern. Allgemein-Ärzte, deren Besuch bei Behandlungsbeginn Pflicht ist, arbeiten dagegen häufig als Einzelkämpfer ohne Sprechstundenhilfe und große technische Apparate. Geräte für die Kernspin- oder Magnetresonanztomographie sind allgemein deutlich weniger vorhanden als etwa in Deutschland. Effizienzreserven sind noch umfangreich vorhanden. So verfügt Frankreich über auffallend viele Apotheken, die von den umfangreich verschriebenen Pharmazeutika profitieren. Die Franzosen konsumieren im internationalen Vergleich besonders viele Medikamente. Die Regierung drängt die Ärzte daher zur Verschreibung von mehr Nachahmerprodukten.

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Jahrgang 1964, Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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