05.08.2008 · Der ehemalige Chef der amerikanischen Zentralbank hat sich in drastischen Worten zur Finanzkrise geäußert. Eine solche Krise würde nur „ ein- oder zweimal pro Jahrhundert“ vorkommen.
Der ehemalige Chef der amerikanischen Zentralbank, Alan Greenspan, hat vor weiteren Bankenpleiten im Zuge der Finanzkrise gewarnt. „Es kann sein, dass eine Reihe von Banken und Finanzinstitutionen am Rande der Zahlungsunfähigkeit von den Regierungen gerettet werden“, schrieb Greenspan in einem Beitrag für die „Financial Times“ vom Dienstag. Der ehemalige Notenbankchef bezeichnete die Kreditkrise als „ein Ereignis, wie es ein- oder zweimal pro Jahrhundert vorkommt“.
Die Krise fuße vor allem auf der Angst vor dem Zusammenbruch großer Finanzinstitutionen.Gleichwohl warnt Greenspan vor einem zu starken Eingreifen des Staates. Regulierung sei bei der Bekämpfung von Krisen noch nie ein erfolgreiches Mittel gewesen, sagte Greenspan.
Laut Greenspan wird die Finanzkrise erst dann ein Ende finden, wenn sich die Häuserpreise in den Vereinigten Staaten stabilisieren und dadurch die entsprechenden forderungsbesicherten Wertpapiere gestützt werden. Der Wert des privaten Wohneigentums werde sich aber erst dann erholen, wenn sich der immense Angebotsüberhang an Einfamilienhäusern infolge des Immobilienbooms weiter abbaue. Der amerikanische Häusermarkt gilt als Ausgangspunkt der Hypothekenkrise und damit der internationalen Finanzmarktkrise.
Die Krise wurde nach Ansicht Greenspans „nicht dadurch beendet, dass die Zentralbanken riesige Dosen kurzfristiger Liquidität injizierten“. Erst als staatliche Kredite an die Stelle von Krediten privater Banken getreten seien - wie im Fall der amerikanischen Bank Bear Stearns oder der britischen Bank Northern Rock -, sei ein Anschein von Stabilität an den Märkten wiederhergestellt worden.
Unter der Leitung von Greenspan hatte die amerikanische Zentralbank Fed nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 eine Politik des billigen Gelds betrieben. Im Juni 2003 erreicht der Leitzinssatz das Rekordtief von 1,0 Prozent. Schuldenmachen, wie etwa die Aufnahme von Krediten auch von Hauskäufern mit nur geringem Einkommen, wurde damit immer billiger. Kritikern Greenspans zufolge war dies ein Auslöser für die aktuelle Finanzkrise.
Greenspans Warnung
Werner Weber (WeberDortmund)
- 05.08.2008, 15:32 Uhr
Es gibt weitgehende Uebereinstimmung in der Einschaetzung,
Christian Roigk (Dubai1)
- 05.08.2008, 16:13 Uhr
Krise à la Greenspan
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 05.08.2008, 23:02 Uhr
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