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Fangquoten für Fische In Sorge um den Kabeljau

16.10.2009 ·  Die Bestände an Kabeljau sind nach Einschätzung der EU-Kommission stärker denn je von Überfischung bedroht. Die Kommission will daher die Fangquoten in allen europäischen Fanggründen kürzen. Für die Nordsee feht aber noch eine Einigung mit Norwegen.

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Der Kabeljau ist nach Einschätzung der Europäischen Kommission weiter überfischt. Die Behörde schlug deshalb am Freitag in Brüssel eine Reduzierung der Fangquoten um ein Viertel für kommendes Jahr unter anderem in Teilen des Ärmelkanals, im Kattegat, westlich von Schottland und in der irischen See vor.

Für die besonders für deutsche Fischer interessanten Bestände in der Nordsee konnte die Kommission noch keine Vorschläge vorlegen, da die EU diese gemeinsam mit Norwegen bewirtschaftet und es mit Oslo noch keine Einigung gab.

Die Kommission sei weiterhin sehr besorgt über den Zustand des Kabeljaus, hieß es. In der Nordsee, im östlichen Ärmelkanal und dem Skagerrak habe sich die Lage 2008 sogar noch verschlimmert, da seit 1999 kein so großer Anteil am Gesamtbestand mehr gefischt worden sei. „Noch schlimmer ist, dass es seit 2005 nicht genug ältere, laichende Fische und zu wenig zum Bestand hinzukommende Jungfische gibt“, kritisierte die Behörde.

Für die am meisten bedrohten Arten schlug die Kommission teils drastische Kürzungen vor: Für Dornhai um 90 Prozent, für Schellfisch westlich von Schottland um 54 Prozent, Seezunge im östlichen Ärmelkanal um 31 Prozent und Kaisergranat rund um Irland um bis zu 30 Prozent. Ein Minus von 25 Prozent ist unter anderem für Seeteufel und Wittling in der Irischen See und westlich von Schottland sowie Hering nördlich und westlich von Irland vorgesehen. Für Hering südlich von Irland ist dagegen ein drastisches Plus von 72 Prozent vorgeschlagen.

Dagegen haben sich der Kommission zufolge einige Bestände erholt, vor allem aufgrund für mehrere Jahre festgelegte „Managementpläne“. Deshalb könne die Quote für Seezunge im Golf von Biskaya um 2 Prozent und für Hering westlich von Schottland um 12 Prozent erhöht werden.

Kritik an subventionierten Fangflotten

Die EU-Staaten werden Mitte Dezember über die Vorschläge der Kommission für Nordsee und Atlantik entscheiden. Kommende Woche werden die Fangmengen für die Ostsee entschieden. Üblicherweise halten die zuständigen Minister sich nicht an die Warnungen der Wissenschaftler und setzen die erlaubten Fangmengen herauf. Bereits die Vorschläge der EU-Kommission waren weniger streng als die Empfehlungen des Internationalen Rates zur Erforschung der Meere (ICES), auf die die Kommission ihre Vorschläge stützt. Insgesamt sind in der EU 30 von 35 untersuchten Fischbeständen überfischt.

Die EU-Kommission kritisierte, dass die - üblicherweise staatlich hoch subventionierten - Fangflotten nach wie vor zu groß sind und die EU-Minister außerdem in den vergangenen Jahren die Fangquoten „in mehreren Fällen so hoch (ansetzten), dass sie nicht mehr nachhaltig waren“.

Die Meeresschutz-Organisation Oceana mahnte, sich an die Empfehlungen des ICES zu halten, da sich die Bestände sonst nicht erholen könnten. Im vergangenen Jahr seien die vorgeschlagenen Mengen um 48 Prozent überschritten worden. Die Quote für südlichen Meerhecht dürfe nicht, wie vorgeschlagen, um 15 Prozent erhöht werden. Und die Bestände des Dornhais seien am Rande des Kollapses; notwendig sei die Auflage, Beifang lebend ins Meer zurückzuwerfen.

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