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Geldpolitik : Amerikas Notenbanker sorgen sich

  • Aktualisiert am

Janet Yellen, die Präsidentin der Federal Reserve Bild: AP

Die wichtigsten Währungshüter der Welt wollen die Zinsen langsamer angeben als bisher erwartet. Das hat nicht nur mit der heimischen Wirtschaft zu tun.

          Die amerikanischen Währungshüter sind vorsichtiger geworden. Wegen der Kurskapriolen an den Finanzmärkten, dem niedrigen Ölpreis und des schwächeren Wirtschaftswachstums in China wollen die Entscheider um Janet Yellen die Leitzinsen langsamer anheben als bislang gedacht. Das geht aus den Protokollen der Notenbanker-Sitzung im Januar hervor, die nun öffentlich sind.

          Demnach sprachen die Währungshüter der Federal Reserve darüber, ihre Ende 2015 geäußerte Ansicht über die angemessene Straffung der Geldpolitik zu überdenken. Dies gilt als Hinweis, dass sie von den damals signalisierten vier Zinsschritten für dieses Jahr abrücken könnten - an den Finanzmärkten besteht diese Erwartung ohnehin schon.

          Warum China für Amerikas Notenbank wichtig ist, haben wir hier analysiert.

          Dazu passt, dass gerade der Präsident der regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, nun vor weiteren Zinsschritten warnt. „Ich erachte es als unvernünftig, in einem  Umfeld von rückläufigen Inflationserwartungen die Normalisierungsstrategie fortzusetzen", sagte Bullard am Mittwoch. Bullard gehört eigentlich eher in das Lager derjenigen Notenbanker, die sich tendenziell für eine straffere Geldpolitik aussprechen.

          Vor allem unwahrscheinlich geworden scheint, dass die Notenbanker schon im März das nächste Mal die Zinsen erhöhen werden. Sie hatten im Dezember erstmals seit rund zehn Jahren die Leitzinsen wieder angehoben – auf 0,25 bis 0,5 Prozent.

          Wie aus den Protokollen der Januar-Sitzung hervorgeht, haben sie vor allem den Ölmarkt genau im Auge. Der rasante Preisverfall dieses weltweit benötigten Rohstoffes hatte sie wesentlich zur Vorsicht bewogen.

          Finanzierungskonditionen beträchtlich verschärft

          Auch die Verschärfung der Finanzierungsbedingungen rund um den Globus ist für die Währungshüter ein Grund zur Sorge. Dies könne die amerikanische Wirtschaft beeinträchtigen. Das wichtige Notenbank-Führungsmitglied William Dudley hatte jüngst gesagt, auch in den Vereinigten Staaten hätten sich die Finanzierungskonditionen seit der Zinswende verschärft.

          In einer Umfrage der Fed hatten amerikanische Banken zuletzt signalisiert, dass sie bei Geschäfts- und Immobilienkrediten in diesem Jahr voraussichtlich die Anforderungen etwas straffen werden.

          Quelle: ala./coeh./Reuters

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