Flüchtlingskrise: Ifo-Institut prognostiziert, dass vor allem Hilfskräfte kommen
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Ifo-Institut : Es kommen vor allem Hilfskräfte

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Ist skeptisch, ob die Flüchtlinge unter dem Strich für mehr Wohlstand sorgen: Hans-Werner Sinn Bild: dpa

Mehr Wohlstand durch die Flüchtlinge? Dieser Schluss ist nicht sicher, sagt das Ifo-Institut. Hans-Werner Sinn hat Hochrechnungen zur Qualifikationsstruktur der Flüchtlinge gemacht - und zeichnet ein düsteres Bild.

          Das Ifo-Institut hat Wohlfahrtseffekte der gegenwärtigen Immigrationswelle untersucht und kommt zu dem Schluss, dass die These „Mehr Wohlstand für alle durch freie Migration“ keineswegs sicher sei. Die Qualifikationsstruktur der Asylbewerber sei denkbar schlecht, sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn der F.A.Z.. „Das sind keine Fachkräfte, sondern weit überwiegend Hilfskräfte.“ Diese seien - auch wegen des Mindestlohns - nur schwer in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

          Mit Verweis auf Daten zur Bildung in den Herkunftsländern, vor allem Syrien, schätzt Sinn: „Knapp die Hälfte der Asylanten verfügt nicht einmal über das Pisa-1-Niveau, das heißt, sie können Geschriebenes in ihrer eigenen Sprache kaum verstehen, und sie haben höchstens Mathematik-Basiskenntnisse.“ Falls die Migranten Arbeit fänden, erhöhe sich das Bruttoinlandsprodukt, aber das Pro-Kopf-BIP sinke, da die Hinzukommenden wenig produktiv seien.

          Die Kosten für den Staat seien hoch: Unter der Annahme, dass dieses Jahr  1,1 Millionen Asylbewerber nach Deutschland einreisen, schätzt das Ifo-Institut die Kosten für ein Jahr auf 21,2 Milliarden Euro. 11 Milliarden Euro kosteten die Unterbringung und Verpflegung, schätzt Ifo-Ökonom Gabriel Felbermayr auf Basis von Angaben des Landkreistages. Hinzu kämen 10 Milliarden Euro Kosten für Schulen, Polizei und Verwaltung.

          Sachverständige: Deutschland verhebt sich nicht

          Erst am Mittwoch hatte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Situation („fünf Weise“) der Regierung sein neues Gutachten übergeben. Das hört sich zuversichtlicher an: Deutschland verhebe sich finanziell nicht an der Versorgung der wohl eine Million Flüchtlinge in diesem Jahr. Die Sachverständigen beziffern die Kosten für die Flüchtlinge auf lediglich bis zu 8,3 Milliarden Euro in diesem und 14,3 Milliarden Euro im nächsten Jahr. Angesichts der guten Lage der öffentlichen Haushalte sei das „tragbar“.

          Das Ifo-Institut forderte, damit die Zuwanderer eine höhere Chance auf Beschäftigung haben, sollte man sie sofort arbeiten lassen, mehr in Deutschkurse investieren und den Mindestlohn für sie aussetzen. Außerdem sei es wichtig die Schengenraum-Außengrenzen effektiv zu sichern, illegale Einreisen zu stoppen und gleichzeitig die Hilfe vor Ort massiv auszubauen.

          Auch der Sachverständigenrat stellte diverse Forderungen, um die Integration der Flüchtlinge zu bewältigen: Die Hürden für die Beschäftigung dürften nicht zu hoch sein, heißt es in dem Gutachten. Flexible Arbeitsmöglichkeiten wie mittels Zeitarbeit oder über Werkverträge müssten erhalten bleiben. Migranten sollten nicht privilegiert, aber auch nicht schlechter gestellt werden als andere Arbeitnehmer.

          Der Mindestlohn indes sei für viele Flüchtlinge eine „hohe Barriere“. Allerdings wollen die Gutachter diese nicht schleifen. Sie fordern nur, „angesichts des steigenden Arbeitsangebots im Niedriglohnbereich sollte der Mindestlohn keinesfalls erhöht werden“. Dann weisen sie dennoch einen Fluchtweg aus dem Mindestlohn von heute 8,50 Euro je Stunde: Anerkannte Flüchtlinge sollten wie Langzeitarbeitslose behandelt werden, sodann die Ausnahme vom Mindestlohn für alle Langzeitarbeitslosen in neuer Beschäftigung von 6 auf 12 Monate verdoppelt werden.

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