Home
http://www.faz.net/-gqe-7589a
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Finanzministerium Bund kommt mit weniger neuen Schulden aus

Trotz schwacher Konjunktur und trotz eines Einbruchs der Steuereinnahmen im November wird der Bund 2012 weniger neue Schulden machen, als erwartet: Die Nettokreditaufnahme werde unter 25 Milliarden Euro liegen, heißt es in einem aktuellen Bericht des Finanzministeriums.

© dpa Die Nettokreditaufnahme im laufenden Jahr soll unter 25 Milliarden Euro liegen.

Der Bund kommt in diesem Jahr trotz eines November-Einbruchs bei den Steuereinnahmen mit weniger neuen Schulden aus als bisher erwartet. Die Nettokreditaufnahme wird 2012 unterhalb von 25 Milliarden Euro liegen, wie aus dem aktuellen Monatsbericht des Finanzministeriums hervorgeht.

Im November sind angesichts der Konjunkturabkühlung die Steuereinnahmen von Bund und Ländern zwar nur noch um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat geklettert. Im Folgemonat wird aber mit einem kräftigeren Plus gerechnet, da der Dezember traditionell der einnahmestärkste Monat ist. Zum Jahresende sind wieder Rekordeinnahmen für den deutschen Fiskus möglich.

Konjunkturabkühlung nur vorübergehend

Zuletzt hieß es, dass das Finanzierungsdefizit des Bundes 2012 „bei 25 Milliarden Euro“ liegen könnte. Nun schreibt das Ministerium: „Aufgrund der bisherigen Entwicklung und unter Berücksichtigung des erfahrungsgemäß aufkommensstarken Dezember-Ergebnisses ist zu erwarten, dass die Nettokreditaufnahme 25 Milliarden Euro unterschreiten wird.“ Das wären nochmals rund drei Milliarden weniger als im zweiten Nachtragsetat bisher veranschlagt.

Die Konjunkturabkühlung wird aus Sicht des Ministeriums nur vorübergehend sein, das Wachstum im kommenden Jahr aber dämpfen. Für eine nur temporäre Schwächephase spreche, dass sich die Ifo-Geschäftserwartungen für das Verarbeitende Gewerbe zum dritten Mal in Folge verbessert hätten. Auch die ZEW-Konjunkturerwartungen seien überraschend kräftig gestiegen: „Damit bestehen gute Chancen, dass nach der „Konjunkturdelle“ im Winterhalbjahr die wirtschaftlichen Auftriebskräfte wieder stärker werden.“

Die aktuellen Daten signalisierten aber einen ungünstigen Einstieg der deutschen Wirtschaft in das Schlussquartal 2012. Eine Abkühlung im Winterhalbjahr werde das 2013 zu erwartende Wachstum dämpfen.

Mehr zum Thema

Quelle: DPA-AFX

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Schuldenstreit mit Athen Was passiert, wenn der Grexit kommt?

Griechenland steht am Abgrund: Tag für Tag wird eine Staatspleite wahrscheinlicher. Kommt es dazu, folgt wahrscheinlich auch das Euro-Aus. Doch wie könnte so ein Grexit ganz konkret ablaufen? Und welche Folgen hätte er? Mehr Von Philip Plickert

19.06.2015, 12:42 Uhr | Wirtschaft
SS-Massaker in Distomo Bewohner warten auf Entschädigung

In Deutschland ist die Empörung über die griechischen Reparationsforderungen in Höhe von 278,7 Milliarden Euro groß. Denn: Der Betrag deckt ungefähr die Schulden, die Athen seit dem Weltkrieg angehäuft hat. Im Dorf Distomo warten die Bewohner seit Jahren auf Entschädigungen: Hier hat die Waffen-SS 1944 mehr als 200 Menschen getötet. Mehr

08.04.2015, 14:32 Uhr | Gesellschaft
Schuldenkrise Ukraine vereinbart Gespräche mit Gläubigern

Die von der Staatspleite bedrohte Ukraine kann mit ihren Gläubigern über einen Schuldenerlass verhandeln. Nach wochenlangem Gezerre einigten sich beide Seiten auf Gespräche ohne Vorbedingungen. Mehr

02.07.2015, 07:07 Uhr | Wirtschaft
Kanada Elf Milliarden Euro Entschädigung für Raucher

Drei Zigarettenhersteller in Kanada müssen umgerechnet elf Milliarden Euro Schadensersatz an Raucher bezahlen. Der Grund: Sie hätten nicht ausreichend vor den Gefahren des Rauchens gewarnt. Mehr

02.06.2015, 16:18 Uhr | Wirtschaft
Schlussverhandlungen mit Athen Morgen muss es echt geschehen

Das Hilfsprogramm für Griechenland wird bis November verlängert, Geld fließt schnell, zeigt ein neues Dokument der Gläubiger. Vorausgesetzt: Morgen gibt es endlich eine Einigung. Die Kanzlerin jedenfalls sagt: Es gibt keinen Plan B. Mehr

26.06.2015, 13:43 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.12.2012, 08:27 Uhr

Eine neue Tarifwelt?

Von Heike Göbel

Bahn und Lokführergewerkschaft haben sich auf einen Tarifvertrag geeinigt. Das ging aber nur mit Hilfe der Schlichter. Ein normaler Tarifkonflikt war das nicht. Mehr 8


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Immer weniger Zinsen

Für Anleihen werden immer weniger Zinsen gezahlt. Das Niveau im Euroraum hat sich dabei mittlerweile dem von Japan angenähert. Mehr 1