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Fangquoten Weniger Kabeljau, mehr Seehecht

16.12.2009 ·  Die EU-Fischereiminister haben sich auf die im kommenden Jahr zulässigen Fangmengen verständigt. Kabeljau, Seezunge und Schellfisch müssen mehr geschont werden. Doch vor den Küsten Frankreichs und Spaniens gibt auch eine wichtige Lockerung.

Von Michael Stabenow
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Die EU-Fischereiminister haben sich grundsätzlich auf die im kommenden Jahr zulässigen Fangmengen in den nördlichen und westlichen Hoheitsgewässern der Gemeinschaft verständigt. So haben sie in den mehrere Tage dauernden Verhandlungen beschlossen, dass die Fangquoten für die wichtigsten Speisefischarten wie Kabeljau, Seezunge und Schellfisch zum Teil um bis zu 25 Prozent gekürzt werden.

Eine höhere Quote wird es insbesondere für Seehecht geben. Verboten wird der Fang des drastisch überfischten Heringshais; dagegen dürfen erstmals nach mehrjähriger Schonfrist vor den Küsten Frankreichs und Spaniens wieder Sardellen gefangen werden.

Eine vorläufige Regelung gilt zunächst für die gemeinsam von der EU und Norwegen verwalteten Fanggründe, die für die deutsche Hochseefischerei von besonderer Bedeutung sind. Dort haben die Fischereiminister jetzt 65 Prozent der Fangmengen und -quoten zugeteilt, so dass nach der Jahreswende Rechtssicherheit bestehen wird. Die zuletzt vor allem wegen der Forderung Norwegens nach zusätzlichen Fangquoten für Makrelen blockierten Gespräche sollen im Januar fortgesetzt werden.

Erfolg für Berlin, Kopenhagen und London

Grundsätzlich positiv beschieden hat die Europäische Kommission einen Antrag Dänemarks, Großbritanniens und Deutschlands, wonach Hochseefischern künftig um fünf Prozent höhere Quoten zugestanden werden, wenn sie sich bereit erklären, die gesamte Fangmenge - nicht nur Speisefische einer bestimmten Art - an Land zu bringen.

Ein in Dänemark derzeit getestetes System der Videoüberwachung soll garantieren, dass sie den - überschüssigen - sogenannten Beifang nicht wieder ins Meer schütten (siehe auch Fangquoten: Kameras gegen die Überfischung der Meere). Die Verwirklichung dieser Technik in einem größeren Maßstab ist allerdings ebenfalls an den Abschluss der Verhandlungen mit Norwegen geknüpft.

WWF kritisiert „alljährliches Geschacher“

EU-Fischereikommissar Joe Borg zeigte sich zufrieden mit der erreichten Einigung, die einen Kompromiss zwischen den Interessen von Fischern, Meeresschutz und Küstenregionen darstelle. Es liege in der Natur der Verhandlungen, dass die Mitgliedstaaten die ursprünglichen Kommissionsvorschläge in ihrem Sinne angepasst hätten.

Die Umweltstiftung WWF kritisierte hingegen das "alljährliche Geschacher" um die Fangmengen und Quoten. Erforderlich zum Schutz der Bestände seien EU-Mehrjahrespläne.

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