http://www.faz.net/-gqe-8b1zt
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 07.12.2015, 11:46 Uhr

Finnland 800 Euro Grundeinkommen – für jeden

Die finnische Regierung bereitet offenbar ein monatliches Grundeinkommen für jeden Erwachsenen vor. Sie hat damit vor allem eines im Sinn.

© dpa In Finnland ist die Arbeitslosigkeit derzeit so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Es wäre ein großer Schritt: Die finnische Regierung plant angeblich, ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen. Die Verwaltung arbeite derzeit an einem detaillierten Plan, berichtet der Internet-Dienst Quartz. Eine konkrete Gesetzes-Vorlage kommt demnach wohl nicht vor November 2016. Aber wenn sie dann auf die Tagesordnung gelangt, könnten die bisher bestehenden Sozialleistungen Geschichte sein und durch das  monatliche Grundeinkommen in Höhe von 800 Euro für jeden Erwachsenen ersetzt werden.

Eine große Mehrheit der Bevölkerung weiß die Regierung dabei hinter sich, wie eine aktuelle von der finnischen Sozialversicherung Kela in Auftrag gegebene Umfrage zeigt: Danach finden beinahe 70 Prozent der Finnen die Idee gut. Und auch Regierungschef Juha Sipilä wirbt dafür: „Für mich bedeutet ein Grundeinkommen eine Vereinfachung des sozialen Sicherungssystems“, wird er zitiert.

Mehr zum Thema

Tatsächlich beabsichtigt die finnische Regierung mit dem Grundeinkommen gerade die derzeit auf einem 15-Jahres-Hoch liegende Arbeitslosigkeit von 9,5 Prozent zu verringern. Ihr Kalkül geht dem Bericht zufolge so: Mit einem Grundeinkommen würden Menschen eher bereit sein, eine schlechter bezahlte Arbeit anzunehmen. Momentan sei dies hingegen mit verringerten Sozialleistungen verbunden.

Aber rechnet sich so ein Grundeinkommen? Kela-Direktor Liisa Hyssälä sagt dem Bericht zufolge, die Pläne sparten den Staat jedes Jahr einen Millionenbetrag. Der Finanzdienst Bloomberg rechnet in einer Überschlags-Kalkulation vor, dass jedes Jahr rund 47 Milliarden Euro benötigt würden, wenn jedem der beinahe 5 Millionen erwachsenen Finnen im Monat 800 Euro aus der Staatskasse gezahlt würden. Nicht klar ist wiederum aber, was unter dem Strich herauskommt, wenn dafür eben die bestehenden Sozialleistungen (fast?) komplett eingedampft werden sollten.

Quelle: ala.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Weltaidskonferenz Sisyphos kurz vor dem Gipfel

In Durban hat die Weltaidskonferenz begonnen. 18.000 Delegierte befassen sich mit schlechten und guten Nachrichten. Sie wollen ein Zeichen für den Zugang zu Medikamenten, Prävention und Versorgung setzen. Mehr Von Peter-Philipp Schmitt, Durban

18.07.2016, 21:02 Uhr | Gesellschaft
Projekt in Albanien Staudamm gefährdet einzigartige Flusslandschaft

Der Fluss Vjosa durchquert Albanien auf dem Weg von seiner Quelle in Griechenland bis zur Mündung in die Adria. Das glasklare Gewässer gehört zu den letzten unberührten Wasserläufen Europas, doch die Regierung in Tirana plant einen Staudamm, um den wachsenden Energiehunger des Landes zu stillen. Die Menschen in dem Dorf Kut sehen dadurch die Grundlage ihrer Existenz gefährdet. Mehr

21.07.2016, 02:00 Uhr | Wirtschaft
Eintracht-Torwart Hradecky Wir haben spannende Typen geholt

Torwart Lukas Hradecky ist der Sympathieträger in der Eintracht. Im Interview spricht er über realistische Ziele, gutes Karma und darüber, was Manuel Neuer vielleicht von ihm lernen kann. Mehr Von Ralf Weitbrecht

18.07.2016, 06:01 Uhr | Rhein-Main
Britische Regierung Kommt Theresa May mit ihren Brexit-Forderungen durch?

Weiterhin Zugang zum europäischen Binnenmarkt, aber bitteschön keine EU-Ausländer mehr im Königreich: Kommt die britische Regierung unter der neuen Premierministerin Theresa May bei den Brexit-Verhandlungen mit ihren Maximalforderungen durch? Briten in Deutschland haben da so ihre Zweifel. Mehr

19.07.2016, 02:00 Uhr | Politik
Wahl in Amerika Republikaner nominieren Trump

Er hat es geschafft: Donald Trump ist auf dem Parteitag der Republikaner offiziell zum Präsidentschaftskandidaten seiner Partei gewählt worden. Außenminister Steinmeier zeigt sich besorgt. Mehr

20.07.2016, 04:03 Uhr | Politik

Das blaue Dieselgespenst

Von Holger Appel

Einfahrverbote in Städte helfen nicht dabei, die Luftqualität zu verbessern. Sinnvolle Effekte brächten Taxis, Busse und Behörden. Warum die blaue Plakette schleunigst vertrieben gehört. Mehr 61 87

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden