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Finanzkrise Einigung auf Notfonds für Kreditmärkte

12.11.2007 ·  Deutsche Banken zögern wegen des spärlichen Informationsflusses noch, ihre Beteiligung an einem Notfonds zuzusagen. Einzig die Dresdner Bank äußert sich positiv und will Beteiligung prüfen. Die Wirksamkeit des Fonds wird unterschiedlich bewertet.

Von Norbert Kuls, Daniel Schäfer, Bettina Schulz
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Der geplante Rettungsfonds für die Kreditmärkte nimmt langsam Form an. Am Freitag hatten sich die drei größten amerikanischen Banken nach mehrwöchigen Verhandlungen auf eine Lösung bei dem geplanten Notfonds für die Stabilisierung des Kreditmarktes geeinigt. Die Citigroup, Bank of America sowie J.P. Morgan Chase verständigten sich amerikanischen Presseberichten zufolge auf eine Struktur für den Fonds im Volumen von mindestens 75 Milliarden Dollar. Der Fonds könne Ende Dezember seine Arbeit aufnehmen, hieß es. Die drei Großbanken wollen jeweils nur 5 bis 10 Milliarden Dollar bereitstellen. Der Rest soll von anderen Finanzinstituten kommen.

Die deutschen Banken sind angesichts eines derzeit dürren Informationsstandes noch zögerlich. Der am Montag für ein zusätzliches Jahr in seinem Amt wiedergewählte Bankenverbandspräsident Klaus-Peter Müller sagte, erst wenn weitere Details vorlägen, könne der Verband eine qualitative Aussage zu dem Rettungsfonds treffen. Bislang hatten sich die Banken mit Ausnahme der Dresdner Bank und auch der Deutschen Bank eher ablehnend zu diesem Vorhaben geäußert.

Die Wirkung ist umstritten

Von Seiten der Dresdner Bank hieß es weiterhin, sie prüfe eine Beteiligung an dem Rettungsfonds. Am Freitag hatte der Finanzvorstand des Dresdner-Bank-Mutterkonzerns Allianz, Helmut Perlet, gesagt, die Bank wolle „in aller Ruhe prüfen, ob das für uns Sinn ergeben kann“. Angesichts der Krise auf dem Kreditmarkt wollen die Betreiber den Fonds mit ausreichend Kapital austatten, um in Finanzierungsnot geratenen Zweckgesellschaften von Banken forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) abzukaufen. Damit sollen die Preise in diesem Markt stabilisiert werden. Die Zweckgesellschaften investieren außerhalb der Bankbilanzen in die mit Krediten unterlegten Wertpapiere. Dazu gehören auch Anleihen, die mit Hypotheken besichert sind. Aufgrund der gestiegenen Ausfälle besonders bei zweitklassigen Hypotheken in Amerika gibt es für diese Papiere kaum einen Markt mehr. Nach neuen Schätzungen der Deutschen Bank wird der Gesamtschaden auf dem Markt für zweitklassige Hypotheken 300 bis 400 Milliarden Dollar betragen, was einer Ausfallrate von 30 bis 40 Prozent entspricht.

Die Dresdner Bank hat mit der Anlagegesellschaft „K2“ eines der größten außerbilanziellen Investmentvehikel (SIV) weltweit. Die Gesellschaft hat ihr Portfolio in den vergangenen Monaten um ein Drittel verringert und verwaltet mittlerweile noch 18 Milliarden Euro. K2 hat überwiegend von den Ratingagenturen sehr gut benotete Vermögenswerte und könnte diese an den Rettungsfonds verkaufen. Die potentielle Wirkungskraft des Rettungsfonds ist unter Fachleuten umstritten. Die Organisatoren haben die Hoffnung, dass der Fonds für Zeit sorgt, damit sich die gefallenen Preise für die betroffenen Wertpapiere wieder erholen können.

Quelle: F.A.Z., 13.11.2007, Nr. 264 / Seite 11
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