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Finanzkrise Zentralbanken fluten die Geldmärkte

13.12.2007 ·  Die Finanzmarktkrise veranlasst fünf Zentralbanken, darunter die Europäische Zentralbank und die amerikanische Fed, zur Bereitstellung zusätzlichen Geldes über die Feiertage. Die Aktienmärkte reagieren auf die Notmaßnahmen mit Kursgewinnen.

Von Claus Tigges, Gerald Braunberger und Bettina Schulz
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Die führenden Zentralbanken der Welt ergreifen zusätzliche Schritte zur Überwindung der Spannungen an den Finanzmärkten. In einer abgestimmten Aktion haben die amerikanische Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank von England, die Bank von Kanada und die Schweizerische Nationalbank angekündigt, den Märkten vorübergehend zusätzliches Geld bereit zu stellen.

„Wir wollen zur Entspannung auf den internationalen Geldmärkten beitragen“, sagte der Vizepräsident der EZB. Lucas Papademos, in Frankfurt. Angesichts des nach wie vor großen Misstrauens der Geschäftsbanken untereinander funktioniere die kurzfristige Geldleihe zwischen den Banken derzeit nicht einwandfrei. Die Aktienmärkte reagierten auf die Ankündigung mit Kursgewinnen. Der Dax notierte am Nachmittag mit einem Plus von rund einem Prozent nur noch knapp unter seinem historischen Hoch von 8151 Punkten. In New York legte der Dow Jones-Index im frühen Handel ebenfalls um rund 1 Prozent zu.

Zwei Tranchen

Die EZB bietet den Geschäftsbanken am 17. und 20. Dezember für rund einen Monat in zwei Tranchen 20 Milliarden Dollar an, weil viele europäische Banken am amerikanischen Geldmarkt Geschäfte tätigen. Der Dollarbetrag wird der EZB vorübergehend von der Fed zur Verfügung gestellt. Die EZB besteht aber nach wie vor auf der Hinterlegung absolut erstklassiger Wertpapiere als Sicherheit für das bereit gestellte Geld.

Die Fed beteiligt sich an der gemeinsamen Aktion mit einer so genannten „Term Auction Facility“, in der Geschäftsbanken und andere Finanzinstitutionen Gebote für zusätzliches Geld über rund einen Monat abgeben können. Voraussetzung für den Zugang zu der neuen Kreditlinie ist eine „generell gute finanzielle Verfassung“ des Instituts. Dies wird von den zwölf regionalen Federal Reserve Banken beurteilt. Nach Auskunft der Fed versetzt sie die „Term Auction Facility“ in die Lage, einem größeren Kreis von Geschäftspartnern und gegen die Hereinnahme einer breiteren Palette von Wertpapieren Liquidität bereitzustellen, als dies bei den traditionellen Offenmarktgeschäften der Fall ist. Wie die Fed mitteilte, ist die Fazilität nur vorübergehend geplant.

Am Montag geht es los

Die erste Versteigerung von 20 Milliarden Dollar ist für den kommenden Montag vorgesehen. Die Laufzeit des Geschäfts beträgt 28 Tage. Am Donnerstag kommender Woche sollen Banken und andere Finanzmarktakteure weitere bis zu 20 Milliarden Dollar mit einer Laufzeit von 35 Tagen können. Die Termine von zwei weiteren Auktionen sind der 14. und der 28. Januar kommenden Jahres.

In der Londoner City führte die Ankündigung sofort zu deutlich niedrigen Sätzen am Geldmarkt. Nachdem die Geldmarktsätze angesichts hohen Risikoprämien am Markt in den vergangenen zwei Wochen sogar wieder auf das Niveau zum Höhepunkt der Finanzkrise Mitte September gestiegen waren, gab der Londoner Satz (Libor) für Drei-Monatsgeld in Euro von 4,93 auf 4,73 und für das Pfund von 6,63 auf 6,43 Prozent nach. Zuvor hatten einzelne Geldmarktsätze ihren höchsten Stand seit sieben Jahren erreicht und damit eine extreme Geldknappheit am Bankenmarkt signalisiert.

Die Bank of England will am 18. Dezember und 15. Januar anstatt 2,85 nun 11,35 Milliarden Pfund in den Markt geben, davon 10 Milliarden Pfund als Dreimonatsgeld. Entgegen ihrer ursprünglichen Vorstellung wird die Bank von England nun doch einen deutlich größeren Strauß von Wertpapieren als Hinterlegung akzeptieren.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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