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Freitag, 10. Februar 2012
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Finanzmärkte Frankreich fordert scharfe Regeln für Rohstoff-Derivate

01.09.2010 ·  Als Lehre aus der Finanzkrise will die EU mehr Transparenz in den Derivate-Handel bringen. Frankreich fordert speziell eine schärfere Regulierung von Rohstoff-Derivaten. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier begrüßt den französischen Vorstoß.

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Hierzu soll ein möglichst großer Teil dieser bisher unbeaufsichtigten Geschäfte künftig über Clearinghäuser verrechnet werden. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier legt voraussichtlich am kommenden Dienstag seinen Richtlinienentwurf zum Derivatehandel vor. Er zielt im Wesentlichen darauf ab, die Derivate zu standardisieren und ihren Handel an die Börse zu bringen. Derivategeschäfte müssen dem Vorschlag zufolge außerdem in einer Handelsdatenbank erfasst werden. Die EU setzt damit ein Ziel der G-20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer um, die sich vor einem Jahr wegen der Finanzkrise auf eine umfassende Neuregulierung des Sektors geeinigt hatten.

Frankreich hat die EU-Kommission zudem zu einer umfassenden Regulierung speziell von Rohstoff-Derivaten aufgefordert. Da die Rohstoffmärkte immer mehr wie Finanzmärkte arbeiteten, sei die derzeitige Regulierung nicht mehr ausreichend, schrieben Wirtschaftsministerin Christine Lagarde und die Ressortchefs für Energie und Landwirtschaft in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben an die EU-Kommission. Schärfere Vorschriften sind nach Ansicht der französischen Regierung bei Getreide und anderen Agrarrohstoffen, Metallen, Öl und Gas sowie bei CO2-Emissionszertifikaten notwendig. Der Rohstoffderivatemarkt sei in den vergangenen Jahren stark gewachsen, so dass die Sorge bestehe, dass die Volatilität auch auf den physischen Markt übergreifen könne. Dadurch würden die Rohstoffpreise nicht mehr von Angebot und Nachfrage bestimmt, sondern könnten vielmehr Trends am Derivatemarkt widerspiegeln, erklärten Mitarbeiter des französischen Finanzministeriums.

Sarkozy: Regulierung von Rohstoff-Derivaten wird Schwerpunkt

Präsident Nicolas Sarkozy hatte vergangene Woche erklärt, die Regulierung von Rohstoff-Derivaten werde ein Schwerpunkt Frankreichs bei seiner im November beginnenden Präsidentschaft der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G 20).

Die G20-Staaten hatten sich bereits grundsätzlich dafür ausgesprochen, Preisschwankungen bei Rohstoffen durch strengere Regeln für deren Derivate begrenzen zu wollen. Die EU-Kommission wird Mitte September eine grundsätzliche Regulierung von Derivaten vorlegen, die auch den Rohstoffsektor einschließt.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier begrüßte den französischen Vorstoß. Es sei notwendig, über den schon geplanten Gesetzesvorschlag hinauszugehen. So werde die Kommission im kommenden Jahr die Richtlinie über Marktinstrumente (Mifid) auch im Hinblick darauf überarbeiten. Er werde vorschlagen, zu diesem Thema die Koordination mit anderen zuständigen Kommissaren zu verstärken.

Der französische Vorstoß geht bereits in Details. So sollte die Möglichkeit bestehen, ein Limit für Handelspositionen zu setzen. Über die Marktteilnehmer und deren Geschäfte müsse mehr Transparenz geschaffen werden. Das Vorgehen gegen Marktmissbrauch müsse besser reguliert werden. Dazu wäre eine klare Definition von Insiderhandel und Marktmanipulation die Voraussetzung. Auch seien Leitlinien für eine europäische Aufsicht über diesen Markt notwendig, wobei zur Diskussion gestellt wird, ob eine gesonderte Behörde nach dem Vorbild der amerikanischen Commodity Futures Trading Commission (CFTC) geschaffen werden müsse oder die Verantwortung bei der schon geplanten europäischen Wertpapieraufsicht ESMA liegen sollte.

Quelle: FAZ.NET mit dpa/Reuters/Dow Jones
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Von Holger Steltzner

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