03.09.2007 · Auf kurze Sicht verspricht die Politik mit einer „kleinen“ Pflegereform mehr Leistungen und bessere Pflege. Am Risiko langfristig steigender Kosten führt kein Weg vorbei. Eine Chance gibt es aber noch. Sie heißt Kapitaldeckung. Ein Kommentar von Holger Steltzner.
Von Holger SteltznerIn der Pflege gibt es kurzfristige Probleme und ein langfristiges Risiko. Auf kurze Sicht verspricht die Politik mit einer „kleinen“ Pflegereform mehr Leistungen und bessere Pflege. Eine leichte Erhöhung der Beitragssätze reiche aus, um die angeschlagene Versicherung für einige Jahre wetterfest zu machen, verspricht Gesundheitsministerin Schmidt (SPD).
Das klingt gut. Wenn dann noch eine Art Pflege-TÜV alle Heime regelmäßig kontrollierte und eine Bestenliste veröffentlichte, wäre Patienten und Angehörigen geholfen - und der Medizinische Dienst der Krankenkassen müsste hoffentlich nicht länger über schlimme Zustände in Pflegeheimen berichten.
Wie kann die Pflege zu Hause gestärkt werden?
Wegen der hohen Kosten der Betreuung in Heimen will die Regierung nun die Pflege von Angehörigen zu Hause attraktiver machen. Mit zehn Tagen Sonderurlaub für berufstätige Angehörige auf Kosten der defizitären Pflegekassen und dem entsprechenden Vertretungsaufwand für die Arbeitgeber ist den zu Pflegenden auf Dauer aber kaum geholfen. Die geschätzten Kosten von 100 Millionen Euro halten sich angesichts jährlicher Ausgaben von etwa 250 Milliarden Euro für Gesundheit und Pflege in Deutschland im Rahmen.
Doch bleibt die wichtige Frage, wie Pflege zu Hause gestärkt werden könne, ohne Antwort. Viele Familien können sich eine sozialversicherte Pflege nicht leisten und suchen eine kostengünstige Pflegelösung auf dem Schwarzmarkt. Auch diese Lebenswirklichkeit spricht dafür, private Haushalte nicht nur als Goldesel für den Fiskus, sondern stärker als Arbeitgeber wahrzunehmen.
Auf Kapitaldeckung umstellen
Am Risiko langfristig steigender Kosten für die Pflege führt kein Weg vorbei. Durch die Alterung der Gesellschaft sinkt die Zahl der Beitragszahler und steigt die Zahl der Pflegebedürftigen von heute rund zwei Millionen auf etwa sechs Millionen bis 2050.
Wer soll das bezahlen, wenn im schrumpfenden Deutschland immer weniger Leute arbeiten? Noch besteht die Chance, der Pflegeversicherung ein solides Fundament zu geben. Dazu müsste das System von der Umlagefinanzierung mit Beiträgen auf Kapitaldeckung umgestellt werden. In einer solchen Pflegeversicherung für das Alter würde Kapital gesammelt, damit später nicht mehr die Gemeinschaft zahlen muss. Die mittlere Generation, die zu wenig Beitragszahler auf die Welt gebracht hat, trüge natürlich wieder die Hauptlast.
Kapitaldeckung ist auch Umlagefinanzierung
Jürgen Weber (weberjn)
- 03.09.2007, 02:59 Uhr
Wer zahlt für die Alten
Werner Eickhoff (WernerEickhoff)
- 03.09.2007, 16:13 Uhr
Wer zahlt für die Alten
Winfried Gruber (winfried01)
- 03.09.2007, 16:18 Uhr
Verantwortung der Eltern ?
Michael Pörschke (michaelpoerschke)
- 03.09.2007, 16:27 Uhr
Der olle Mackenroth als Widergänger....
Hermann Edler von Koch (joe_cool)
- 03.09.2007, 17:41 Uhr
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