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Fed-Chef Ben Bernanke „2010 könnte Jahr der Erholung werden“

25.02.2009 ·  Wie lange dümpelt die Wirtschaft noch vor sich hin? Auf diese Frage weiß auch Ben Bernanke keine eindeutige Antwort. Immerhin: 2010 könnte das Jahr der Erholung werden, sagte der Fed-Chef vor dem Senat. Aber nur, wenn die Stabilisierung des Finanzsystems vorankommt.

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Die amerikanische Wirtschaft könnte sich nach den Worten von Notenbankchef Ben Bernanke zum Ende des Jahres schrittweise erholen, falls die Maßnahmen der Regierung und der Zentralbank greifen. Andernfalls drohe eine längere Rezession, deren Überwindung zwei bis drei Jahre dauern dürfte. „Um die Abwärtsspirale zu brechen, ist es entscheidend, dass wir weiterhin Konjunkturimpulse mit starken Regierungshandeln kombinieren“, forderte Bernanke in seinem halbjährlichen Bericht vor dem Bankenausschuss des amerikanischen Senats am Dienstag. Allerdings gebe es weiterhin erhebliche Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Krise. Insgesamt werde die amerikanische Wirtschaft im laufenden Jahr deutlich schrumpfen.

Die Ausführungen wurden von Börsianern optimistisch gewertet. Nach der Talfahrt an den weltweiten Aktienmärkten zu Wochenbeginn drehte die Wall Street ins Plus. Der Dow-Jones-Index gewann mehr als 235 Punkte oder exakt 3,32 Prozent auf 7350,94 Punkte. Der S&P-500-Index kletterte um 4,01 Prozent auf 773,14 Zähler. Der Nasdaq-Index stieg um 3,90 Prozent auf 1441,83 Punkte. Auch der Dax zog mit. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer begrenzte seine Verluste und schloss mit einem Minus von 1,03 Prozent bei 3.895,75 Punkten.

Erholung nur mit beruhigten Finanzmärkten

Parallel zu Bernankes Rede erhielten jedoch in Amerika Hoffnungen auf eine rasche Überwindung der Rezession in den Vereinigten Staaten einen erheblichen Dämpfer: Das Vertrauen der amerikanischen Verbraucher fiel im Februar auf ein neues Rekordtief. Wie das private Forschungsinstitut Conference Board in New York mitteilte, ging der entsprechende Index auf 25,0 Punkte zurück. Dies sei der niedrigste Stand seit Beginn der Erhebungen vor 41 Jahren. Noch Ende Januar lag der Index bei 37,4 Punkten.

Bernanke selbst machte deutlich, dass eine Erholung der amerikanischen Wirtschaft nur dann möglich sei, wenn die Finanzmärkte beruhigt werden könnten. „Sollten es der Regierung, dem Kongress und der Notenbank gelingen, ein gewisses Maß an finanzieller Stabilität wiederherzustellen - und nur in diesem Fall - besteht eine vernünftige Aussicht auf ein Ende der gegenwärtigen Rezession im Jahr 2009.“ In einem solchen Fall könnte 2010 „zum Jahr der Erholung“ werden.

In diesem Jahr schrumpft die Wirtschaft

Insgesamt geht Bernanke von einem weiteren Schrumpfen der amerikanischen Wirtschaft in diesem Jahr aus. Die Wirtschaftsleistung dürfte neuesten Schätzungen zufolge um 0,5 bis 1,25 Prozent zurückgehen. Auch die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten wird sich nach den Worten Bernankes weiter erhöhen. Sie dürfte bis zum Ende des Jahres von derzeit 7,6 Prozent auf 8,5 bis 8,75 ansteigen. Dagegen dürfte der Inflationsdruck weiter deutlich sinken.

Allerdings äußerte Bernanke auch erhebliche Skepsis über die Chancen zur Krisenüberwindung: „Die wirtschaftlichen Aussichten sind durch erhebliche Unsicherheiten bestimmt. Und ich glaube, die Risiken für eine Verschlechterung sind vermutlich größer als die Chance auf eine Verbesserung.“ Erneut bekräftigte Bernanke die Bereitschaft der Zentralbank, „mit allen verfügbaren Mitteln“ die Wirtschaft anzukurbeln und das Funktionieren der Finanzmärkte zu verbessern.

Die Vereinigten Staaten haben im Kampf gegen Rezession und Finanzkrise jüngst ein knapp 800 Milliarden schweres Konjunkturprogramm auf den Weg gebracht. Zusätzlich versucht die Notenbank, mit Zinsen nahe null Prozent und massiven Liquiditätsspitzen der angeschlagenen Finanzbranche zu helfen und die Konjunktur zu stabilisieren.

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