08.06.2007 · Schon heute hat der Güterverkehr in Deutschland unerwartete Dimensionen erreicht, bis zum Jahr 2050 soll er sich gar verdoppeln. Vor allem die Bahn wird von der Entwicklung profitieren. Um der Entwicklung standzuhalten, müssen dringend die Verkehrswege ausgebaut werden.
Von Kerstin Schwenn, BerlinDer Güterverkehr in Deutschland wird sich bis zum Jahr 2050 verdoppeln. Die Marktanteile von Straße, Schiene und Wasserstraße werden sich dabei nicht wesentlich verschieben. Die Straße wird ihren großen Vorsprung auf lange Sicht halten, die Bahn aber die höchsten Wachstumsraten verzeichnen. Dies sind die Kernergebnisse der bislang unveröffentlichten Studie „Abschätzung der langfristigen Entwicklung des Güterverkehrs bis 2050“ des Baseler Progtrans-Instituts, die dieser Zeitung in Auszügen vorliegt.
Schon heute hat der Güterverkehr nahezu ein Ausmaß erreicht, das im Bundesverkehrswegeplan 2003 erst für 2015 vorhergesagt wird. Ohne einen Ausbau der Verkehrswege drohen Engpässe und damit Stillstand. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sieht sich durch die Studie in der Erwartung gestärkt, im „Chefgespräch“ mit Finanzminister Peer Steinbrück (beide SPD) am kommenden Montag einen Aufschlag für seinen Investitionsetat 2008 herauszuholen. In diesem Jahr hat Tiefensee knapp 9 Milliarden Euro für Infrastrukturinvestitionen zur Verfügung, nach der bisherigen Haushaltsplanung von Steinbrück sollte der Ansatz 2008 stabil bleiben.
Verkehrsaufkommen und -leistung nehmen zu
Die Entwicklung des Güterverkehrs wird nach dem Gutachten, das im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstellt wurde, einerseits von einer auch langfristig dynamischen Außenhandelsverflechtung und andererseits von einer von 2030 an weniger dynamischen Binnennachfrage bestimmt. Deutschland werde von der anhaltenden Expansion des Weltmarktes und des internationalen Handels profitieren, heißt es. Bis 2050 werde der Export von Waren und Dienstleistungen weiter erheblich wachsen. Diese positive wirtschaftliche Entwicklung, verbunden mit einer zunehmenden internationalen Arbeitsteilung, werde auch künftig zu einer hohen Verkehrsnachfrage führen.
Nach der Prognose werden sowohl das Verkehrsaufkommen als auch die -leistung bis 2050 zunehmen: Das Aufkommen werde von heute gut 3,7 Milliarden Tonnen um knapp die Hälfte auf fast 5,5 Milliarden Tonnen zunehmen; die Leistung werde sich wegen der zunehmenden Transportweiten von rund 600 Milliarden auf mehr als 1200 Milliarden Tonnenkilometer mehr als verdoppeln. Besonders spürbar werde der Transitverkehr zulegen: Hier werde die Leistung bis 2050 so stark wachsen, dass sie dann etwa ein Fünftel des gesamten Güterverkehrs auf deutschen Verkehrswegen ausmachen werde.
Die Eisenbahn profitiert von den Veränderungen
Grundsätzlich würden sich die Veränderungen beim „Modal Split“, der Aufteilung der Marktanteile der einzelnen Verkehrsträger, mit Verschiebungen von etwa drei Prozentpunkten in Grenzen halten, heißt es in der Studie weiter. Profitieren werde die Eisenbahn: Sowohl beim Aufkommen als auch bei der Leistung werde sie die höchsten Wachstumsraten verzeichnen. „Bis 2050 wird die Bahn im Modal Split um zwei Prozentpunkte zulegen.“ Der Anteil werde dann bei 18,7 Prozent liegen. Auf der Straße werde sich von 2030 an der Rückgang der Binnenverkehrstonnage bemerkbar machen. Der Lastwagen werde zwar deswegen nach 2030 1,5 Prozentpunkte Marktanteil abgeben.
Wegen der wachsenden Bedeutung des Fernverkehrs werde er aber bis 2030 seinen Vorsprung im Marktanteils-Vergleich so weit ausbauen, dass er bis 2050 im Vergleich zu heute immer noch um etwa zwei Prozentpunkte auf 71,6 Prozent zulegen könne. Absolut betrachtet, werde auch die Binnenschifffahrt wachsen. Relativ gesehen bleibe der Anteil der Transportmenge am Gesamtaufkommen bis 2050 stabil. Wegen der nur geringfügigen Zunahmen der Transportweiten werde das Binnenschiff aber, nach Transportleistung gerechnet, bis 2050 knapp drei Prozentpunkte Marktanteil abgeben. Der Anteil des Binnenschiffs werde damit von heute 11 auf nur noch 8,2 Prozent zurückgehen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |