http://www.faz.net/-gqe-90ntc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 11.08.2017, 18:53 Uhr

Foxconn in Wisconsin Trumps Stellenwunder könnte Mogelpackung werden

Mit der Ansiedlung eines Foxconn-Werks in Wisconsin hat sich der amerikanische Präsident Trump kürzlich noch gebrüstet. Doch für den Bundesstaat, in dem das Werk stehen soll, könnte sich das Investment als schlechter Deal erweisen.

© AP Der Foxconn Chairman Terry Gou und der Gouverneur Scott Walker mit der Wisconsin-Flagge bei der Verkündung der Neuansiedlung der Fabrik.

Der amerikanische Präsident Donald Trump brüstet sich gern als Arbeitsplatz-Schaffer für die kleinen Leute. So auch im Fall eines neuen Foxconn-Werkes in Wisconsin. Doch nun stellt sich heraus, dass die Ansiedlung, mit der sich Trump noch vor kurzem pompös in Szene setzte, vom Staat teuer erkauft wurde.

Ende Juli war bekannt geworden, dass der taiwanische Auftragsfertiger Foxconn im Bundesstaat Wisconsin für zehn Milliarden Dollar (8,52 Milliarden Euro) ein neues Werk bauen wird. Trump hatte den Bau der Fabrik damals feierlich im Weißen Haus angekündigt.

Nach Berechnungen des Rechnungshofs des Parlaments von Wisconsin wird sich das ganze Projekt allerdings erst in vielen Jahren lohnen. In der Szenariorechnung, über die das Internetportal „The Verge“ zuerst berichtet hatte, ist die Rede davon, dass sich die Investition für Wisconsin erst ab dem Jahr 2043 auszahlen wird – und zwar im besten der angenommenen Fälle.

Zwar räumen die Verfasser der Studie ein, dass Aussagen über einen so langen Zeitraum hoch spekulativ sind. Es gibt aber Anhaltspunkte, die für Plausibilität sprechen. Vor allem, dass der Staat Wisconsin und die Trump-Regierung Foxconn im Austausch für das Investment offenbar Steuererleichterungen und andere Zugeständnisse im Wert von rund 3 Milliarden Dollar gemacht haben.

Mehr zum Thema

Trump sagte bei der Vorstellung der Neuansiedlungspläne, das Werk werde schon zu Beginn 3000 „amerikanischen Arbeitern“ einen neuen Arbeitsplatz bieten. Viele weitere würden folgen. Das Potential liege bei 13.000 Arbeitsplätzen. Im Beisein von Foxconn-CEO Terry Gou hatte Trump bei der Verkündung des Neubaus gesagt: „Wäre ich nicht gewählt worden, würde er unter Garantie keine zehn Milliarden Dollar investieren.“

Die Fabrik wird Display-Panels für Fernsehgeräte herstellen. Foxconn gehört der Flachbild-TV-Pionier Sharp.

Ein Digitalminister wäre mehr als ein Signal

Von Carsten Knop

Alles verändert sich: die Kommunikation, die Energienetze, der Verkehr, die Produktion. Deshalb braucht Deutschland einen Digitalminister. Einen mit politischem Gewicht. Pläne und Phrasen gibt es schon genug. Mehr 17 17

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden
Zur Homepage