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Feinstaub Rußfilter für Kaminöfen - wen trifft's?

26.11.2007 ·  Am Wochenende wurde bekannt, dass die Regierung eine Rußfilter-Pflicht für Kaminöfen plant. Aber welche Öfen werden betroffen sein? Für wen lohnt es sich nachzurüsten? Und sind die behaglichen Öfen tatsächlich gefährliche „Dreckschleudern“? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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Jeder zweite der rund 14 Millionen deutschen Kamin- oder Kachelöfen muss bald mit einem Rußfilter gegen Feinstaub nachgerüstet oder durch eine neue Anlage ersetzt werden. Das ergibt sich aus einer neuen Verordnung des Umweltministeriums, die die fast zwanzig Jahre alten Schadstoff-Grenzwerte korrigieren und damit gesundheitsgefährdende Emissionen verringern soll. Die Änderung wird, wie das Ministerium am Montag in Berlin berichtete, im Januar vom Kabinett verabschiedet. Sie betrifft vor allem alte Kaminöfen, nicht aber die modernen Holzöfen (sogenannte Pellet-Heizungen), weil diese mit ihrer besseren Verbrennungstechnik die neuen Grenzwerte einhalten können (siehe dazu auch: Bund plant Rußfilter-Pflicht für Kaminöfen).

Die Regierung sieht sich zu dieser Maßnahme vor allem deshalb gezwungen, weil wegen des teuren Öls immer mehr Bürger mit Holz heizen. Das ist aus Gründen des Klimaschutzes zwar erwünscht, weil beim Einsatz von Biomasse die Kohlendioxid-Bilanz neutral ist. Doch die Staubemissionen aus kleinen Feuerungsanlagen haben massiv zugenommen, weil es für diese bisher keine Grenzwerte gibt. Die Novelle richtet sich vor allem gegen Billigöfen aus Baumärkten. Öfen, die die Grenzwerte einhalten, kosten zwischen 500 und 700 Euro, was unter den Kosten für die Nachrüstung mit einem Rußfilter liegt. Bei der Umrüstung wird es längere Übergangsfristen geben, die je nach Bau-Typ des Ofens zwischen 2014 und 2024 liegen.

Emittieren die Öfen wirklich mehr als Dieselfahrzeuge?

Die Warnungen vor den Schadstoffen sind keineswegs neu. Bereits im März 2006 beschrieb das Umweltbundesamt als eine der „Nebenwirkungen“ der Holzöfen den Feinstaubausstoß. Die Einzelöfen und die rund eine Million Holzzentralheizungen emittieren jährlich rund 24.000 Tonnen Feinstaub, der beim Einatmen bis tief in die Lunge eindringt. Das sind rund 3000 Tonnen Feinstaub mehr, als sämtliche mit Diesel betriebenen Fahrzeuge in Deutschland jährlich ausstoßen. Vor allem ältere Öfen gelten als wenig umweltfreundlich. Man schätzt, dass Holzöfen, die zehn Jahre und älter sind, rund 80 Prozent der Feinstaubemissionen aus Festbrennstoffanlagen verursachen.

Den mehr als zehn Jahre alten Öfen wird ein besonders schlechtes Brennverhalten nachgesagt. Sie blasen nicht nur Feinstaub, Staub und Kohlenmonoxid in die Luft. Auch die Wirkungsgrade und damit die Energieausbeute dieser Öfen sind äußerst schlecht. Bezogen auf den Brennstoffeinsatz erzeugen sie nur wenig Raumwärme, weil die meiste Wärme durch den Kamin abzieht. Wie sich bei Altöfen der Feinstaubausstoß reduzieren lässt, ist umstritten. So scheidet eine zentrale Filteranlage im Bereich des Schornsteins wegen des unverhältnismäßig hohen Aufwands aus. Woran man denkt, sind Filter, die zwischen Ofen und Schornstein installiert werden. An solchen Lösungen wird zwar gearbeitet, verfügbar sind sie jedoch noch nicht. Auch Kosten, die mit der Nachrüstung verbunden sind, können daher heute noch nicht benannt werden.

Wirkungsvolle Filter werden teurer

Es ist aber davon auszugehen, das wirkungsvolle Filter teurer sein werden, als jene Öfen, die heute in Baumärkten für wenig Geld angeboten werden. Diese „Billigöfen“ scheiden bei einer Umweltbewertung deutlich schlechter ab, als etwa (Holz-) Pelletöfen, die mit einer steuerbaren Verbrennungsluftregelung ausgestattet sind. Zudem handelt es sich bei Pellets um einen homogenen, gleichmäßig zusammengesetzten Brennstoff mit einem klar definierten Feuchtigkeitsanteil. Das führt zu insgesamt verringerten Emissionen.

Völlig anders sieht es bei den Stückholzöfen aus. Zwar ist nach der heute geltenden Rechtslage vorgeschrieben, dass ausschließlich „naturbelassenes und luftgetrocknetes Holz“ eingesetzt werden darf. Da die Öfen jedoch nicht nur zur Steigerung der Behaglichkeit angeschafft werden, sondern helfen sollen, die Heizkosten zu reduzieren, halten sich nicht alle Ofenbetreiber an diese Vorgaben und verfeuern Milchtüten, alte Billy-Regale und Apfelsinenkisten.

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