Die Schattenbanken sind nach Erkenntnissen der Banken-Regulierer größer als vor der Finanzkrise. Der Finanzstabilitätsrat (FSB) der G20-Staaten beziffert das Volumen der Nicht-Banken, die den weltweiten Geldkreislauf mit Kredit und Liquidität anheizen, zum Ende des vergangenen Jahres auf 67 Billionen Dollar. Zum Start der Krise 2007, für welche die Schattenbanken mitverantwortlich gemacht wurden, waren es 62 Billionen Dollar, vor zehn Jahren 26 Billionen Dollar.
Damit sorgen die zum großen Teil wenig oder gar nicht regulierten Institutionen für fast ein Viertel der Vermögenswerte im gesamten Finanzsystem. Die Banken selbst stellen knapp die Hälfte, der Rest kommt von Versicherern und Pensionsfonds, Staatsbanken und Zentralbanken.
Große Dunkelziffer
Dabei sei die Dunkelziffer bei den Schattenbanken noch groß, räumte der FSB ein. So seien viele Hedgefonds in Steuer- und Finanzparadiesen zuhause, wo den Aufsehern genaue Daten fehlen. Das Gremium, das unter dem Dach der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel angesiedelt ist, will im Zuge der weltweiten Regulierungsbemühungen auch die Kontrolle über die Schattenbanken verstärken.
Am Wochenende stellte der FSB dazu ein Maßnahmenpaket zur Diskussion, das bis September 2013 von den G20-Staaten umgesetzt werden soll. Bisher waren viele der Schattenbanken und die mit ihnen verbundenen Risiken unter dem Radarschirm der Aufseher geblieben.
Problem Geldmarktfonds
Schattenbanken seien an sich nichts Schlechtes, betonten die Aufseher. Doch könnten sie eine Finanzkrise beschleunigen oder sogar selbst auslösen, wenn sie für eine steigende Verschuldung der Banken sorgen, vor allem aber, wenn sie langfristige Kredite zu kurzfristig refinanzieren. In einer Krise ziehen sie sich oft schnell zurück und hinterlassen Chaos im Finanzsektor.
Ein Dorn im Auge sind den Aufsehern vor allem Geldmarktfonds, die in der Euro-Schuldenkrise für Verwerfungen gesorgt hatten, weil sie den europäischen Banken Dollar-Liquidität entzogen hatten. Sie seien sehr verwundbar, weil ihre eigenen Geldgeber in schlechten Zeiten häufig blitzschnell die Liquidität abziehen.
Auch Repo-Geschäfte besser überwachen
Aber auch die Wertpapierleihe, die Wiederverbriefung von Verbindlichkeiten oder Repo-Geschäfte sollen besser überwacht werden - der bedeutende amerikanische Ökonom Gary Gorton sieht in einem „Sturm auf den Repo-Markt“ die eigentliche Eskalation der Finanzkrise.
Die Pleite der Bank von Lehman Brothers und die Beinahe-Pleite des amerikanischen Versicherers AIG hatten vor allem deswegen einen Flächenbrand ausgelöst, weil beide in der Wertpapierleihe stark vertreten waren. Zu den Schattenbanken zählen auch Investment-Vehikel wie Conduits oder SIVs, in die etwa deutsche Landesbanken außerhalb der Bilanz investiert und damit Schiffbruch erlitten hatten. Nicht alle sind aber so gefährlich: So zählen die Aufseher auch die in den Niederlanden angesiedelten Finanztöchter vieler Banken zu den Schattenbanken.
Größter Schattenbankensektor in den Amerika
Den größten Schattenbanken-Sektor haben nach den FSB-Daten die Vereinigten Staaten: er ist dort allein 23 Billionen Dollar groß und macht 35 Prozent des gesamten Finanzsektors aus. Die gesamte Euro-Zone kommt demnach auf 22 Billionen Dollar.
Allerdings ist der Anteil der Vereinigten Staaten von 2005 bis 2011 auf 35 von 44 Prozent gesunken - vor allem zugunsten von Großbritannien. In internationalen Finanzzentren wie Hongkong, Großbritannien, Singapur und der Schweiz erreicht das Volumen der Schattenbanken ein Vielfaches des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Juncker und Luxemburg untergraben die Bankenregulierung
Markus Vogel (dmwv)
- 19.11.2012, 14:58 Uhr
Gary Gorton!!
Leo Lax (Leola74)
- 19.11.2012, 13:34 Uhr
Blockade des automatischen Informationsaustauschs. Juncker als
Eurogruppenchef untragbar
Markus Vogel (dmwv)
- 19.11.2012, 13:10 Uhr
Abgekoppelt und verzockt
Jürgen Hohmann (JuHoh)
- 19.11.2012, 11:26 Uhr
Das hat leider System. Ob Banken oder Schattenbanken. Es ist ein
schlichtes ABM-System, um den
Martin Bebel (MaBe1968)
- 19.11.2012, 11:09 Uhr
