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Finnland : 800 Euro Grundeinkommen – für jeden

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In Finnland ist die Arbeitslosigkeit derzeit so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Bild: dpa

Die finnische Regierung bereitet offenbar ein monatliches Grundeinkommen für jeden Erwachsenen vor. Sie hat damit vor allem eines im Sinn.

          Es wäre ein großer Schritt: Die finnische Regierung plant angeblich, ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen. Die Verwaltung arbeite derzeit an einem detaillierten Plan, berichtet der Internet-Dienst Quartz. Eine konkrete Gesetzes-Vorlage kommt demnach wohl nicht vor November 2016. Aber wenn sie dann auf die Tagesordnung gelangt, könnten die bisher bestehenden Sozialleistungen Geschichte sein und durch das  monatliche Grundeinkommen in Höhe von 800 Euro für jeden Erwachsenen ersetzt werden.

          Eine große Mehrheit der Bevölkerung weiß die Regierung dabei hinter sich, wie eine aktuelle von der finnischen Sozialversicherung Kela in Auftrag gegebene Umfrage zeigt: Danach finden beinahe 70 Prozent der Finnen die Idee gut. Und auch Regierungschef Juha Sipilä wirbt dafür: „Für mich bedeutet ein Grundeinkommen eine Vereinfachung des sozialen Sicherungssystems“, wird er zitiert.

          Tatsächlich beabsichtigt die finnische Regierung mit dem Grundeinkommen gerade die derzeit auf einem 15-Jahres-Hoch liegende Arbeitslosigkeit von 9,5 Prozent zu verringern. Ihr Kalkül geht dem Bericht zufolge so: Mit einem Grundeinkommen würden Menschen eher bereit sein, eine schlechter bezahlte Arbeit anzunehmen. Momentan sei dies hingegen mit verringerten Sozialleistungen verbunden.

          Aber rechnet sich so ein Grundeinkommen? Kela-Direktor Liisa Hyssälä sagt dem Bericht zufolge, die Pläne sparten den Staat jedes Jahr einen Millionenbetrag. Der Finanzdienst Bloomberg rechnet in einer Überschlags-Kalkulation vor, dass jedes Jahr rund 47 Milliarden Euro benötigt würden, wenn jedem der beinahe 5 Millionen erwachsenen Finnen im Monat 800 Euro aus der Staatskasse gezahlt würden. Nicht klar ist wiederum aber, was unter dem Strich herauskommt, wenn dafür eben die bestehenden Sozialleistungen (fast?) komplett eingedampft werden sollten.

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